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Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

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Von: Evelyn Kreutz

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Kreisassistentin und Sozialberaterin Elke Dielmann-Bargon und Kreisvorsitzender Egon Wewerka laden zur VdK-Infoveranstaltung zum Thema Nächstenpflege ein.
Kreisassistentin und Sozialberaterin Elke Dielmann-Bargon und Kreisvorsitzender Egon Wewerka laden zur VdK-Infoveranstaltung zum Thema Nächstenpflege ein. © Evelyn Kreutz

Sozialverband VdK wirbt für Verbesserungen in der häuslichen Pflege. Info-Stände geplant.

Seine Nächsten zu Hause zu pflegen, bringt viele Angehörige oft an ihre Grenzen, persönlich und finanziell. Anlässlich der großen bundesweiten sozialpolitischen Kampagne „#naechstenpflege“ wirbt auch der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen mit Hochdruck für Verbesserungen in der häuslichen Pflege. Die einzelnen Kreisverbände tragen dieses Thema großflächig in die Bevölkerung. Der VdK-Kreisverband Usinger Land hat vier Infoveranstaltungen terminiert.

Kreisverbandsvorsitzender Egon Wewerka stellt fest: „Viele Betroffene trauen sich nicht einmal, einen Pflegegrad zu beantragen. Und viele Angehörige, die die Pflege aufopferungsvoll ohne professionelle Hilfe zu Hause stemmen, wissen gar nicht, dass sie dafür abhängig vom Pflegegrad zusätzliche Rentenpunkte und von den Pflegekassen Rentenbeiträge erhalten.“ Wichtig sei es, für dieses Thema zu sensibilisieren, damit sich Betroffene und Angehörige früh genug informieren.

Unschätzbarer Dienst

Nach Auskunft des Landesverbandes leben 80 Prozent der Pflegebedürftigen in Hessen und Thüringen, also rund 360 000 Menschen, zu Hause. Deren Angehörige vollbringen laut Aussage des VdK-Landesvorsitzenden Paul Weimann Großartiges. Durch die oft jahrelange selbstlose Pflege ihrer Ehepartner, Verwandten oder anderer nahestehender Menschen leisteten sie nicht nur diesen, sondern der ganzen Gesellschaft einen unschätzbaren Dienst. Doch deren Sorgen und Nöten seien Politik und Öffentlichkeit oft verborgen.

Weimann fordert: „Es braucht bessere Beratung und mehr Entlastung, auch müssen Pflege und Beruf leichter vereinbar sein. Die Politik muss handeln, sonst quittiert der größte private Pflegedienst Deutschlands den Dienst.“ Konkret fordert der VdK den Ausbau der Pflegestützpunkte als wichtigste Beratungsstellen für Betroffene. In Hessen gibt es inzwischen in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt einen Pflegestützpunkt. Vor Ort brauche es auch mehr Entlastungs- und Unterstützungsangebote wie Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege.

Ganz wichtig ist aus Sicht des Sozialverbands ein einheitliches Pflegebudget, in dem die unterschiedlichen Leistungen der Pflegeversicherung zusammengefasst werden, so dass die Pflegebedürftigen selbst entscheiden können, wie sie die ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel einsetzen. Für berufstätige Pflegende fordert der VdK nach dem Vorbild der Elternzeit und des Elterngeldes eine Pflegepersonenzeit und ein Pflegepersonengeld. Die Leistung der Pflegenden sollte nach Vorstellungen des Verbands auch in der Rente deutlicher als bisher zu Buche schlagen.

Defizit an Information

Auch Kreisassistentin und Sozialberaterin Elke Dielmann-Bargon weiß, dass oft nicht bekannt ist, welche Leistungen der Pflegeversicherung Betroffene in Anspruch nehmen und wo sie diese beantragen können. Wewerka ergänzt, dass ein großes Defizit an Information und Beratung, insbesondere zu Beginn einer Pflegesituation, besteht. Auch aus seiner Sicht sollte es für Angehörige, während sie Pflegetätigkeit übernehmen, eine Lohnersatzleistung geben, wenn jemand deswegen beruflich kürzer trete, sowie mehr Rentenpunkte, als es die aktuelle Gesetzeslage vorsieht.

Dafür mache sich der VdK gegenüber der Politik stark. Genauso wichtig sei die Aufklärung der Bevölkerung. Deshalb finden im Usinger Land jetzt verschiedene Informationsveranstaltungen auch für Nicht-VdK-Mitglieder statt. Den Auftakt machen die Ortsverbände Hasselbach und Gemünden am Freitag, 9. September, ab 16 Uhr im Kulturforum in Hasselbach bei Kaffee und Kuchen. Anmeldungen nehmen die Gemündener Vorsitzende Ingrid Grün per Mail unter ov-gemuenden-weilrod@vdk.de und die Hasselbacher Vorsitzende Elke Dielmann-Bargon per Mail unter ov-hasselbach@vdk.de entgegen. Telefonisch kann man auch bei Dielmann-Bargon in der Kreisgeschäftsstelle unter Telefon (0 60 81) 5 86 28 24 während der Bürozeiten dienstags von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 16 bis 19 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr anmelden. Für Samstag, 17. September, lädt der Ortsverband Neu-Anspach von 10 bis 13 Uhr an den Stand vor dem Feldberg-Center ein. Die Ortsverbände Wehrheim und Obernhain werden am Donnerstag, 29. September, von 10 bis 13 Uhr am Stand in der Wehrheimer Mitte über Unterstützung bei der häuslichen Pflege informieren. In Usingen ist der VdK am Samstag, 1. Oktober, von 9.30 bis 14 Uhr vor dem Edeka-Markt präsent. Von Evelyn Kreutz

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