Gruseln in Oberreifenberg

Moderne Hexen brauchen Musik

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Schaurige Schreie einer Gruppe junger Mädchen aus Ober- und Niederreifenberg ließen so manchem Besucher das Blut in den Adern gefrieren.

Schaurige Schreie einer Gruppe junger Mädchen aus Ober- und Niederreifenberg ließen so manchem Besucher das Blut in den Adern gefrieren. Die Mädels rieben sich freudig die Hände, wenn sie wieder jemandem einen Schreck eingejagt hatten. Unterwegs auf die Burg begegneten den Besuchern überall merkwürdige Gestalten. Viele Gruselfans hatten sich verkleidet, als Hexe oder Sensenmann oder zumindest ein bleiches Geistergesicht geschminkt.

Bernhard Eschweiler, Präsident des Burgvereins, das Vorstandsteam und etliche Helfer freuten sich über 170 zahlende Gäste. Eschweiler schätzte, dass über den Abend verteilt knapp 300 Besucher auf der Burg waren. Denn die Kinder hatten freien Eintritt. Die spärliche Beleuchtung, der Geruch nach echtem Holzfeuer, das hatte für sie mehr als nur einen Hauch von Abenteuer. Damit die Spannung nicht verloren ging, hatte der Burgverein ein abendfüllendes Programm vorbereitet.

Das begann mit dem Zug der Ketzer und Diebe, die in ihren klirrenden Hand- und Fußschellen von dunklen Rittern und Wächtern vom Kirchkeller zum Standgericht in der Pulverkammer geführt wurden. Gruselige Geschichten aus Ritters Zeiten erzählte im Wohnturm Sabine Preußer. Der von Pentti Lepistö geschnitzte Taunustroll wachte derweil vor der Gruselküche, wo der Hexenpunsch brodelte, die Suppe köchelte und die Würstchen brutzelten. Bevor furchterregende Hexen, die sich dann als die „Mamas“ von der TSG Niederreifenberg entpuppten, um das lodernde Feuer tanzen konnten, kam per Handy die Anfrage an Gruselnachtmanager Jürgen Fischer: „Haben wir auch Strom?“. Denn ohne Geistermusik vom Band wäre die Tanzeinlage der modernen Hexen wohl nur halb so schön gewesen.

Vor allem bei den jüngsten Besuchern kam der Gruselpfad gut an. Der war nur kurz, hatte es aber wegen der Dunkelheit in sich. „Da war plötzlich so ein riesiger Zombie und ein Geist hat fürchterliche Stimmen gemacht – und dann bin ich schnell weg“, berichtete der sechsjährige Mattheo aus Obernhain. Nur zusammen mit seiner Mama wollte er nochmal hin, um rauszukriegen, was dahinter steckt. „Denn Geister gibt’s ja nicht wirklich“, meinte er mutig und schob ein zaghaftes „oder?“ nach.

Spektakulär war die Flucht eines Gold-Diebes. Von Mitarbeitern von Taunatours fachmännisch gesichert, seilte sich kein geringerer als Gemeindefeuerwehrjugendwart. Ralf Dieckmann vom Wohnturm ab. Ein echter Hingucker war zum Schluss die Feuershow von Judith Hildmann und Petra Powalla.

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