Kleintierzüchter

Ein moderner Verein

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Totgesagte leben länger, heißt es. Beim Kleintierzuchtverein Niederreifenberg trifft das Sprichwort zu. Mit einem neuen Vorstand und vielen neuen Mitgliedern entsteht der Verein gerade neu.

Alle Kleintierzuchtvereine haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Alle? Nicht alle, es gibt da so ein kleines Dorf am Fuße des Feldberges, in dem ein Kleintierzuchtverein gerade „explodiert“. Nun ja, Explodieren ist vielleicht zu viel gesagt. Aber wenn die Mitgliederzahl in den vergangenen Monaten von 12 auf 36 angestiegen ist, darunter sechs Jugendliche, dann ruft das ein schon berechtigtes „Oh“ hervor.

Dieser Entwicklung ist allerdings ein Umdenken vorausgegangen. „Wir nehmen jetzt auch Leute im Verein auf, die nur Hühner haben“, erzählt Zuchtwart Horst Praxl. Die also nicht Hasen oder Tauben züchten, wie viele andere Reifenberger Vereinsmitglieder.

Die Gemeinschaft der Tierfreunde und Züchter hat nämlich festgestellt, dass es immer mehr Menschen gibt, die Hühner aus Liebhaberei halten, auch der guten Eier wegen. Das sind meist keine Rassetiere, mit denen sie auf Ausstellungen gehen wollen, sondern einfaches Federvieh, das hin und wieder für ein gutes Frühstücksei sorgt – absolut Bio von einem glücklichen Huhn.

Los ging dieser Boom wohl mit Anja Wirth-Böhm, der ersten Frau seit langem in dem von Männern dominierten Verein. Sie nimmt es mit der „Zucht“ nicht so genau. Im großen Freigehege erfreuen sich unterschiedliche Geflügelsorten ihres Lebens. Hahn Purzel darf sogar neben Emma, der Hündin, im Wohnzimmer leben – mit Freigang selbstverständlich – und die Perlhühnchen haben auch ein separates Zimmer im Haus.

„Wir sind froh, wenn wir mehr Frauen in den Verein bekommen“, stellt Praxl fest. Und auch jüngere Mitglieder hat der Verein in den vergangenen Monaten gewinnen können. Dadurch sei ein ganz frischer Wind durch die Reihen der Kleintierzüchter geweht, freut sich der Vorsitzende, und das wiederum habe unter anderem dazu geführt, den Verein als solches eintragen zu lassen und in einer außerordentlichen Hauptversammlung einen neuen Vorstand zu wählen. „Aus einem schläfrigen Verein ist ein moderner aktiver Verein geworden“, freuen sich die beiden Vorstandsmitglieder Wirth-Böhm und Praxl.

Aktiv ist die Truppe aber nicht nur in Richtung Zucht, sondern auch, was die Information angeht. Das ist ein großes Plus für alle Mitglieder, denn Neulinge bekommen wertvolle Tipps, und selbst Experten können von anderen Experten immer noch etwas lernen. Außerdem sind die Mitglieder automatisch in der Seuchenkasse, und bei den jährlichen Impfungen ihrer Tiere können sie vom gemeinsamen Einkauf profitieren.

Auf der neuen Homepage, die Daniel Mattke gestaltet hat, sind die aktuellen Schautermine zu erfahren, außerdem stehen dort jede Menge Informationen und Fotos. Jedes Mitglied hat zusätzlich einen extra Zugang, in dem Interna ausgetauscht werden können.

Als nächstes steht die eigene Ausstellung Anfang November in der Jahrtausendhalle in Oberreifenberg auf dem Programm. Am Samstag, 7. November, und Sonntag, 8. November, können Besucher wie immer prämierte Tiere, aber auch Liebhaber-Tiere in der Halle besichtigen. Während der Ausstellung gibt es ein Programm für Kinder, Kaffee und Kuchen und dieses Jahr auch ein deftiges Mittagessen. „Wir rechnen mit einem Besucher-Ansturm“, sagen Anja Wirth-Böhm und Horst Praxl augenzwinkernd. Und mit neuen Mitgliedern. „50 Neue nach der Ausstellung, das ist mein Wunschziel“, erklärt der Zuchtwart.

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