Hier ist Schnelligkeit gefragt: In möglichst kurzer Zeit mussten die Teams acht 13 Meter lange C-Schläuche der Länge nach möglichst gerade ausrollen und verkuppeln.
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Hier ist Schnelligkeit gefragt: In möglichst kurzer Zeit mussten die Teams acht 13 Meter lange C-Schläuche der Länge nach möglichst gerade ausrollen und verkuppeln.

Usingen

Mit der "Leistungsspange" zur Feuerwehr-Karriere

  • VonAlexander Schneider
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90 Jugendfeuerwehrleute aus Schloßborn, Schmitten, Steinbach/Oberursel, Kröftel, Flörsheim, Liederbach, Bad Soden und Hofheim absolvieren Wettkampf auf einem Sportplatz in Usingen.

HOCHTAUNUS/MAINTAUNUS -Was in den Schulen die "Bundesjugendspiele" sind, ist bei der Jugendfeuerwehr der Wettkampf um die "Leistungsspange". Bundesweit unterzieht sich der Wehrnachwuchs dabei einem einheitlichen Prüfungskanon, also einer Art Zentral-Abi fürs Feuerlöschen. Dafür gibt es dann auch mehr als eine Teilnehmerurkunde, die graue Spange fürs Revers natürlich als höchste Auszeichnung für Jugendfeuerwehrleute, und man hat als erfolgreicher Absolvent auch Vorteile beim Vorwärtskommen in der Feuerwehr. Leistungsspangen-Inhaber können nämlich bereits mit 16 Jahren ihren Grundlehrgang absolvieren und dann mit 17 gleich in die Einsatzabteilung wechseln. Sie brauchen auch nur ein Anwärterjahr. Wer die "Spange" nicht hat, kann den Lehrgang erst mit 17 machen und muss dann zwei Jahre in die "Warteschlange". Wer also in der Feuerwehr schnell vorankommen will, macht die "Spange", so wie es rund 90 Jugendliche aus den Landkreisen Hoch- und Maintaunus am Samstag auf dem Spotplatz Muckenäcker in Usingen getan haben. Geschafft haben es alle, die "Spange" bekamen aber nur 67, ein paar Teilnehmer waren noch zu jung.

Aus dem Hochtaunuskreis hatten sich drei Mannschaften der Wehren Schloßborn, Schmitten sowie Steinbach/Oberursel eingetragen, aus dem Maintaunus waren es sieben Teams aus Kröftel, Flörsheim, Liederbach, Bad Soden und Hofheim, wobei zwei Jugendfeuerwehren zwei Mannschaften an den Start gebracht haben. Dass aus dem Hochtaunuskreis nur drei Teams teilgenommen haben, habe nichts mit mangelndem Interesse oder Unsportlichkeit zu tun, "sie konnten wegen der Pandemie erst nach den Sommerferien mit dem Training beginnen", sagte Max Böttrich von der Kreisjugendfeuerwehr. Im Herbst gebe es aber einen weiteren Wettkampf, dann im Main-Taunus-Kreis, "wir wechseln da immer ab", betonte Böttrich die kreisübergreifend gute Zusammenarbeit zwischen den Jugendfeuerwehren.

Das Gewimmel rund um die von der UTSG gerne zur Verfügung gestellten Kampfbahn war groß, zu Beginn aber auch sehr geordnet. Im Gänsemarsch, voran der Fahnenträger, betraten die Teams die Arena und nahmen am Meldetisch zur Gesichtskontrolle stramme Haltung an. Die war schon wegen der Hygienebestimmungen nötig, denn es wurde genau Buch geführt, wer da im blauen Kombi unterm knallorange-roten Helm um die Starterlaubnis anstand.

Vier Aufgaben gab es, die alle mehr oder weniger viel mit Feuerwehr zu tun hatten, Kugelstoßen - die Jungs mit 4-, die Mädels mit 3 Kilo-Kugeln - vielleicht weniger, dafür aber Staffellauf über 1500 Meter umso mehr, schließlich müssen Brandschützer im Einsatz flott unterwegs sein. Typisch Feuerwehr war der zweite Schnelligkeitstest, bei dem acht 15 Meter lange C-Schläuche möglichst hurtig und gerade nicht nur ausgelegt, sondern auch verkuppelt werden mussten. Das erforderte dann schon eine gewisse Taktik. Aufgabe 4 war der Aufbau eines Löschangriffs mit drei Strahlrohren und einer Pumpe. Hatte man all das bei möglichst hoher Punktzahl, maximal vier pro Aufgabe, hinter sich, ging es an die Theorie, wobei hier nicht allein feuerwehrspezifische Dinge abgefragt wurden, sondern auch ein wenig Staatsbürgerkunde. Und als wäre das alles noch nicht genug, ging es auch noch um Benimm, Disziplin, Anzugsordnung - auch dafür gab's am Ende Punkte, mit denen sich die eine oder andere Schwäche beim Kugelstoß oder beim Staffellauf ausgleichen ließ.

Pünktlich zur Siegerehrung am Nachmittag war auch Kreisbrandinspektor Carsten Lauer zur Stelle. Er war beeindruckt von den gezeigten Leistungen und stellte befriedigt fest, dass man sich um die Schlagkraft der Jugendwehr nicht unbedingt Sorgen machen muss, außer dass mehr dafür geworben werden sollte, schon in jungen Jahren der örtlichen Feuerwehr beizutreten. "Ich finde es toll, dass nach der langen, Zwangspause dieser Wettbewerb nun wieder stattfinden konnte und dass sich die jungen Leute endlich wieder in der Gemeinschaft zum Kräftemessen treffen konnten."

Von Alexander Schneider

Stand-Kugelstoßen ist jetzt nicht unbedingt eine Grundfertigkeit für Menschen, die dem Brandschutz nachgehen, ein Beweis körperlicher Fitness aber schon. Je nach Alter und Statur der Kugelstoßer kamen weiten zwischen sechs und acht Metern zusammen.

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