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Marvin (rechts) und Patrick hatten auch noch Zeit für ein Lächeln.

Feuerwehr

Neu-Anspach: Jugendfeuerwehren üben den Ernstfall

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Viel Tatütata vom Steinchen bis zur Brandholz-Deponie. Die Jugendlichen der Ortsteilwehren waren für einen Tag Berufsfeuerwehrleute. Eine echte Herausforderung . . .

Ganz schön geschafft sahen die 30 Jugendlichen unter ihren orangefarbenen Helmen aus, als sie zum Abschluss ihrer Großübung gegen 17 Uhr auf dem Hof der Deponie Brandholz antraten. Rund sechs Stunden einschließlich Mittagspause hatten sie da schon in den Knochen, und noch gab es einiges zu tun. Schläuche zusammenrollen beispielsweise, Spritzen und Verteiler einpacken auch.

All dies taten sie zwar zum letzten Mal an diesem Tag, aber nicht zum ersten Mal. Sie mussten löschen, Schlauchleitungen legen, Hydranten anzapfen und Einsätze fahren. Das Übungsszenario war ein Abbild der täglichen Arbeit eines Feuerwehrmannes.

Schon die ersten Einsätze hatten es bereits in sich: Die Hasenbergschule brannte. Und der Brand war kaum gelöscht, da hieß es auch schon wieder „Baum über der Fahrbahn“. Vom Gerätehaus der Feuerwehr Hausen-Arnsbach rückten die jugendlichen Einsatzkräfte jeweils mit Blaulicht und Tatütata aus. Natürlich handelte es sich nicht um eine vielbefahrene Kreis- oder sogar Bundesstraße, sondern es wurde ein Feldweg gewählt. Aber sonst waren die Bedingungen weitgehend realistisch, und das waren sie auch beim Waldbrand, zu dem die Nachwuchsbrandbekämpfer kurz nach Mittagessen „gerufen“ wurden. Auch da schlugen ihnen keine echten Flammen entgegen, aber der Wald zwischen der Reithalle und dem Wanderheim am Steinchen bekam reichlich echtes Wasser ab. Am Wanderheim war die Lage kritisch, weil das Feuer dort den Gastank bedrohte, in der Reithalle waren Tiere in Gefahr.

An der Großübung, dem sogenannten Berufsfeuerwehrtag, nahmen alle Stadtteilwehren teil, neben Hausen-Arnsbach auch Rod am Berg und Anspach. Geführt wurden sie dabei von den Jugendwarten Sascha Döring, Florian Weißbrot und Lisa Schubert.

Stadtjugendfeuerwehrwart Kay Schladenhaufen hatte die Gesamtleitung und die Übung mit seinen Jugendwarten vorher ausgearbeitet. Sie gipfelte im Einsatz an der Deponie mit dem passenden Namen Brandholz.

Nicht nur der Stadtjugendwart hatte ein wachsames Auge auf alle Abläufe, auch Stadtbrandinspektor Alfred Hübner und sein Stellvertreter Markus Buhlmann beobachteten die Übung genau. Und sie waren zufrieden: „Für eine Jugendwehr klappte das alles schon hervorragend“, so ihr Kommentar zu der komplexen Situation in einer großen Werkshalle und auf dem Deponiegelände. Eine Person war eingeschlossen und musste gesucht werden. Das Problem brachte Stadtverordnete Regina Schirner (Grüne) auf den Punkt: „Man sieht die Hand vor Augen nicht.“ Sie sah sich ebenso wie Fraktionskollegin Cornelia Scheer und Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) die Übung an und wollte hautnah dran sein. Der Bergungstrupp der Jugendfeuerwehr fand den Dummy in der eingenebelten Halle und rette ihn ebenso sicher wie ein weiterer Trupp einen Verletzten aus einem Unfallauto. Gleichzeitig gingen Löschtrupps von zwei Seiten gegen den Brand vor.

Hautnah dran war auch Till Kirberg, der nicht in seiner Funktion als b-now-Politiker, sondern als Mitglied der Einsatzabteilung der Feuerwehr da war. Denn ohne die Unterstützung der Aktiven kamen die Jugendwarte auch nicht aus. Die Stadtbrandinspektoren wünschen sich übrigens mehr Nachwuchs, ob Jungen oder Mädchen. Neben dem guten Gefühl, stärkt das Feuerwehrhandwerk die Persönlichkeit, das Sozialverhalten, das Verantwortungsbewusstsein und macht obendrein auch noch Spaß, auch dafür sorgen die Jugendwarte.

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