Max-Ernst-Schule

MES hat Lust auf Franz

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An der Max-Ernst-Schule hat das „FrançeMobil“ Station gemacht. Die Aktion hat seit 2002 bereits einer Million deutscher Schüler ein aktuelles Frankreichbild vermittelt und ganz nebenbei „Lust auf Franz“ gemacht.

Hakim Benbadra ist Franzose, er wohnt in Frankfurt, liebt Basketball und hasst Badminton. Sagt er, alles natürlich auf französisch und so, dass es die Schülerinnen und Schüler zweier sechsten Klasse der Max-Ernst-Schule, die so zu ihrer ersten Französischstunde gekommen sind, auch verstehen. Für sie war Französisch bisher im wahrsten Sinne ein Fremdwort. Das zu ändern, und „Lust auf Franz“ zu machen, ist das Konzept des „FrançeMobil“, einer Art „Französisch auf Rädern“ die Schülern ein modernes Frankreichbild vermitteln will. 2002 fuhr das „FrançeMobil“ erstmals durch Deutschland. Inzwischen hat es eine Million Schüler an 13 000 Schulen erreicht. Es ist eine Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW), des Institut français Deutschland und der Robert Bosch Stiftung.

Zwölf französische Lektorinnen und Lektoren sind seit September mit von Renault Deutschland zur Verfügung gestellten „Kangoos“ für ein Jahr in Deutschland unterwegs. Sie besuchen Schulen, die sich um das „FrançeMobil“ beworben haben. Hakim Benbadra ist Frankreichs „Botschafter in Hessen“.

Drei Unterrichtseinheiten pro Schule gibt es. An der Riedelbacher MES hat es zwei sechste und eine achte Klasse getroffen. Die „großen“ kannten sich in der Sprache des Nachbarlands schon etwas aus, Benbadra konnte also ein gewisses Grundwissen voraussetzen. Bei den sechsten Klassen musste er jedoch ganz vorne anfangen, spielerisch, interaktiv. La Banane, le Taxi, la Rose, la Mer, le Café – Hakim zeigte den Kindern Bilder mit diesen und noch viel mehr Gegenständen, legte sich auf den Boden und spielte vom Laptop französische Lieder. In denen kamen die Begriffe vor und mussten erkannt werden. Für jede richtige Nennung gab’s einen Strich. Zuvor hat Hakim drei Gruppen gebildet: Die Croissants, die Crepes und die Baguettes. Die Croissants gewannen mit sieben Strichen vor den Crepes und den Baguettes mit jeweils fünf . . .

Für Spaß und Lerneffekte sorgte auch ein Würfelspiel: Für jedes Auge stand ein Satz: Ich bin Franzose, ich wohne in . . . , ich mag . . . , ich mag nicht . . . – jeder musste einmal würfeln und den zur Augenzahl 1 bis 5 passenden Satz aufsagen, auf französisch. Pech, oder auch Glück, hatte, wer eine sechs würfelte, der musste alle fünf aufsagen.

„Uns geht es darum, die französische Kultur und unsere Sprache zu fördern“, sagte Hakim Benbadra der TZ. Spanisch und Englisch seien zwar auch schöne und wichtige Sprachen, aber immer mehr auf dem Vormarsch, da müsse Frankreich versuchen, am Ball zu bleiben. Ein sprachliches Bollwerk gegen die Auswirkungen des Brexit, wodurch der Vormarsch des Englischen auf dem Kontinent verstärkt werden könnte, sei die Initiative jedoch nicht. Für Richarda Zorn-Peter, Fachleiterin Französisch an der MES, ging mit der Ankunft des „FrançeMobils“ ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: „Seit Jahren bewerben wir uns immer wieder, jetzt hat es endlich geklappt.“ In der spielerischen Herangehensweise an die fremde Sprache sehe sie einen großen Motivationsschub für die Schüler, der sich, so hoffe sie jedenfalls, auch niederschlage, wenn sie ihre Entscheidung beim Wahlpflichtunterricht treffen. Fachlicher Schwerpunkt an der Max-Ernst-Schule sei und bleibe dem Namensgeber folgend natürlich Kunst. Ein größeres Interesse an der französischen Sprache, das durch Initiativen wie dem „FrançeMobil“ gefördert werde, stehe der MES aber auch gut.

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