Nachgefragt bei Sven Carsters: Kontakte stärken

Im Nachgang zur Jahreshauptversammlung fragte TZ-Redakteur Harald Konopatzki beim neuen FDP-Vize Sven Carstens nach.

Im Nachgang zur Jahreshauptversammlung fragte TZ-Redakteur Harald Konopatzki beim neuen FDP-Vize Sven Carstens nach.

Wenn der Wind auf dem Taunuskamm für die FDP kein Thema ist: Was sind die Alternativen?

SVEN CARSTENS: Der Wind auf dem Taunuskamm ist immer noch ein Thema und zwar eines, das die Bürger im gesamten Taunus beschäftigt – in Neu-Anspach hat sich gezeigt, was die Bürger wollen, nämlich nicht das, was bereits vorher im Rathaus entschieden wurde. Als Alternative kommen zum Beispiel Solarthermie und Photovoltaik in Frage, hier gilt es Anreize zu schaffen, damit Neubauten aber auch bestehende Immobilien mit entsprechenden Anlagen ausgerüstet werden. Darüber hinaus gäbe es sicherlich auch Flächen für kleine Solarparks, für die kein Wald gerodet werden muss. Diese Anlagen haben außerdem den Vorteil, dass sie in der Regel eine wesentlich längere Nutzungsdauer als Windkraftanlagen haben. Bei professionell geplanten und gewarteten Photovoltaikanlagen geht man von 30 Jahren aus, bei Windkraftanlagen in der Regel von 20 Jahren.

Aber konkrete Vorstöße, etwa die Waldbewirtschaftung durch stärkeren Einschlag zu intensivieren, gab es seit der Abkehr vom Projekt Winterstein noch nicht. Wird sich das jetzt ändern?

CARSTENS: Der Waldwirtschaftsplan wird im Rahmen der Haushaltsberatungen im Umweltausschuss beraten. Hier ist nach meinem Kenntnisstand kein stärkerer Einschlag vorgesehen. Es gibt politische Gruppen, die gerne Alternativen durch neue Vorschriften erzwingen möchten, das ist mit uns jedoch nicht machbar. Sicher muss es Alternativen geben, aber keine darf beinhalten, dass es weitere Vorschriften für wen auch immer gibt. Hier gilt es, Alternativen zu erarbeiten, die für alle verträglich sind und nicht zu einer Spaltung der Bevölkerung führen, wie das in Neu-Anspach der Fall war.

Wie kann sich die FDP eine strategische Zusammenarbeit mit den FDP-Ortsverbänden in den von den Winterstein-Plänen betroffenen Kommunen vorstellen?

CARSTENS: Es bestehen bereits Kontakte zum FDP Ortsverband Rosbach und Bad Nauheim, sowie zur FDP-Kreistagsfraktion des Wetteraukreises. Diese sollen noch intensiviert werden. Auch wird es eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Bürgerinitiativen geben.

Wird die FDP Wehrheim auch mit den anderen Ortsverbänden im Hochtaunuskreis eine gemeinsame Position zum Thema Windkraft entwickeln und eine treibende Kraft werden?

CARSTENS: Es bestehen auch dort Kontakte, wobei der FDP Ortsverband Neu-Anspach zurzeit erst wieder aufgebaut werden muss. Eine gemeinsame Position zu dem Thema gab und gibt es ja bereits, da muss niemand die treibende Kraft sein, da alle gemeinsam ein Ziel verfolgen: Das Vermeiden von weithin sichtbaren Windkraftanlagen im Taunus, die nicht nur das Landschaftsbild erheblich (negativ) verändern, sondern auch Einfluss auf Mensch, Tier und Umwelt haben.

Die FDP steigt deutschlandweit laut Umfragen wieder in der Gunst der Wähler. Wie kann der Wehrheimer Ortsverband davon profitieren?

CARSTENS: Wenn die Bundes-FDP in der Gunst der Wähler steigt, dann liegt das auch an der guten Arbeit, die wir in den Ortsverbänden, insbesondere auch bei der Wehrheimer FDP, leisten. Das letzte Kommunalwahlergebnis spricht für sich und zeigt, dass es richtig ist, auch unbequeme Themen anzusprechen und sich nicht dem Einheits-Mainstream der CDU/SPD/Grünen anzupassen.

Und was steht noch auf der Wehrheimer FDP-Agenda?

CARSTENS: Ein neues brennendes Thema ist zum Beispiel die zu erwartende Erhöhung der Steuersätze für Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer, die negative Auswirkungen für alle Wehrheimer hätte. Das schließt nicht nur Eigentümer oder große Unternehmen ein, sondern es trifft vor allem auch die normalen Wohnungsmieter und kleine Gewerbetreibende.

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