Vandalismus und blinde Zerstörungswut nehmen zu - das Wartehäuschen in Wernborn haben Unbekannte beschmiert.
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Vandalismus und blinde Zerstörungswut nehmen zu - das Wartehäuschen in Wernborn haben Unbekannte beschmiert.

Vandalismus wird in Usingen zum Problem

Öffentliche Toiletten, Stadtmauer und Buswartehäuschen betroffen

  • vonAndreas Burger
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Ohne Hilfe der Bürger bleibt die Stadt auf hohen Kosten sitzen

Schmierereien auf der alten Stadtmauer, zerstörte Toiletten auf Friedhöfen, illegale Müllablagerungen, Baumstämme auf Grünecken, zerschnittene Christbaumbeleuchtungen - und nun der Vandalismus an der Bushaltestelle Wernborn, wo Unbekannte die Scheiben der Vereins-Aushänge eingeschlagen haben und mit Farbe den Unterstand besprühten. Die Reihe des Sachbeschädigungen im Stadtgebiet reißt nicht ab, die auf privaten Flächen vorkommenden Beschädigungen nicht eingerechnet.

Das alles kostet Geld. Viel Geld, das alle Bürger über Gebühren bezahlen. Alleine wenn der Bauhof raus muss, um illegalen Müll an Grünecken zu beseitigen, wird's schnell vierstellig.

Meldungen von Bürgern sind selten, zu groß die Hemmschwelle, Gesehenes auch zu melden. Mit dem derzeit laufenden Sicherheitsprogramm Kompass will die Stadt durch Befragung der Bürger wissen, wo es im Stadtgebiet klemmt. Doch Vandalismus verhindert das nicht.

Datenschutz steht vor Überwachung

Die Kameraüberwachung im Schlossgarten hat dafür gesorgt, dass dort inzwischen weitgehend Ruhe herrscht. Nur einfach überall Kameras anschrauben geht nicht, da steht der hessische Datenschützer davor. Videoüberwachung wird nur dort gestattet, wo sich vermehrt Vorfälle ereignet haben, die auch dokumentiert sind, in eine Tatrichtung gehen und man erwartet, dass auch weiterhin dieser Ort von Tätern heimgesucht wird. Was bedeutet, dass stets eine Anzeige erfolgt sein muss. Im Fall des ärgerlichen Aufzug-Themas am Neuen Marktplatz fehlen die Anzeigen gegen diesen Vandalismus. Ergo: kein Nachweis, keine Kamera. Der Schutz und das Persönlichkeitsrecht vieler geht dem Datenschutz vor Überwachung.

Die Stadt dagegen zeigt an, wie jetzt den Fall in Wernborn. Zwischen Donnerstag, 25. Februar, und Montag, 1. März, müssen die Täter dort gehaust haben. Zwei Schaukästen von Vereinen sind beschädigt sowie das Wartehäuschen beschmiert. Die Stadt bittet - mal wieder - alle Personen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sachdienliche Hinweise an die Polizeistation Usingen unter der Telefonnummer (0 60 81) 9 20 80 zu melden.

Übrigens: Die Schmiererei ist hochphilosophisch: "Ich bin nicht bei mir, wenn ich nicht bei dir bin" steht dort auf kroatisch. Die Kosten für die Reparatur trägt meist die Kommune. Und sehr selten werden die Täter erwischt.

Wehrheim hatte schon auf private Sicherheitsdienste zurückgegriffen, denn für eine 24-Stunden-Überwachung sind die Stadtpolizisten personell nicht gerüstet. Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) kann die exakten Kosten nicht beziffern, aber bei Graffitis, die, wie im Schlossgarten, eine externe Firma beseitigen muss, kostet der Tag 1000 Euro plus Mehrwertsteuer. Und pro Tag schafft die Firma 15 Meter Reinigung.

Kosten fallen auf Bürger zurück

Bei Grünecken, Entfernen von Müll und Unrat geht es nach Menge plus Deponie, 180 bis 250 Euro pro Tonne Müll, für Holz etwa 80 Euro für die Tonne. Wilder Müll im Gelände kostet die Deponiekosten plus die Zeit des Bauhofs. Und hier setzt man 40 Euro für die Stunde an, hinzu kommen Fahrzeugkosten je nach Größe von 30 bis 80 Euro. "Die Gesamtkosten für Schäden und Entsorgung der illegalen Entfernung schätzen wir auf rund 50 000 Euro im Jahr", sagte Wernard. Mehrere tausend Euro wird für eine Kamerainstallation veranschlagt, so sie denn genehmigt ist. Und: "Vermüllung etwa ist keine ausreichende Grundlage für eine Videoüberwachung. Das war ja immer das Thema bei den Grünecken, wo das leider nicht genehmigt wurde", sagte Wernard.

Wird jemand erwischt, dann hat die Stadt die Beweislast. Im Strafgesetzbuch Paragraf 303 ist zu finden: "Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Auch der Versuch ist strafbar." bur

Die Schaukästen der Vereine wurden beschädigt.

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