Niemand will sich engagieren

Was macht eine Schule ohne einen Förderverein? Die Konrad-Lorenz-Schule wird sich demnächst mit dieser Frage konfrontiert sehen, denn Nachfolger für den Vorstand konnten am Donnerstag nicht gefunden werden.

Von Tatjana Seibt

Der Förderverein der Konrad-Lorenz-Schule steht vor dem Aus. Sollten sich in der bevorstehenden außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20. März nicht noch zwei Personen finden, die zumindest die beiden Ämter des geschäftsführenden Vorstands übernehmen, wird der Verein aufgelöst. Zu diesem Ergebnis kam das Gremium am Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung. Dabei blieb der Vorstand weitgehend unter sich, mit Ausnahme von einigen Lehrern und der Schulleitung.

Dass der Vorstand in diesem Jahr aufhören möchte, hatte er bereits ein Jahr zuvor in der Mitgliederversammlung bekannt gegeben. Doch trotz Elternabenden, Informationstagen und einem offenen Brief an die Eltern, dass sich Nachfolger finden müssen, um den Verein am Leben zu erhalten, hatte sich vor der Versammlung niemand bereit erklärt, den Vorsitz oder das Amt des Kassierers übernehmen zu wollen. Lediglich von Interessenten für den Schriftführerposten berichtete die Vorsitzende Petra Nix, doch auch diese waren zur Jahreshauptversammlung nicht gekommen. Die Arbeit des Vereins, speziell des Vorstands, hatte im vergangenen Jahr weitgehend geruht, vor allem, da die Vorstandsmitglieder beruflich stärker eingespannt sind. Lediglich die Suche habe das Team beschäftigt, allerdings ohne Ergebnis.

„So wollten wir unsere fünf Jahre nicht zu Ende bringen“, bedauerte Petra Nix. Gemeinsam mit Kassiererin Monika Schmidt bildet sie den geschäftsführenden Vorstand. Zum erweiterten Team gehören Saskia Nix als kommissarische Schriftführerin, Harald Nix, Volker Weisel und Fred Neumann. Mit Ausnahme von Fred Neumanns Nachwuchs werden die Kinder des übrigen Vorstands die Schule im Juli verlassen. „Und wir wünschen uns einen sauberen Abschluss“, so Nix.

Selbstverständlich sei es schöner, sein Amt an jemanden zu übergeben, „anstatt alles nur in eine Kiste zu packen“. Wie groß das Desinteresse an dem Verein ist, zeigen die Mitgliederzahlen: Ende 2014 waren es 78 Mitglieder, jetzt liegen 33 Kündigungen vor. Nun seien die neuen Schüler und Eltern gefragt, bis dato gab es aber auf den Elternabenden keine Resonanz.

Sowohl Schulleiterin Lorraine Schmidt als auch ihr Stellvertreter Peter Althenn haben zwar ein großes Interesse an der Weiterführung des Fördervereins, der mit seiner finanziellen Unterstützung schon so manches Projekt auf den Weg brachte, doch ein Amt zu bekleiden, sehen sie als Aufgabe der Eltern an. Althenn plädierte dafür, den Verein nicht gleich sterben zu lassen. Bevor ein Verein endgültig aufgelöst werde, müsse der alte Vorstand noch viel Arbeit und Zeit investieren. Eine letzte Chance haben die Eltern am Dienstag, 24. März, um 20 Uhr. Zuvor wollen auch die Lehrer zum Elternsprechtag für den Fortbestand des Vereins werben und Interessenten ansprechen. Sollte sich aber am 24. März niemand finden, wird die Versammlung wohl die Auflösung beschließen und das restliche Geld in der Kasse an die Stadt zur weiteren Verwendung geben. Das zumindest sieht die Satzung vor.

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