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Henriette van Helden (rechts) war beim Naturschutzeinsatz dabei, obwohl sie an dem Tag Geburtstag hatte.

Licht und Luft ins Biotop gebracht

Naturschützer dünnen Dickicht und Lichtungen aus

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Sonnige Terrassen für Echsen und Lichtungen für Fuchs und Reh: Der BUND hatte einen Arbeitseinsatz, nahm aber auf die Bewohner viel Rücksicht.

Was sind das für Steinhäufungen? Das könnte sich der eine oder andere fragen, der von der Jammerhecke hangabwärts nach Brombach Richtung Gewerbegebiet marschiert. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit sind sie im offenen Gelände unterhalb der K 743 deutlich zu erkennen. Hügelgräber? Die Größe hätten sie, langgestreckt wie übergroße Gräber sind sie auch, aber wo sind die Hügel? Umweltschützer wissen, was die Steinhaufen verbergen: Es sind Unterschlüpfe für Reptilien, die gerne die Wärme aufgeheizter Steine absorbieren.

Dort auf der Wiese, wo auch Pferde weiden, sind die Steinburgen sichtbar, aber es gibt sie auch im angrenzenden Dickicht. Dort sieht man sie allerdings nicht, und genau das war ein Grund, warum sich unter der Führung des BUND Schmitten Freiwillige trafen, um sie wieder freizustellen, denn im Schatten der Bäume und Hecken erfüllen sie ihren Zweck schon lange nicht mehr. Auch die Lichtungen, die einst zwischen dem Baum- und Heckenbestand vorhanden waren, sind zugewachsen und standen ebenfalls zur Ausdünnung an. Dabei war Vorsicht angebracht, und allzu tief wollten die Naturschützer nicht in das Dickicht vordringen: „Das ist ein Rückzugsgebiet für Tiere“, erklärte Anna Gladis von der BUND-Ortsgruppe angesichts der zahlreichen Trampelpfade und Schlupflöcher in dem Unterholz, die seine Bewohner angelegt hatten. Das Refugium für Wild und Vögel in der Größe etwa eines halben Fußballfeldes wurde vor 20 Jahren als Ausgleichsmaßnahme für das Gewerbegebiet angelegt, erklärte Antonio Martins vom Umweltamt der Gemeinde. Man sei im Rathaus froh, dass sich die Naturschützer des BUND der Pflege angenommen hätten, sagte er weiter.

Zu den damaligen Anpflanzungen gehören auch Obstbäume, deren Stämme inzwischen doppelt und dreifach so dick sind wie die Pfosten, die damals den dünnen Stämmchen Halt gegeben hatten und deren Draht sich teilweise in die Rinde der Bäume „eingefressen“ hatte. Auch da wartete Arbeit auf die Freiwilligen.

Viele Jahrzehnte länger stehen mitten im Gebüsch zwei alte Eichen. Knorzige Äste breiten sich in alle Richtungen aus und haben mit ihren Laubkronen verhindert, dass ihnen die Brombeeren allzu nahe kommen. Auch sie sind – und bleiben auch – weitgehend sich selbst überlassen. Totholz liegt herum, wie ein verwunschener Ort.

Zurück zum Arbeitseinsatz: Mit Gladis rückten am Morgen die Vorständler Hermann Schlanke, Martin Degen, Gabi Kurze und andere, zusammen etwa ein Dutzend Freiwillige, mit Astscheren, Gabeln, Harken und Baumsägen an. Ein Versorgungstisch mit Kaffee und frisch gebackenem Kuchen wurde eingerichtet und zunächst auf ein Geburtstagskind angestoßen: Zu den Umweltschützern zählt Henriette van Helden, die sich selbst an ihrem Geburtstag nicht zu schade war, Arbeitskleidung anzulegen und mit anzupacken. Vom oberen Rand her wurde die Vegetation ausgelichtet. Weitere Abschnitte sollen in den nächsten Jahren folgen, alles mit Maß und Ziel, denn schließlich wollen sie keine Störenfriede sein und sich bei Fuchs und Reh unbeliebt machen.

Beliebt bei den Umweltschützern machte sich Iris Sachs, die den Arbeitern zur Mittagszeit eine Kartoffelsuppe servierte.

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