Baum zerstört mit Wurzeln den Weg

Muss die Fichte weg?

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Die Hunoldstaler brauchen ihr Dorfgemeinschaftshaus, und so war der Umbau für einen barrierefreien Zugang im vergangenen Jahr Arbeitsschwerpunkt der Heimat- und Brauchtumsgruppe Hunoldstal. Jetzt stehen weitere Arbeiten an, und vielleicht muss sogar die „original Hunoldstaler Fichte“ gefällt werden.

Nicht nur für die Heimat- und Brauchtumsgruppe Hunoldstal ist das Dorfgemeinschaftshaus ein wichtiger Treffpunkt. Verschiedene Gruppen nutzen das Gebäude regelmäßig, und dazu kommen Familienfeiern. Über 200 Belegungen nannte Roland Tomaschek, der Vorsitzende der Heimatgruppe, in der von 32 Mitgliedern besuchten Jahreshauptversammlung – immerhin die Hälfte, die der Verein zählt. Und wenn der jährliche Hunseler stattfindet, ist der Saal, der Platz für 50 Personen hat, voll.

Tomaschek hatte die Auslastung zusammengestellt, weil die b-now die Belegung der Bürgerhäuser der Gemeinde Schmitten auf den Prüfstand stellen will. Das DGH ist Wahllokal, hier wird jede Woche getanzt und geturnt, alle 14 Tage in der Damenrunde von Marianne Henrich gestrickt, hier hat der Schiedsmann seinen Raum, und im Sommer kommen hier die Ferienspielkinder zusammen. Sein Fazit: „Die Dorfgemeinschaft braucht das DGH und engagiert sich auch finanziell und mit Eigenhilfe für dessen Erhalt.“

Im vergangenen Jahr haben Hunoldstaler Vereine und Gruppen gemeinsam den Umbau für einen barrierefreien Zugang gestemmt. Dafür hat der Heimatverein bereits 2000 Euro zur Verfügung gestellt und jetzt noch einmal 500 Euro nachgeschoben. Am Einweihungsfest am 22. April soll Gelegenheit sein, allen Helfern und Spendern zu danken.

Weil der Umbau viel Zeit in Anspruch genommen hat, ruhte 2016 die Arbeit der lokalen Geschichtsforscher. Aber an Ideen mangelt es Jürgen Troll nicht. Er bereitet einen Vortrag über die Taunusdörfer im 19. Jahrhundert vor. Die handwerklich orientierten Schaffer der Gruppe regten weitere Renovierungen am und ums DGH an. Wenn die Gemeinde Schmitten das nötige Material finanziert, würde Karl-Jürgen Lauth mit Helfern die Fassade streichen. Wegen Stolperfallen auf dem Gehweg vor dem Dorfgemeinschaftshaus würde Jörg Deusinger gerne neu pflastern. Es mache aber keinen Sinn, wenn die etwa 20 Meter hohe „original Hunoldstaler Fichte“, die mit ihren Wurzeln den Weg zerstört, stehen bleibe. „Als Brennholz ist sie zu schade“, meinte Ehrenvorsitzender Waldemar Müller. Das Prachtexemplar war 1959 mit dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses gepflanzt worden. „Wenn er für die Frankfurter Weihnachtsmarkt zu klein ist, vielleicht nehmen ihn ja die Usinger“, unkten die Hunseler über die mögliche Verwertung.

Nach der Frühlingsbepflanzung am Ortsein- und -ausgang sowie in der Ortsmitte haben Brigitte Kral und drei weitere Mitglieder inzwischen auch Osterschmuck angebracht. An Ostermontag, 17. April, ab 14 Uhr lädt die Brauchtumsgruppe zum ersten Mal auf der „Schibbelwiese“ oberhalb des Gartenweges zum Eierwerfen ein. Der Versuch, diese Tradition wieder zu beleben, scheint anzukommen. „Die Resonanz ist erstaunlich gut“, berichtete Organisatorin Ina Henrich, die auch die neue Arbeitsgruppe „Kinder und Jugendliche“ leitet. Sie nimmt unter Telefon (0 60 84) 29 73 noch Anmeldungen und Kuchenspenden für Ostern entgegen. Eierschibbeln, Eierwerfen, Eierlaufen und was man sonst noch alles mit gekochten Ostereiern anstellen kann, soll nicht nur die Kinder ansprechen. Erwachsene dürfen natürlich auch mitmachen. Allen Teilnehmern ist zumindest ein Trostpreis sicher. Zuschauer sind auch willkommen, sie dürfen sich durch selbst gebackene Kuchen futtern. Bei schlechtem Wetter findet die Oster-Kaffeetafel im Dorfgemeinschaftshaus statt.

Am 5. August ist wieder Backesfest, am 26. August ein gemeinsamer Ausflug mit der Feuerwehr, am 16. September fahren die Hunoldstaler nach Frankfurt ins historische Museum und zum Apfelweintrinken nach Sachsenhausen, und am 18. November ist Hunseler Abend.

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