Mit viel Platz und hinter Trennwänden, präsentiert sich die Zulassungsstelle in Usingen seit gestern Morgen.
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Mit viel Platz und hinter Trennwänden, präsentiert sich die Zulassungsstelle in Usingen seit gestern Morgen.

Keine Fahrt nach Bad Homburg nötig

Nach Kritik an langen Wartezeiten: Zulassungsstelle in Usingen öffnet

34 Kunden kommen am ersten Öffnungstag mit Termin in die Hattsteiner Allee. Eine Sicherheitsfirma empfängt die Besucher.

Usinger Land - Ein Termin im Büro einer Zulassungsstelle für Autos und andere Fahrzeuge ist normalerweise mit Wartezeit verbunden. Das ist in der Kfz-Außenstelle in Usingen nun anders; dass das Büro überhaupt wieder geöffnet hat, hat die ersten Kunden dann gestern auch versöhnlich gestimmt. "Ich bin froh, dass ich heute einen Termin bekommen habe", sagte ein Besucher am Vormittag. Vor dem Gebäude der Zulassungsstelle warten diejenigen mit Abstand, die schon etwas früher da sind, aber nicht unnötige Zeit mit der Maske vor dem Gesicht im Warteraum bleiben wollen. Rein kommt nur, wer einen Termin hat. Insgesamt waren es gestern 34 Kunden.

Wegen der Corona-Pandemie hatte sich der Hochtaunuskreis dazu entschlossen, seine Zweigstelle in Usingen zu schließen und das Geschäft in beschränktem Maßen nach Bad Homburg zu verlagern. Das wiederum zog massive Kritik nach sich. Die Zulassungsstelle in Usingen war geschlossen, in Bad Homburg gab es Wartezeiten von vier Wochen. Darauf hatte der Kreis reagiert, seit gestern hat die Zulassungsstelle in Usingen wieder geöffnet. Das Personal sollte aufgestockt, die Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag um jeweils eine Stunde verlängert werden, teilte der Kreis vor zwei Wochen mit.

Weder Menschenmengen noch ein voller Wartebereich sind gestern in Usingen zu sehen, nur vereinzelt betreten die Menschen mit Papieren in der Hand das Gebäude und werden direkt an der Tür des Wartezimmers von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma in Empfang genommen. Die Mitarbeiter führen eine Liste der Namen der Personen, die einen Termin haben. Danach heißt es erst einmal Hände desinfizieren. Ein Mund-Nasenschutz ist selbstverständlich. Lange Warten muss niemand und auch die sonst üblichen Wartemarken entfallen nun, denn das Wachpersonal übernimmt die Anmeldung und Zuweisung zum Schalter.

Auch im eigentlichen Raum präsentiert sich den Kunden ein ungewohntes Bild.

Denn der Kreis hat für die Wiedereröffnung den eigentlichen Personalraum etwas umgestaltet: Drei Mitarbeiter sitzen hinter großen Glasscheiben, auch die Kasse präsentiert sich hinter einer Trennwand und aus den ehemals fünf Arbeitsplätzen sind vier geworden.

In 15 Minuten wieder draußen

Konzentrierte Ruhe erfüllt den Raum, denn auch wenn nicht gerade ein Kunde mit einer An-, Ab- oder Ummeldung kommt, haben die Mitarbeiter immer etwas zu tun.

Wenn alles gut läuft, dann sind die Besucher binnen einer guten Viertelstunde wieder raus. Wenn. Doch häufig genug fehlt etwas, müssen Schilder gemacht oder entwertet werden, das kostet dann eben mehr Zeit. Auch diese muss bei der Terminvergabe berücksichtigt werden, damit sich die Kunden nicht im Wartezimmer bei geöffnetem Fenster stauen. Hinzu kommt die Desinfektion, die ebenfalls immer ein paar Minuten mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Hoffen auf schnelle Abwicklung

Dass man nun nicht mehr vom Usinger Land nach Bad Homburg fahren muss, um ein Auto anzumelden, sorgt bei den Wartenden für Erleichterung. "Wenigstens kann man jetzt wieder hier her kommen", gibt sich ein Kunde versöhnlich, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Dass er aber früh buchen musste, findet er zwar auf der einen Seite ärgerlich, "denn so muss man sich unbedingt an den Termin halten." Auf der anderen Seite sieht er es auch positiv. "Ich erspare mir so hoffentlich das lange Warten." Von Tatjana Seibt

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