Mixer fürs traditionelle Frühstück

  • VonAlexander Schneider
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Im Alten Rathaus von Niederlauken könnte eine Dependance der Mauloffer Kleiderkammer entstehen. Bürgermeister Axel Bangert hat zumindest schon mal in diese Richtung überlegt.

Die Kleiderkammer im Dorfgemeinschaftshaus von Mauloff platzt aus allen Nähten. Jetzt wurde es noch enger, denn Pfarrer i.R. Heinrich Siebert, der im Kleiderdepot immer ein gern gesehener Gast ist weil er immer mit neuen Ideen kommt, kam diesmal nicht mit leeren Händen. Beim Flohmarkt auf dem Rewe-Parkplatz hatte der pensionierte Gottesmann jüngst Nippes, Bücher, CDs und andere Dinge wie Geschirr und alte Lampen zum Verkauf angeboten und dabei 180 Euro erlöst – nicht alles durch den Verkauf, „es gab auch Spenden, weil die Leute mit meinem Kram nichts anfangen könnten, aber trotzdem helfen wollten“, lacht Siebert. Er hatte von Anfang an vor, den Flohmarkterlös für die Flüchtlinge zu spenden. Das hat er jetzt getan, das Ergebnis sind zehn Standmixer, die er im Internet günstig erstanden oder zum Schnäppchenpreis ersteigert hat.

Jetzt war Bescherung und einige der Geräte fanden gleich dankbare Abnehmer. Die Chefin der Kleiderkammer, Helga Wiegand, freute sich riesig: „Gerade für Syrer, Afghanen und Pakistani sind Mixer unverzichtbar, sie bereiten ihr traditionelles Frühstück damit zu.“ Wichtig seien aber auch Staubsauger, Besteck und Töpfe, vor allem Schnellkochtöpfe. Wer solche Geräte abgeben kann, wendet sich an Helga Wiegand, Telefon (0 60 83) 9 59 74 93.

Kleidung, darauf machte Wiegend auch aufmerksam, wird momentan nicht mehr gebraucht, „wir haben mehr als genug und keinen Platz mehr.“ Die Kleiderstangen in der kleinen Kammer hängen voll mit der Winterkollektion, Sommersachen sind bereits an verschiedene Stellen ausgelagert, um Platz zu schaffen.

Vielleicht gibt es aber auch Licht am Ende des Tunnels. Siebert berichtete bei seinem Besuch in der Kleiderkammer von Gesprächen mit Bürgermeister Axel Bangert (SPD), der sehe Möglichkeiten, einen Teil des Alten Rathauses in Niederlauken, wo früher der Nachbarschaftsladen untergebracht war, als zusätzliche Kleiderkammer zur Verfügung zu stellen.

Bangert bestätigte dies gegenüber der TZ: „Die Möglichkeit besteht, ich muss aber erst noch Platz für die derzeit dort untergestellten und auch zur Aufbewahrung genutzten Möbel finden.“ Unter anderem sind dort die Stühle untergestellt, auf denen die Besucher des Konzertes im Hof von Prof. Horst Seibert sitzen. „Die anderweitig unterzubringen, dürfte das kleinste Problem sein“, sagte Bangert. Die Pietät, die derzeit das Schaufenster als Vitrine nutzt, könnte den Raum trotz Kleiderkammer weiter nutzen, „Platz ist eigentlich genug und eine kleine Heizung gibt es auch“, so Bangert.

Momentan ist an eine Dependance zur Entlastung der Mauloffer Kleiderkammer gedacht. Ob die Zentrale dort aber weiter sinnvoll zu betreiben sein wird, wenn die Asylbewerberunterkunft im Hofgut Mauloff nach der Kündigung durch die Betreiber im März nicht mehr zur Verfügung steht, könne er derzeit noch nicht abschätzen, sagte Bangert. Das hänge davon ab, wo die künftigen Ersatzquartiere sein werden. Momentan kämen die Arbeiten zur Herrichtung der bereits vor etlichen Jahren als Unterkunft für Asylbewerber genutzte Emmershäuser Mühle zügig voran.

Bangert rechnet damit, dass dort etwa 50 Flüchtlinge untergebracht werden können. Ferner stehen die Verhandlungen zur Bereitstellung von jeweils 20 Plätzen im alten Riedelbacher Pfarrhaus und in einem größeren Haus in Hasselbach vor dem Abschluss: „Jetzt ist der Kreis am Zug.“

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