Arbeitskreis

Ökumene ist für ihn selbstverständlich

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Erich Müller ist kein Mann großer Worte. Er will seinen Glauben zusammen mit anderen leben und hat sich freiwillig gemeldet, um den Vorsitz des ökumenischen Arbeitskreises zu übernehmen.

Das ökumenische Oktoberfest war für Erich Müller die erste Veranstaltung als neuer Vorsitzenden des ökumenischen Arbeitskreises. Der Nachfolger von Manuela Bernhard, die sich nach zehn Jahren von der Spitze, aber nicht aus dem Arbeitskreis zurückgezogen hat, stand jetzt für ein Gespräch mit der TZ zur Verfügung.

Der Dorfweiler, der der evangelischen Kirchengemeinde Rod am Berg angehört und dort auch einige Jahre im Kirchenvorstand mitgearbeitet hatte, hat sich freiwillig gemeldet, als bekannt wurde, dass Bernhard aufhören würde. Ökumene ist für ihn selbstverständlich. „Im Grunde glauben wir doch alle an den einen Gott“, sagt er. Müller spricht aber nicht nur darüber, er handelt auch entsprechend. Dass er als Protestant in einem katholischen Kirchenchor singt, ist für ihn ganz normal, weil auch der Chor offen ist für alle. Vor zwei Jahren hatte Müller die Sänger der Kirchengemeinde Schmitten zum ersten Mal gehört, war total begeistert und hat sich gleich angemeldet.

Ökumene selbst leben ist eine Sache, andere dafür begeistern eine andere. Das gemeinsame Oktoberfest für Mitglieder aus allen Kirchengemeinden in Schmitten ist seit Jahren der Höhepunkt und eine willkommene Begegnungsmöglichkeit für Gläubige aus verschiedenen christlichen Richtungen. An dessen Ablauf will er auch künftig nicht viel ändern. Gemeinsam einen Tag zu verbringen, wie in einer großen Familie, das sei schon wichtig. Unverzichtbar als gemeinsame Aktion ist für ihn auch der Weltgebetstag der Frauen, der jedes Jahr in einer anderen Gemeinde stattfindet und bei dem die Herren der Schöpfung nicht ausgeschlossen sind. Sich für andere engagieren, das zeichnet den ökumenischen Arbeitskreis seit Jahren aus. Das beschränkt sich längst nicht mehr nur darauf, einmal im Jahr Kinder aus der Region Tschernobyl nach Schmitten einzuladen und ihnen drei Wochen unbeschwerte Ferien zu schenken. Im Freundeskreis Asyl setzen sich Mitglieder aus verschiedenen Kirchengemeinden für die Flüchtlinge ein. All das läuft, und daher möchte Müller versuchen, zusätzlich einen Ansatz in eine andere Richtung umzusetzen.

„Ich kann mir vorstellen, einen gemeinsamen Taizé-Gottesdienst ins Leben zu rufen“, teilt er mit. Der im französischen Taizé ansässige internationale ökumenische Männerorden zieht bei weltweiten Jugendtreffen Menschen vieler Nationalitäten und Konfessionen an. Müller möchte mit solchen Gottesdiensten aber nicht nur die Jugend ansprechen. Die Schlichtheit und besondere meditative Atmosphäre könnte auch geeignet sein, der Quelle des Glaubens ein Stück näher zu kommen. Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht gleich verstehen muss, tief im Innern mit dem Herzen erfassen, darum geht es beim Taizé-Gottesdienst und auch darum, neue Horizonte zu eröffnen.

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