Wie immer haben sich die Schmittener Umweltpaten an der Müllsammelaktion rund um den Feldberg beteiligt. Weil das Müllaufkommen an manchen Stellen extrem hoch war, waren einige auch am Sonntag noch einmal unterwegs.
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Wie immer haben sich die Schmittener Umweltpaten an der Müllsammelaktion rund um den Feldberg beteiligt. Weil das Müllaufkommen an manchen Stellen extrem hoch war, waren einige auch am Sonntag noch einmal unterwegs.

Der Feldberg wird zur Müllkippe

Naturpark ruft zur Putzaktion auf

  • vonEvelyn Kreutz
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Viele engagierte Bürger füllen Müllsäcke mit dem Dreck der Besucher

Bevor Neuschnee auf dem Feldberggipfel und entlang der Wanderwege unglaubliche Mengen an Unrat wieder zudeckte, waren am Samstag fleißige Müllsammler unterwegs. Der Naturpark Taunus hatte zu einer großen Müllsammel-Aktion rund um den Feldberg aufgerufen. Freiwillige aus dem ganzen Hochtaunuskreis und darüber hinaus beteiligten sich daran. Nach der Schneeschmelze waren nicht nur Dinge zurückgeblieben wie Sonnenbrillen, Mützen, Handschuhe, die Tagestouristen verloren hatten. Noch viel mehr großer und kleiner Müll war unachtsam oder ganz bewusst einfach in die Landschaft geworfen worden.

Mitglieder der Bergwacht Feldberg hatten nach zwei Stunden rund ums Plateau trotz Kälte, Nebel und Nieselregen zwar eiskalte Hände, wollten aber noch eine weitere Runde drehen. Der Vize-technische Leiter und Ausbilder für die Sommerrettung, Ralph Trollius, sowie Julia Weerda von der Bereitschaft hatten zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Säcke mit Kleinteilen und eine demolierte Bierbank auf den Hänger von Außendienstmitarbeiter Markus Michna vom Naturpark gehievt.

Vom Feldberg bis hinunter nach Königstein, Schmitten, Glashütten und Oberursel waren neun Sammelstellen zur Müllabgabe eingerichtet.

Wanderer packen an

Vom Sandplacken in Richtung Feldberg war die dreiköpfige Familie Häberlein aus Bad Homburg-Gonzenheim im Einsatz. "Wir gehen regelmäßig hier oben wandern und haben immer kleine Müllbeutel dabei, die wir füllen und mit nach Hause nehmen. Es ist toll, dass wir den Müll heute hier abgeben können", so Vater Alexander Häberlein. Die Familie hatte drei große Müllsacke dabei. Doch in diese passte der Autoreifen, den sie ein Stück hinter dem Parkplatz gefunden hatten, nicht hinein. Sie rollten ihn zur Sammelstelle. Am Weg parallel zur Straße füllten sich die großen Müllsäcke schnell, aber die Häberleins wollten ihre Tour noch nicht beenden.

Zum Glück belud Müllsammler Dr. Joachim-Dietrich Reinking aus Bad Homburg nach seinem Rückweg vom Gipfel in Sichtweite der Familie gerade sein Auto. Er hatte sich vom Parkplatz an der Straße hoch zum Plateau gearbeitet und dort auch Reste eines nicht mehr tauglichen Schlittens, der mitten im Wald gelegen hat, abgegeben. Weil er noch leere Müllsäcke im Kofferraum hatte, durften die Häberleins ihre Müllfunde umfüllen und machten eifrig weiter. Ebenfalls unterwegs waren die Schmittener Umweltpaten, die vom Feldberg auf verschiedenen Wegen ins Tal so viel Beute machten, dass sie auch am Sonntag noch einmal ausschwärmten.

Zur Bilanz der Aktion sagte Carolin Pfaff, stellvertretende Leiterin des Naturpark Taunus: "Das Müllaufkommen hat deutlich zugenommen." Sie führt das auf den extremen Besucheransturm im Winter zurück. Und seit Corona suchten noch mehr Besucher Erholung in der Natur.

Gemeinsame Aktionen sind wichtig

Der Naturpark war mit sieben Mitarbeitern im Einsatz. Landrat und Vorsitzender des Naturpark Taunus, Ulrich Krebs (CDU), sammelte am Windeck mit. Er betonte, wie wichtig solche gemeinsamen Aktionen sind, um das Müllproblem in den Griff zu bekommen.

Die Gemeinde Schmitten und die Stadt Königstein haben den Naturpark bei der Abfuhr des Mülls unterstützt, so dass alle Sammelstellen besetzt waren. Vor allem am Parkplatz Tillmannsweg oberhalb von Königstein und am Roten Kreuz seien größere Mengen Müll abgegeben worden. Laut Pfaff gehörten zu den häufigsten Funden diverse Lebensmittel-Verpackungen von Bonbonpapieren über Folien von Riegeln bis zu To-Go-Bechern und kleinen Kartons, zudem viele Hygieneartikel und Mund-Nasen-Bedeckungen. Auffallend viele Flaschen lagen in den Straßengräben. Als außergewöhnliche Fundstücke nannte Pfaff einen Teppich und ein Brautkleid. Weil der Naturpark aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen an die Müllsammler keine Verpflegung ausgeben konnte, gab es eine Verlosung. 3 von 28 Teilnehmern, die Bilder vom Sammeln mailten, erhielten je einen Frühstücksgutschein für zwei Personen im Freizeitrestaurant "Das Waldtraut".

Der Naturpark wird zu weiteren Aktionen aufrufen. Pfaff freut sich aber über jeden, der sich beim Wandern verhält wie im eigenen Garten, erst gar keinen Müll hinterlässt oder auch mal den Müll anderer zur nächsten Tonne mitnimmt. Große Müllfunde sollte man dem Naturpark zur Abholung melden unter der Rufnummer (0 61 71) 97 90 70 oder per Mail unter info@naturpark-taunus.de.

Petra Häberlein (von rechts), ihr Mann Alexander und Sohn Richard (16 Jahre) aus Bad Homburg-Gonzenheim gehen regelmäßig am Feldberg spazieren und haben sich auch bei ungemütlichem Wetter nicht vom Müllsammeln abhalten lassen. Unterstützung gabe es auf dem Weg vom Sandplacken von Spürnase Ylvi.
Von der Bergwacht haben trotz Nebel und Nieselregen unter anderem der stellvertretende technische Leiter und Ausbilder Sommerrettung Ralph Trollius (links) sowie Julia Weerda von der Bereitschaft fleißig Müll am Feldberg gesammelt.

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