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Der Reifenberger Nikolaus hat für alle genug Geschenke mitgebracht.

Der Nikolaus ist ein echter „Stromer“

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Weihnachtsmarkt ohne den Nikolaus, das geht gar nicht. In Niederreifenberg gab es schon im vergangenen Jahr einen Personalwechsel. Der Neue hat inzwischen die Probezeit überstanden und sich ein eigenes Gewand und einen Bart gekauft, der nicht mehr rutscht. Nicht mehr losgelassen hat Michaela Breuer ihren Michael, den sie vor zwei Jahren beim Weihnachtstreiben kennengelernt und jetzt geheiratet hat.

Seit 25 Jahren warten die Kinder auf dem Niederreifenberger Weihnachtsmarkt sehnsüchtig auf den Mann im roten Gewand mit dem langen weißen Bart, der Päckchen mit Süßigkeiten verteilt. Auch beim Jubiläumsmarkt wurden sie nicht enttäuscht. „Wann kommt denn der Nikolaus“, fragten die ersten Kleinen schon mittags auf dem Hof der Firma Adam Herr. Uns verriet Walter Liewald von der organisierenden Feuerwehr, dass der Kamerad noch zu tun habe. „Außerdem kann er sich besser auf den Markt schleichen, wenn es richtig dunkel ist.“ Und dann kam der stattliche Kerl angestiefelt, und die meisten Kinder stürmten wie auf Kommando gleich auf ihn zu. Manche hielten jedoch erst einmal respektvollen Abstand, bleiben an der Hand von Mama und Papa oder Oma und Opa.

Ein Gedicht für den Nikolaus hatten einige Mädchen und Jungen auch gelernt. Die Kleinsten standen oft nur da, nahmen mit strahlenden Augen die Tüte mit Süßigkeiten entgegen oder schickten die Eltern vor. Mit etwas Glück bekamen die auch noch ein Geschenk ab. So wie Verena Deusinger, die ihrem Sprössling Jonas auf dem Arm die Angst nahm und sagte: „Der Nikolaus ist ein guter Mann.“

Vor allem ist er ein Reifenberger. Nach dem erfolgreichen Probelauf im Vorjahr hat er jetzt eine Festanstellung bekommen. Weil nicht nur die eigenen Kinder ihn längst erkannt haben, soll seine Identität preisgegeben werden. Feuerwehrmann Sven Knippler ist der Reifenberger Nikolaus.

Wie kommt man eigentlich zu diesem Job? Peter Dorn, der viele Jahre lang diese Aufgabe übernommen hat, ist nach einem Arbeitsplatzwechsel quasi als Nikolaus in Rente gegangen. Ein Nachfolger musste her. „Im vergangenen Jahr wurde ich praktisch dazu verdonnert und habe es einfach ausprobiert“, erzählte der 37-Jährige Knippler. Eine Eignungsprüfung habe er nicht ablegen müssen, verriet der Starkstromelektriker schmunzelnd.

Als Auszubildender in Sachen Nikolaus habe er im ersten Jahr ein geliehenes Kostüm gehabt. „Aber das hat nicht so richtig gepasst und der Bart ist auch immer verrutscht, deshalb und an meinen Schuhen hat mein Sohn Marco mich auch gleich erkannt“, berichtete Knippler. Seinen Neffen und Nichten und den Nachbarkindern kam auch in diesem Jahr die Brille vom Nikolaus irgendwie bekannt vor. Inzwischen hat Knippler sich ein eigenes Kostüm gegönnt. Das hört sich so an, als ob die Reifenberger sich auch in den nächsten Jahren auf ihn als Nikolaus verlassen können. „Ich versuche mir die Termine freizuhalten“, kündigte er an. Doch am großen Schmittener Weihnachtsmarkt in Oberreifenberg klappt es bei Knippler in diesem Jahr auch nur am Sonntag.

Damit für diesen zweiten Einsatz in diesem Jahr der weiße Bart nicht voll gekleckert ist, kam Knippler nach seiner Runde in Niederreifenberg in „Räuberzivil“ zum Markt zurück und stärkte sich mit einer Bratwurst. Denn für die Feuerwehr schob der gute Mann auch noch Dienst in der Spätschicht.

An allen zwölf Ständen war nämlich viel und lange Betrieb. Da deckten sich einige mit selbstgemachten Geschenken ein, vor allem war der Weihnachtsmarkt mit seinem Angebot an Essen und Trinken ein beliebter Treffpunkt. Und der kann auch zum Heiratsmarkt werden. Vor zwei Jahren haben sich Michael und Michaela Breuer beim weihnachtlichen Treiben in Niederreifenberg kennengelernt. Am Dienstag haben sie geheiratet, und jetzt stießen sie mit ihren Trauzeugen Carmen Nickmann und Ute Trutschel von Chorona Reifenberg mit einem Glühwein auf das junge Glück an. Dazu haben die Breuers jeder noch drei Kinder mit in die Ehe gebracht.

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