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Ein Krug aus dem Bild eines alten Meisters, ein Tintenfass auf dem Tisch und eine dazu gemalte Landschaft, und schon ist das Interieur-Bild von Karin Krantz fertig.

Nach drei Jahren wieder im Rathaus

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Die in Kronberg lebende Westfälin Karin Krantz hat mit rund 30 Arbeiten die Wände des Rathauses dekoriert. Sie zeigt ein breites Repertoire an Motiven.

„Das ist Afrika-Sehnsucht“, sagt Karin Krantz bei einer Vorbesichtigung ihrer neuesten Ausstellung im Schmittener Rathaus. Vor drei Jahren war sie schon einmal mit Bildern im Schmittener Verwaltungsbau zu Gast gewesen.

Afrika-Motive waren damals noch nicht dabei. Dort, wo ihr in die Jahre gekommener Elefant lebt und ein Geparden-Pärchen von einer Anhöhe in die Savannenlandschaft blickt, war sie noch nicht, aber das Land steht ganz oben auf ihrer Reisewunschliste.

„Der ist schon etwas älter“, erklärt sie zu den ausgefransten Ohren des Dickhäuters, der sich das Bild noch mit einem weiteren Tier teilt, aber das muss der Betrachter erst einmal finden: Eine kleine Maus schaut ehrfurchtsvoll aus der linken unteren Ecke zu dem Tiergreisen auf. Krantz liebt solche narrativen Spielereien, und so lässt sie auf einem Stillleben mit Bembel und gefüllten Apfelweingläsern einen kleinen Marienkäfer an vergossenen Apfelwein-Tropfen auf der Tischplatte naschen.

„Das sind meine berühmten Wirbel“, sagt sie ein paar Meter weiter zu zwei farbintensiven Bildern mit einer dynamischen Spiralform. Es sei, als würde man in die Bilder hineingezogen, habe sie schon von Betrachtern dazu gehört. Im Stile Buddhas hat sie eine „Buddhistin“ im verschränkten Lotossitz enface gemalt und dazu die Hand und Fingerhaltung vor dem Spiegel studiert.

„Die Kanne habe ich aus einem altmeisterlichen Bild, das Tintenfass habe ich zu Hause, und das Bild im Bild – eine toskanische Landschaft – habe ich hinein gemalt“, erklärt sie zum Arrangement eines weiteren Bildes, gleich neben einer naturalistisch gemalten Katze. Im Vorzimmer von Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) hängt eine großformatige abstrakte Komposition, und abstrakte Arbeiten hinter Glas befinden sich im Treppenhaus.

Karin Krantz aus Kronberg hat wahrlich eine große Palette an Motiven, aber das gemeinsame an ihren zurzeit im Rathaus ausgestellten Bilder ist die Beschränkung auf Acrylfarben – fast immer mit dem Pinsel aufgetragen.

Eine kleine „Unterabteilung“ der Ausstellung sind ihre „Modiglianis“. Den Maler Amadeo Modigliani findet Krantz so faszinierend, dass sie einige seiner Werke repliziert hat. Dabei handelt es sich um stilisierte Frauenporträts, die dem im Alter von 35 Jahren verstorbenen italienischen Künstler den Namen „Frauenmaler“ eingebracht hatten.

Krantz malt durchweg gefällige Bilder, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben, dazu zählen auch die noch nicht erwähnten Tierbilder. Was sie auch immer malt, ihre Arbeiten zeigen eine hohe technische Sicherheit im Umgang mit Farbe und Pinsel.

Die Ausstellung ist bis Ende Juni im Rathaus Schmitten, Parkstraße 2, montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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