Kreispolitiker und Vertreter des VHT sowie die beteiligten Baufirmen ließen zum symbolischen Spatenstich den Sand fliegen. Damit war Baustart für das neue elektronische Stellwerk.
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Kreispolitiker und Vertreter des VHT sowie die beteiligten Baufirmen ließen zum symbolischen Spatenstich den Sand fliegen. Damit war Baustart für das neue elektronische Stellwerk.

Spatenstich in Usingen fürs neue Stellwerk

Neue Technik macht Taunusbahn sicherer

  • vonAndreas Burger
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20 Millionen Euro werden in einem Jahr verbaut - Streckenarbeiten an Wochenenden und in Ferien

Großer Bahnhof am Bahnhof - sprichwörtlich genommen. Denn mit dem Spatenstich fürs neue Stellwerk haben gestern am Usinger Bahnhof umfangreiche Bauarbeiten begonnen, die in den kommenden Monaten zu Einschränkungen des Bahnverkehrs führen werden. Die aber, so Landrat Ulrich Krebs (CDU), sollen möglichst an Wochenenden und in den Ferien zu Änderungen des geregelten Ablaufs führen, ausfallende Züge ersetzen dann Busse.

Was politisch Rang und Namen hat, tummelte sich gestern in Usingen. Neben dem Landrat waren auch die beiden Kreisbeigeordneten Katrin Hechler (SPD) und Thorsten Schorr, Usingens Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Liese, Bürgermeister Steffen Wernard, Erster Stadtrat Dieter Fritz, Landtagsabgeordneter Holger Bellino (alle CDU), VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld, die beiden VHT-Vorstandsmitglieder Roland Seel (Bürgermeister Grävenwiesbach) und Bad Homburgs Bürgermeister Meinhard Matern (beide CDU) dabei. Die Vertreter der "Arbeitsgemeinschaft Taunusbahn" waren mit dem Firmen-Vertreter Jochen Dietz als Standortleiter Gleisinfrastrukturbau Langenselbold (Baufirma Leonhard Weiss) und der Firma Scheidt und Bachmann dabei.

80 Kilometer Kupferkabel

Das ganze Projekt kostet rund 20 Millionen Euro, neben dem neuen Stellwerk mit Sicherheitstechnik sollen entlang der Strecke die entsprechenden Komponenten ausgetauscht werden. Rund 80 Kilometer Kupferkabel kommen in den Boden, 32 Kilometer Glasfaserkabel müssen verlegt werden. Neu sind die Weichenheizungen, damit der Betrieb auch in der kalten Jahreszeit garantiert ist. Gesteuert werden alle Weichen und Signale von dem Betriebsgebäude des VHT in Usingen. Geplant sind auch 90 neue Signale, über 100 Achszähler und 43 Weichenantriebe. Modernste LED-Technik sowie Zugbeeinflussungssysteme sind weitere Grundlagen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb.

Los geht die Baumaßnahme in Grävenwiesbach und arbeitet sich in Etappen bis Friedrichsdorf vor. So werden Zug um Zug alle Bahnhöfe an der Strecke mit den neuen Stellwerkstechnik ausgerüstet.

Landrat Ulrich Krebs (CDU) wies auf den hohen Stellenwert des Projektes hin. "Die letzte Erneuerung der Technik war vor rund 30 Jahren. Zusammen mit dem Ausbau der Taunusbahn sichern wir, dass auch ländliche Gebiete nicht von der Mainmetropole abgehängt werden." Diese "Erfolgsgeschichte" garantiere nicht nur den Bürgern eine gute Verbindung, sondern sei ebenso für Schulen und den Handel wichtig. Er wies auch auf den bereits vorgenommenen Austausch der Gleise hin.

Steffen Wernard dankte im Namen aller Anrainer-Kommunen dem VHT und Kreis, dass die Strecke weiter ausgebaut und unterstützt werde. Mit Blick auf den anwesenden Landtagsabgeordneten Bellino ließ er schmunzelnd anklingen, dass er sich über dessen Anwesenheit freue - denn für die Planung eine Brücke zum Gewerbegebiet sei eine Förderung durch das Land gewünscht. Auch wenn es einige kritische Stimmen gebe sei dieses Projekt zukunftsweisend für die Bürger und das Gewerbe im Usinger Land. Die beiden Firmen Leonhard Weiss sowie Scheidt und Bachmann bilden die Arbeitsgemeinschaft Taunusbahn und sind für den Ausbau der Technik gemeinsam verantwortlich. Auch Jochen Dietz unterstrich den Stellenwert dieser Regionalbahn.

Ein Jahr wird gebaut

So wachse die Region enger zusammen, die Erschließung der ländlichen Regionen verhindere deren Abhängen von Metropolen.

Die Baumaßnahme wird etwa ein Jahr dauern. Da sie überwiegend an Wochenenden und Ferien stattfindet, will der VHT so ein größere Beeinträchtigung der Pendler verhindern. Jeweils von Freitagabend (22 Uhr) bis Montagmorgen (4 Uhr) ersetzt der VHT die Bahn durch Busse. Die genauen Informationen zu den jeweiligen Bauabschnitten und dazu nötigen Sperrungen veröffentlicht der Verkehrsverband unter www.hlb-online.de oder www.rmv.de.

Das neue Stellwerk erhöht nicht nur die Leistungsfähigkeit der Bahn, sondern ist auch Grundlage für den Ausbau der Strecke als S-Bahn. Die neue Technik soll die Signale und Weichen entlang der Strecke auf den neusten Stand bringen, die in Betontrassen verschwinden. Die Baustellen werden übrigens vor Beginn der Arbeiten auf Kampfmittel untersucht. Andreas Burger

Alles was in der Politik und beim VHT Rang und Namen hat, war beim Spatenstich hinter dem Usinger Bahnhof dabei.

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