Natur-Unterricht im Wald

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Um Kinder für die Natur zu interessieren, braucht es gar nicht viel. Ein wenig Neugier erzeugen und die natürlichen Abläufe kindgerecht verpacken, genügt schon. Förster Axel Dreetz kannte das Rezept.

Zu einem Waldkindertag hatte das evangelische Pfarramt Rod am Berg am Samstag eingeladen. Losgehen sollte es eigentlich vom Parkplatz zwischen Dorfweil und Brombach aus. Doch das unsichere Wetter machte dieser Planung erst mal ein Ende.

Plan B war der Treffpunkt am Martin-Niemöller-Haus, wo sich die Kinder ein Freundschaftsbändchen zur Begrüßung drehen durften. Jedes von ihnen heftete sich eine Klammer an den Pulli, auf der der Name stand. Auch die vielen Helfer wie Förster Axel Dreetz und seine gesamte Familie, Ehefrau Ulrike, Tochter Janina und Sohn Niklas sowie die Küsterin Anette Henrich, Katrin Reifenrath-Sailer, Michaela Löw und Michael Weigand hatten sich mit diesen Namensklammern ausgestattet.

Erst als jedes Kind ein Freundschaftsbändchen um den Arm gebunden hatte, ging es los in Richtung Wald, Förster Axel Dreetz immer voran. Dann blieb er stehen und ließ die Kinder den Wald anschauen. „Welcher Baum ist das denn?“, fragte er und zeigte auf einen der Bäume.

Tatsächlich wussten einige der jungen Teilnehmer, dass es sich um eine dicke Buche handelte. Wie alt die sei, beantwortete ein Junge mit „über 1000 Jahre“. Das sei zu viel, meinte der Förster. „Was meint ihr, ist der Baum älter als eure Oma?“, fragte er in die Runde. Ja, denn die Oma sei 65 Jahre alt, meinte ein Mädchen. Axel Dreetz gab die Antwort. Er schätzte den Baum auf rund 140 Jahre. Denn genau sagen könne man das erst, wenn man die Jahresringe nach dem Fällen zähle.

Und wie seien die kleinen Bäume, die da massenhaft herumstanden, in den Wald gekommen? Dreetz erklärte, dass sie aus den Bucheckern entstanden seien, die herunterfallen. „Wenn sie dann nicht von Tieren gefressen werden, wachsen sie zu kleinen Buchen heran“, berichtete der Förster den Kindern. Die erfuhren auch, dass diese jungen Bäumchen es sehr lange im Schatten aushalten und erst ans Licht geraten, wenn die großen Buchen irgendwann umfallen.

Es blieb nicht bei diesen einen Stopp im Wald auf dem Weg zur Jagdhütte. Die Kinder erfuhren noch viele interessante Dinge rings um den Wald und seine Bewohner. Doch es sollte nicht nur Wissen, sondern auch Spaß vermittelt werden. Und dafür brauchte es lediglich einiger lustiger Spiele, einem Lagerfeuer und darin gebackenes Stockbrot.

Für die jungen Teilnehmer wurde es ein spannender Tag im Wald, der ihnen so manche Fragen klären half. Förster Axel Dreetz wusste genau, wie er „seine jungen Waldgäste“ mit neuem Naturwissen „füttern“ konnte.

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