Konstantin Farnung

Mit neun Jahren ganz oben

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Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ hat der neunjährige Cellist Konstantin Farnung aus Arnoldshain in der Kategorie Klavier-Kammermusik den ersten Platz gewonnen. Für den Landeswettbewerb ist der Nachwuchsmusiker noch zu jung.

Für den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ im Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main hatte Konstantin Farnung sich seit den Sommerferien vorbereitet. Was seine großen Schwestern Theresa und Anna-Maria können, das wollte der begabte Nachwuchsmusiker auch schaffen. Die Mädchen hatten im Ensemble vor drei Jahren sogar den Landeswettbewerb gewonnen.

In diesem Jahr hatte Konstantin die Unterstützung der Familie, allen voran von seinem Vater Torsten Farnung. Der begleitete seinen Sohn nämlich beim Cellospiel am Klavier und spornte ihn immer wieder an. Klar sind jetzt alle stolz auf den Jüngsten, der sich in seiner Altersgruppe gegen drei weitere Cellisten durchsetzte, und zwar mit 24 von 25 erreichbaren Punkten und deutlichem Abstand zu den Mitbewerbern. „Sogar die Jury hatte richtig Spaß als Konstatin spielte“, erzählte sein Vater.

Vor allem sei seinem Filius, der Stücke aus verschiedenen Epochen bewältigen musste, der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Stilrichtungen gut gelungen. Er habe sich genug Zeit genommen, um sich das jeweilige Stück vorzustellen und das richtige Tempo zu finden.

Mit einem Kontretanz von Beethoven, „Chanson Villageoise“ von Arnold Trowell und einer von Pam Wedgwood arrangierten Celloversion „Rock a Bug Baby“ überzeugte er die Preisrichter. Vor allem, dass er nach zwei Klassikern mit dem rockig-jazzigen Stück mit kühlen Synkopen und flippigen Riffs so gut zurecht kam und dynamisch aber nie übermütig spielte, müsse den Juroren imponiert haben, meinte der Vater. Er kann wohl am besten beurteilen, dass Konstantin an diesem Tag besonders gut drauf war.

Als Musiklehrer weiß Torsten Farnung, wie schwer es vor allem am Anfang ist, akribisch etwas einzustudieren. „Lagenwechsel, Intonation – da kamen auch schon mal die Tränen“, erinnerte er sich. Aber als die drei Stücke, die Konstantin sich auf Anraten seiner Cellolehrerin Sophie Stöckle vorgenommen hatte, langsam Form annahmen, stieg bei dem Jungen zunehmend die Spielfreude. Seit den Herbstferien hat er jeden Tag mindestens eine Stunde geübt. Um richtig gut zu werden, hat er extra Cellostunden genommen, dazu kam dann das Zusammenspiel mit seinem Vater, das ja auch noch geübt werden musste. Seine Eltern haben aber immer auch darauf geachtet, dass Konstantin trotz der Vorbereitungen für den Musikwettbewerb das Fußballtraining in der E-Jugend in Neu-Anspach nicht vernachlässigt.

Dass Konstantin unter Wettbewerbsbedingungen besonders aufgeregt sein würde, sei zu erwarten gewesen. Deshalb haben seine Eltern vorher etliche Konzerte vor Publikum organisiert und ihn zu einem Workshop bei der Landesmusikakademie Hessen in Schlitz angemeldet. „Lampenfieber? Naja nicht wirklich, ich habe ja viel geübt und wusste, dass ich es kann – ich habe dann einfach losgelegt“, erzählte Konstantin im Interview und betonte: „Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht.“ Trotzdem freue er sich jetzt auch, dass er wieder mehr Zeit habe um sich mit Freunden zu verabreden.

Nach dem Wettbewerb hat er eine Woche „übe-frei“, und dann legt er wieder los mit dem Cellounterricht, denn er hat konkrete Pläne: Mit elf Jahren darf man im Jugendsinfonieorchester Hochtaunus mitspielen, aber dafür muss man die Aufnahmeprüfung schaffen. Auch hier hat sich Konstantin vorgenommen: „Was meine großen Schwestern können, das packe ich auch.“ Übrigens werden alle drei Nachwuchsmusiker aus dem Hause Farnung in diesem Jahr auf jeden Fall noch in Schmitten zu hören sein. Torsten Farnung setzt sein Preisgeld von der Bürgerstiftung ein um jungen Musikern aus der Gemeinde Auftrittsmöglichkeiten zu geben und veranstaltet mit ihnen in jedem Ortsteil ein Aperitifkonzert. Dass Konstantin, Theresa und Anna-Maria dabei sein werden ist abgemacht, einen Vorgeschmack haben sie im Januar beim Neujahrsempfang der Bürgerstiftung gegeben.

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