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Was macht ein Krankenhaus ohne Strom? Viele Fragen hatte der PoWi-Kurs vorbereitet und stellte sie den Gästen aus Verwaltung und Wirtschaft.

IHK-Projekt an Adolf-Reichwein-Schule

Was passiert bei Stromausfall?

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Kompletter Blackout unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie. ARS-Schüler gingen in einer Fragestunde der Bedrohung „Stromausfall“ auf den Grund.

Im Februar 2014 startete die IHK Frankfurt am Main das Projekt „S.O.S. – Skyline ohne Strom“. Was wäre, wenn in der energieintensiven Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main plötzlich alle Lichter ausgingen? Nun ja, auf den Anblick der beleuchteten Skyline könnte man sicher einige Stunden und Tage verzichten, aber wenn kein Handy mehr funktioniert, das wäre für manchen Jugendlichen wahrscheinlich ein Supergau, aber die richtigen Probleme fangen im Krankenhaus an, betreffen unzählige wichtige öffentliche Aufgaben in den Bereichen Sicherheit und Versorgung.

Die Adolf-Reichwein-Schule nahm wie bereits im Vorjahr auch nun wieder am Blackout-Projekt teil, und die Schüler des Politik- und Wirtschafts-Kurses der Jahrgangstufe 11 hatten sich gründlich auf eine intensive Fragestunde mit Vertretern aus Verwaltung und Wirtschaft vorbereitet.

Auf dem Podium saßen neben der Projektleitenden Luise Riedel, Referentin Innovation und Umwelt, IHK Frankfurt am Main, Bürgermeister Klaus Hoffmann, Peter Tiefenbach von den Hochtaunuskliniken und Dr. Joachim-Dietrich Reinking vom Stromnetzbetreiber Syna.

Die Nutzung des elektrischen Stroms begann im 19. Jahrhundert, 1909 wurde in Usingen die erste elektrische Straßenbeleuchtung eingeschaltet aber bis Strom aus der Steckdose kam war es immer noch ein langer Weg. Heute hängt alles vom Strom, ab und die Szenarien lassen der Fantasie freien Lauf.

„Herr Bürgermeister, was sind Ihre Aufgaben, wenn der Strom ausfällt?“ Dann werde das Rathaus zur Haupteinsatzstelle, die Notstromversorgung erlaube ein Weiterarbeiten der Verwaltung, sogar Kaffee könne man weiter kochen, und alle notwendigen Maßnahmen könnten koordiniert werden.

Die Feuerwehr habe mobile Stromversorger, das DRK auch, aber das alles reiche nur begrenzt. Wenn der Stromausfall länger anhalte, beginne der Notstand. Und die Wasserversorgung breche zusammen, dann müsse die Feuerwehr Wasser bringen, aber wenn die an der Tankstelle kein Benzin mehr bekomme, weil auch da keine Pumpe mehr funktioniere, gebe es weitere Probleme.

Aber dieses Szenario, ist höchst unwahrscheinlich, denn es ist hierzulande kaum möglich dass flächendeckend der Strom für längere Zeit ausfalle. Das versichert zumindest der Stromnetzversorger-Vertreter am Tisch.

Reinking verglich einen Gesamtausfall mit einem Dominoeffekt. Das System sehe vor, dass Versorgungsbereiche wie Dominosteine herausgenommen werden könnten und damit eine Fortsetzung unterbrochen werde. Es sei auch vorgesehen, dass bei Überlastung durch zu hohen Stromverbrauch Bereiche vorsorglich aus der Versorgung herausgenommen würden, beispielsweise große Strom verbrauchende Unternehmen.

Stromschwankungen im Millisekundenbereich könnten aber bestimmte Branchen sehr treffen, die auf eine absolut konstante Spannung angewiesen wären, erklärte die Vertreterin der IHK, die für die Wirtschaft sprach.

Die Schüler interessierte auch sehr, wie es bei einem Stromausfall in den Krankenhäusern abläuft. Dazu erklärte Tiefenbach, dass auch hier Notstromaggregate einspringen und alle wichtigen Apparate mit Akkus ausgerüstet sind. „Einen Stromausfall würden selbst operierende Ärzte gar nicht mitbekommen“.

Die Schüler hatten Themenbereiche gebildet, die verschiedene Gruppen bearbeitet hatten. Die Politik-Gruppe konfrontierte den Bürgermeister auch mit der Energiewende und fragte nach dem Stand. Was die zeitlichen Zielsetzungen angehe, war er sehr skeptisch und auf Deutschland und Hessen heruntergebrochen, sagte er: „Ich vermisse den roten Faden.“ Dabei sprach er auch aus Neu-Anspacher Sicht, denn obwohl Bund und Land den Ausbau der regenerativen Energiegewinnung forderten, komme das Projekt der Windräder in Neu-Anspach wegen immer neuer Hürden nicht voran. „Es gibt auch zu viele subjektive Interessen.

Das konnte auch der Netzbetreiber bestätigen und verwies auf das Beispiel der Stromtrassen von der Nordsee bis nach Süddeutschland. Der Kenntnisgewinn der ARS-Schüler war sicherlich groß, aber: „Das Thema ist so wichtig und verlangt, dass wir uns auch weiter damit beschäftigen“, stellte der Schüler Aaron Schneider fest, der gemeinsam mit Annika Mann die Fragestunde moderierte.

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