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Freuten sich über die Wiederwahl und Auszeichnung: Andreas Lang, Holger Solz und Michael Grau (von links).

Grau und Lang im Amt bestätigt

Oberste Leitung neu gewählt: Klares Signal an Stadtbrandinspektoren

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Die Feuerwehren aus Usingen haben ihre oberste Leitung neu gewählt. Oder vielmehr im Amt bestätigt, denn Michael Grau und Andreas Lang bleiben für weitere fünf Jahre im Amt.

Viele Hände schüttelten Stadtbrandinspektor Michael Grau und sein Stellvertreter Andreas Lang am Freitagabend in der Jahreshauptversammlung der Gesamtwehren der Stadt Usingen. Ob nun aus Gründen des Glückwunsches oder ob sich dahinter vielleicht auch ein kleines bisschen Mitleid verbarg, spielte keine Rolle.

Denn die rund 100 Feuerwehrkameraden aus ganz Usingen wählten Stadtbrandinspektor Grau und seinen Stellvertreter Lang für weitere fünf Jahre in ihr Amt. Beeindruckend war das Ergebnis der Wahl, denn bei lediglich drei Enthaltungen und ohne Gegenstimme gab’s ein klares Zufriedenheitssignal, so dass der Glückwunsch eigentlich an die Feuerwehr hätte gehen müssen für zwei so engagierte Speerspitzen.

Die Kehrseite aber, die freilich keiner direkt ansprach, umschrieb Grau in seinem Rückblick selbst: „Das waren fünf Jahre ohne Freizeit und oft genug hat mich die Familie nur auf dem Absatz rumdrehen sehen.“ Sein eigenes positives Fazit: „Die Ehe hält.“ Und so werden beide auch in den kommenden fünf Jahren auf die Unterstützung und das Verständnis hoffen. In der Tat standen die vergangenen fünf Jahre ganz und gar im Zeichen der Arbeit.

So galt es drei Jahre lang den Feuerwehr Bedarfs- und Entwicklungsplan zu erstellen, ein klares Zeichen in Richtung Sanierung des Usinger Feuerwehrstützpunktes von der Politik zu fordern und gleichzeitig auch die Bedürfnisse der Stadtteilwehren nicht zu vernachlässigen.

Denn auch da gibt es an einigen Standorten Nachbesserungen, die in Zukunft auf die Stadt zukommen. Seien es die Gerätehäuser selbst oder aber Gerätschaften wie Fahrzeuge und Ausrüstung. Die personelle Bilanz, „im Jahr 2017 hatten wir 211 Feuerwehrkräfte“, stellte Andreas Lang die Entwicklung vor, habe sich nur leicht im Vergleich zu den beiden Vorjahren nach oben entwickelt.

„Aus meiner Sicht ist das keine Stagnation“, betonte Grau. „Vielmehr ist es ein Zeichen, dass wir die Feuerwehrkameraden halten konnten.“

Während die Zahl der Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren also nur leicht gestiegen ist, geht die Tendenz im Einsatzbereich deutlich nach oben. Vor allem die Anzahl der Brände und Fehlalarmierungen. Allein in 2017 musste die Wehr 166 mal ausrücken, in den beiden Jahren davor waren es 126 (2016) und 137 (2015) Einsätze insgesamt. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen Tag und Nacht, und auch Feiertag, Familienfeier oder, wie es Grau am Donnerstag selbst unter Beweis gestellt hatte, nehmen sie auch keine Rücksicht auf den eigenen Geburtstag.

Wenn der Alarmmelder losgeht, lassen sie alles stehen und liegen. Den insgesamt 211 Einsatzkräften stehen 15 478 Einwohner gegenüber, und auch hier ist die Tendenz steigend. Für Grau gehe es deshalb auch um aktive Mitgliedergewinnung und zudem das „Hobby“ Feuerwehr attraktiv zu halten. Leicht sei das nicht, „denn wir müssen uns rechtfertigen bei Familie, Arbeitgeber und der Bevölkerung. Aber wir machen das alles, weil wir einen Sinn darin sehen“, betonte Grau.

Doch das Ehrenamt habe Grenzen, und die Forderung nach mehr Hilfe stehe nach wie vor im Raum. Gerade was die Gerätewarte angehe, hofft die Wehr mit einem weiteren Hauptamtlichen auf deutlichere Entlastung.

Standing Ovations gab es außerdem für die Arbeit der Jugendbetreuer, die ebenfalls eine Vielzahl von Stunden in die Nachwuchsarbeit investierten, wie Stadtjugendwart Bastian Scholz darlegte. Ebenso Applaus für die Betreuer der Mini-Wehren, von denen es aktuell fünf in der Buchfinkenstadt gibt, stellte Jürgen Zipser vor. „Chapeau fürs Ehrenamt“ betonten auch die Gastredner der Bundestagabgeordnete Markus Koob (CDU), die Landtagsabgeordneten Elke Barth (SPD) und Holger Bellino (CDU) sowie Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) und Kreisbrandmeister Markus Ullrich.

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