Mehr als „nur“ Jagdmusik

Mit den Deutschen Hornsolisten erwartet die Besucher des Musikfestivals Allegro eine Besonderheit. Dabei steht das Konzert nicht nur im Zeichen der Jagd-, sondern auch der Kammermusik.

Von Tatjana Seibt

Hand aufs Herz: Wer das Wort Naturhorn hört, wird sicherlich nicht zuerst an Mozart denken. Das könnte sich am Sonntag ändern, denn dann findet ab 12 Uhr das Konzert „Horn virtuos“ des Allegro-Musikfestivals statt.

Auf der Burg Reifenberg ist Wilhelm Bruns mit den Deutschen Naturhornsolisten zu Gast. „Das Konzert wird eine kleine Materialschlacht“, da ist sich Wilhelm Bruns sicher. Er ist nicht nur der Gründer der Deutschen Naturhornsolisten, sondern auch Leiter der Naturhornakademie in Bad Dürkheim.

Wer bei Naturhorn bisher an das Horn einer Kuh dachte, liegt im Grunde nicht falsch. Doch bei den Naturhornsolisten handelt es sich nicht um Bläser auf einem Kuh- oder Alphorn, die aus Holz gemacht werden, sondern um Blechblasinstrumente.

„Das Horn kann normalerweise nur eine Tonart erzeugen“, erklärt Bruns. Schließlich kommt es, anders als die Trompete oder die Posaune, ohne Züge und Ventile aus. Durch die Zugabe von Windungen und das Einstecken der Hand würden aber dennoch unterschiedliche Töne erzeugt. „Das klassische Repertoire für Naturhörner ist groß“, weiß Bruns. Auch Mozart habe bereits Duette für die Naturhörner geschrieben, und im Bereich der Kammermusik sei die Werkvielfalt groß. Begleitet wird der national und international bekannte Solist für Naturhörner von seinen drei Kollegen Stefan Berrang, Lars Mechelke und Tilmann Schärf.

Das Konzert ist im Wesentlichen von einem zweiteiligen Aufbau bestimmt, das sich die Musiker zu eigen gemacht haben. „Im ersten Teil widmen wir uns der Kammermusik“, sagte Bruns im Gespräch mit der Taunus Zeitung. Werke von Reicha, Richter und Oestreich zeigen die klangliche Vielfalt der Naturhörner im Zusammenspiel und als Solisten. Im zweiten Teil legen die Hornisten besonderen Wert auf die Jagdmusik, den Ursprung der Naturhörner.

Seine Liebe zum Naturhorn entdeckte Bruns, der übrigens aus einer Jägerfamilie stammt, schon als Zehnjähriger. Selbstverständlich reisen die Musiker mit mehr als einem Horn an und werden beim Konzert auch häufiger das Instrument wechseln. Neben der Musik ist auch der Veranstaltungsort etwas ganz Besonderes. Denn das Konzert ist als Open-Air-Veranstaltung geplant. „Das lässt sich mit Hörnern sehr gut machen, denn wir spielen direkt in Richtung Publikum.“

Dann dürfen sich die Besucher auch auf Klassiker der französischen Jagdmusik freuen und selbstverständlich auf Auszüge aus dem Freischütz. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung allerdings ins Trockene verlegt. Das wird dann auf der Homepage des Veranstalters () publik gemacht. Hier erhalten Interessierte auch weitere interessante Informationen.

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