Musikverein setzt auf Vielfalt

  • VonEvelyn Kreutz
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Gut vorbereitete Musiker begeisterten die Zuhörer in der ausgebuchten Eichkopfhalle. Nach dem Jahreskonzert des Musikvereins Wernborn – Usinger Land hat das Blasorchester noch mehr Fans.

Wenn es Frühling wird, lädt der Musikverein Wernborn – Usinger Land traditionell zum Konzert ein und verschenkt einen Strauß bunter Melodien. Trotz Gewerbemesse in Usingen war das Jahreskonzert in der Eichkopfhalle am Sonntagnachmittag Anziehungspunkt für zahlreiche Musikliebhaber aus Wernborn, seinen Nachbarorten sowie von befreundeten Orchestern.

Weil Vorsitzender Bernd Fabri seinen Atem für die Trompete brauchte, schlüpfte Wolfgang Merz in die Rolle des charmanten Conférenciers. Mit der Ouvertüre „Modern Time“ von Willy Lange deuteten die Musiker den Zuhörern gleich zu Beginn an, was alles auf sie zukommen würde: temporeiche Stücke mit viel Schmiss und getragene mit viel Gefühl, traumhafte Melodien und mitreißende Rhythmen. Typische Dicke-Backen-Musik mit Walzer und Polkas durfte natürlich nicht fehlen, da hätten die Stammgäste sicher etwas vermisst.

Dass der Bigband-Sound immer eine volkstümliche Färbung hat, lag an den zur Verfügung stehenden Instrumenten und den ausgesuchten Arrangements, aber auch daran, dass Dirigent Pitter Bender aus seiner Leidenschaft für die böhmische Blasmusik keinen Hehl macht.

Als ob Merz im Vorfeld den einen oder anderen Patzer entschuldigen wollte, meinte er: „Das sind keine geschulten Profis.“ Dennoch hatten sie in nur drei Monaten zusammen mit Bender, der den Musikverein seit 2008 musikalisch leitet, ein anspruchsvolles Programm einstudiert. Abgesehen davon, dass die Stücke auf Basis sauberer Intonation auch dynamisch gut ausgefeilt waren, setzten solistisch Einlagen immer wieder wirkungsvolle Akzente. Nach der ausdrucksstarken „Sinfonia Italiana“, die der Niederländer Willy Hautvast komponiert hatte, waren die Musiker in Sachen Rhythmik schwer gefordert. In „Mixed Pickles“ hatte Max Leemann mit betont jazzigem Einschlag Blues, Tango, Fox und Boogie miteinander verquickt.

Bevor die Bläser nach der Pause wieder loslegten, intonierte der Wernborner Chor Da Capo drei Stücke. Dann ging es erst mal weiter mit klassischer volkstümlicher Musik aus der Feder von Ernst Mosch, dem König der Blasmusik, und dem ersten Hit seiner Egerländer Musikanten, „Rauschende Birken“. Mit einer schnellen Polka leiteten die Musiker über zu modernen Kompositionen. Wenn Tempo und Präzision zusammenkommen, kommt bei den Bläsern der Geist der Jugend flott daher, so bei dem konzertanten „Spirit Of Youth“.

Hier durften sich nicht nur die beiden Schlagzeuger austoben, auch die einzelnen Bläserstimmen bewältigten schnelle Passagen mühelos. Nach dem Schlusslied „Nessaja“, besser bekannt unter „Ich wollte nie erwachsen sein“, aus dem Pop-Musical Tabaluga von Peter Maffay drehten die Bläser mit einer Hommage an Schlagerlegende Udo Jürgens in diesem ehrenwerten Haus noch einmal richtig auf.

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