Bauausschuss begrüßt Lidl-Planung

Was passiert, wenn wirklich ein "neuer" Lidl nach Usingen kommt?

  • VonEvelyn Kreutz
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Lidl möchten den bestehenden Markt in der Bahnhofstraße abreißen und sich vergrößern. Wird sich dadurch die Versorgungssituation verbessern? Oder verschärft sich die Konkurrenz für den Usinger Einzelhandel und die Verkehrssituation?

Die Mehrheit im Bauausschuss verspricht sich von einem Neubau des Lidl-Marktes mehr Attraktivität für den Einkauf in Usingen. Außer den Grünen stimmten die anderen Fraktionen für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Also eine Planung, die exakt vorschreibt, was dort entstehen soll.

Da beide von Lidl eingereichten Varianten Vor- und Nachteile haben, sollen auf Vorschlag von CDU und FWG zunächst beide weiterverfolgt werden. In Variante 1 ist eine Schallschutzmauer vorgesehen, die aber optisch wenig attraktiv ist. Variante 2 hätte den Vorteil, dass der Lidl-Parkplatz fußläufig an den geplanten Parkplatz am Neuen Marktplatz angebunden und die Einmündung am Westerfelder Weg umgestaltet werden könnte.

Der Bebauungsplan soll die Bezeichnung „Sondergebiet großflächiger Lebensmittelmarkt an der Bahnhofstraße“ erhalten. Der Einleitung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung durch Offenlegung der Planunterlagen und der Behördenbeteiligung stimmten dann auch die Grünen zu.

Hansjörg Scheidler (Grüne) bezweifelte in Erinnerung an die Erfahrungen mit Edeka grundsätzlich, ob Lidl die Planungen einhalten werde. Die Grünen befürchteten auch hier negative Auswirkungen auf den Usinger Einzelhandel. Grünen-Chefin Ellen Enslin fragte nach einer Auswirkungsanalyse, wollte wissen: „Was erwartet Lidl sonst, wenn das Sortiment nicht erweitert wird?“ Seit dem Verkauf der Fläche an Lidl sei eine Vergrößerung zu erwarten gewesen, so Scheidler, der auch sagte: „Ich bin irritiert, dass man da keine gemeinsame Planung mit dem Marktplatz vorgesehen hat.“

Wie Bauamtsleiterin Suat Bischoff erläuterte, war zu dem Zeitpunkt des Grundstückserwerbs von Lidl der Marktplatz schon im Verfahren.

Gerhard Brähler (FDP) spekulierte, dass Lidl so lange gewartet habe, um erst einmal abzuwarten, was sich am Marktplatz tue. Brähler sagte. „Ich bin froh über den Lidl-Antrag, froh dass man in Usingen auf jeden Fall nicht verhungern wird und kein zusätzlicher Verkehr die Bahnhofstraße belastet.“ Lidl hatte im Antrag versichert, dass die Veränderung der Umsetzung des neuen Konzeptes dienen soll.

Bisher hat der Markt von 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche nur 1070 realisiert. Breitere Gänge und niedrigere Regale sollen laut Lidl die Präsentation des gleichbleibenden Warensortiments aufwerten und die betrieblichen Abläufe effizienter und personalfreundlicher machen. Bischoff war sicher: „Das Warensortiment bleibt gleich, es wird attraktiver.“ Brähler übersetzte das so: „Die niedrigeren Regale bringen nicht mehr Ware, sondern mehr Komfort.“

Brähler begrüßte auch die architektonische Verbesserung, „weil das ganze Ding in Glas erstellt werden soll“. Auch Claudia Bertz (CDU) und Joachim Saltenberger (FWG) sprachen sich für die bauliche Veränderung aus. Die bisherige Ausstattung bei Lidl ist laut Bertz grenzwertig und Saltenberger sagte: „Das ist derzeit kein bauliches Highlight.“ Beide haben Verständnis dafür, dass Lidl aufrüsten will.

Die verkehrlichen Auswirkungen werden laut Zusage von Bischoff auf jeden Fall bei der Aufstellung des Bebauungsplanes mit einbezogen. Der von den Grünen angesprochene Rückbau der Bushaltebuchten klärte sich im Ausschuss auf. Da eine behindertengerechter Einstiegsmöglichkeit für Bushaltestellen Vorschrift werde, sind entsprechend hohe Bordsteine jetzt schon am Straßenrand eingeplant.

Busse halten dann auf der Straße, wie es in Frankfurt jetzt schon vielerorts üblich ist. Auf Bitte von Enslin soll bei der fußläufigen Anbindung auch an die Radfahrer gedacht werden.

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