Polizei sucht Zeugen

Oberreifenberger Restaurant mit Hakenkreuzen beschmiert

Das leerstehende Restaurant „Haus Siegfried“ ist in der Nacht zu Donnerstag mit rechtsextremen Symbolen und Zeichen beschmiert worden. Schwarze Hakenkreuze auf orangefarbener Fassade, die Eingangstür und Fenster mit grüner Farbe besprüht. Ein schreckliches Bild hat sich den Oberreifenbergern da gestern geboten.

Unbekannte haben die Fassade des ehemaligen Restaurants „Haus Siegfried“ in der Siegfriedstraße in Oberreifenberg Nacht zum Donnerstag mit rechtsextremen Parolen wie „Deutschland den Deutschen“ und Symbolen wie Hakenkreuzen und „SA“ und „SS“ beschmiert.

In der Pressemitteilung der Polizei steht das so explizit nicht, darin heißt es lediglich: „Aufgrund der Schriftzeichen ist von einer politischen Motivation auszugehen“. Die Kripo ermittelt und ist dabei auf Zeugen und Hinweisgeber angewiesen, die sich unter der Rufnummer (0 61 72) 12 00 melden können.

In Deutschland ist das Zeigen zahlreicher Kennzeichen aus der NS-Zeit und von nach 1945 verbotenen rechtsextremen Vereinigungen per Gesetz strafbar.

Der oder die Täter hatten sich unbefugt Zutritt auf das Grundstück verschafft und die Hauswand des Gebäudes mit Farbe beschmiert. Die Höhe des Sachschadens an dem leerstehenden Haus betrage mehrere Hundert Euro, so die Polizei.

Der Oberreifenberger Adrian Griegal hat die Polizei am Donnerstag gegen 8.20 Uhr über den Vandalismus informiert, wie er der TZ bestätigte. Er selbst zeigte sich gestern ziemlich entsetzt von den rechten Schmierereien auf Hausfassade, Fenster und Tür. „Ich bin Amerikaner, der aber seit 15 Jahre in Gemeinde Schmitten wohnt. Ich sehe so etwas zum aller ersten Mal hier und bin selbstverständlich entsetzt“, so Griegal.

Er habe seine Tochter in die Schule gebracht und auf dem Rückweg dann plötzlich die Hakenkreuze entdeckt. Nicht nur die Polizei habe er alarmiert, auch den Mitgliedern der geschlossenen Facebook-Gruppe „Dorftratsch Reifenberg“. „So etwas ist nicht Oberreifenberg, und wir werden es nicht dulden“, sagt Griegal.

Die Deutschkenntnisse des oder der Täter scheinen eher schlecht zu sein, „Gott wird ech Richte“ steht etwa auf der Hausfassade, was vermutlich „Gott wird Euch richten“ heißen sollte.

Nichtsdestotrotz scheint sich der oder die Täter zumindest rudimentär mit rechtextremistischer Symbolik und Zeichensprache auseinandergesetzt zu haben. Neben mehreren Hakenkreuzen ist etwa ein HH für „Heil Hitler“ aufgesprüht worden sowie die in der Szene bekannten Zahlen „88“ und „18“. Die 88 steht ebenfalls für „Heil Hitler“, das Alphabet rückwärts abgezählt steht sie auch für „SS“, wird auf der Internetseite „netz-gegen-nazis“ erklärt. Die Zahl 18 wiederum stehe für „Adolf Hitler“, die Anfangsbuchstaben der Begriffe sind durch ihren Stellenwert im Alphabet eingetauscht worden, also der erste (A) und der achte (H) Buchstabe im Alphabet. Unter die 18 haben der oder die Täter die Worte „unser Führer“ geschrieben.

Eines der aufgesprühten Symbole erinnert an einen gelben Davidstern, der in der NS-Propaganda „Judenstern“ genannt wurde.

Auch das Wort „Germania“ steht auf der Fassade, Symbole mit germanisch/heidnischem Bezug sind nicht untypisch. „Der Fundus des Germanentums wird benutzt wie ein Supermarkt, in dem Helden und Mythen wahllos aneinandergereiht und interpretiert werden“, heißt es auf „dasversteckspiel.de“ der Agentur für soziale Perspektiven (asp). nni

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