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Wer noch die alte Fahrerlaubnis besitzt, sollte eine Sicherheitskopie machen

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Von: Matthias Pieren

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Die alten Führerscheine sind nicht nur persönliche Zeitdokumente. Wer sie verliert, kann Probleme bei der Ausstellung eines neuen bekommen.
Die alten Führerscheine sind nicht nur persönliche Zeitdokumente. Wer sie verliert, kann Probleme bei der Ausstellung eines neuen bekommen. © Pieren

Während die Fahrerlaubnis theoretisch unbegrenzt gültig ist, gilt für das eigentliche Dokument ein Verfallsdatum. Die alten, grauen und rosa Führerscheine laufen einheitlich am 19. Januar 2033 ab. Wer sie aber vorher verliert, kann eine Odyssee erleben. Es sei denn, man sorgt vor.

Weißt Du noch? Wie war das bei Dir damals? Mit diesen oder ähnlichen Fragen werden oft gemütliche Runden eingeläutet, bei der jeder alte Anekdoten zum Besten geben kann und viel gelacht wird.

Schnell ist ein Anknüpfungspunkt gefunden, zu dem jeder verbindende Erlebnisse aus seiner eigenen Vergangenheit herauskramen kann. Das ist auch in unserer Redaktion nicht anders. Die eigene Führerscheinprüfung ist so ein Thema, das die spannende Zeit des Erwachsenwerdens wieder lebendig werden lässt.

Und natürlich zückt irgendjemand seinen „grauen Lappen“ – die längst ranzig gewordene und abgegriffene Fahrerlaubnis aus den 1970er oder 1980er Jahren. Die größte Aufmerksamkeit weckt das Dokument aber nicht wegen des ominösen Einschlags aus einem Synthesefaser-Papier namens Neobond, bestehend aus Baumwolle und Kunststoff. Nein, es ist das Passfoto aus der Jugendzeit der eigenen Geschichte, das für Staunen und Erheiterung sorgt.

Unbestechlich und ungnädig dokumentiert es die faltenfreie, frische Haut des damaligen Teens – im Gegensatz zu dem Gesicht, das sich heute im Spiegel zeigt.

Daten fehlen

Und dann erzählt der Kollege die Geschichte von seinem Bruder, dem das Portemonnaie samt Führerschein geklaut wurde – Ausstelldatum 1982. Und die damit ausgelöste Odyssee lässt hellhörig werden: Durch den Verlust hatte er auch keinerlei Angaben zum Ausstellungsdatum oder zur Nummer der Fahrerlaubnis.

Die aber fragte die zuständige Führerscheinstelle im jetzigen Landkreis in Nordrhein-Westfalen für die Wiederbeschaffung an. „Ohne können wir keinen neuen Führerschein ausstellen“, so die Aufforderung. „Da könnte ja jeder kommen und sagen, man habe einen Führerschein.“

Das Problem: Das Landratsamt seiner damaligen Heimat, das ihm im zarten Alter von 18 Lenzen den Führerschein ausgestellt hatte, fand ohne die Listennummer und Ausstellungsdatum keine Unterlagen mehr. Wie aber verhält man sich bei Diebstahl oder Verlust des (ur-)alten Führerscheins? Was rät der Hochtaunuskreis?

„Die Daten von alten, also grauen oder auch rosafarbenen Führerscheinen sind in der Regel nur bei der örtlich zuständigen Fahrerlaubnisbehörde vorhanden“, teilt dazu Kreis-Sprecherin Andrea Herzig mit. „Im Zentralregister sind nur Kartenführerscheine gespeichert.“

Kopie als Sicherheit

Eine Kopie sei immer sinnvoll, falls der äußerst unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die Daten im örtlichen Register tatsächlich einmal „verloren gegangen“ sind. Meist liege aber nur eine Namensabweichung oder ein Schreibfehler vor. „Wer aber zum Beispiel zum Zeitpunkt der Führerscheinprüfung in Bad Homburg gewohnt hat und in Frankfurt die Prüfungsfahrt hatte, meint oft irrtümlich, die Daten müssten in Frankfurt archiviert sein“, erklärt Herzig weiter. „Tatsächlich liegen sie aber immer am Wohnort oder in der für den Wohnort zuständigen Fahrerlaubnisbehörde.“

Im schlimmsten Falle kann man anhand des Jahres, in dem die Prüfung stattfand – und daran kann man sich in der Regel meist erinnern –, Nachforschungen bei der Prüfstelle (TÜV) oder der Fahrschule (sofern es die noch gibt) anstellen. „Man kann die Daten auch an die aktuell zuständige Fahrerlaubnisbehörde senden lassen, ohne dass man sie gleich benötigt“, rät die Sprecherin. „Dann sind sie an zwei Stellen gespeichert.“

Nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Michael Greulich ist jeder Autofahrer verpflichtet, seinen Führerschein mit sich zu führen. „Wer seine Fahrerlaubnis bei einer Kontrolle nicht nachweisen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss eine Strafe entrichten“, so der Kriminalhauptkommissar aus Bad Homburg.

Die Beamten können zwar bei der Verkehrskontrolle in ihren Datensystemen nachprüfen, ob eine Fahrerlaubnis besteht. Doch anders als bei Personenkontrollen und fehlendem Personalausweis (diesen muss man nicht dabeihaben) sei für Autofahrer das Mitführen des Führerscheins Pflicht.

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