Kindergarten Eigensinn

Pfadfinder dürfen doch an die Kaisereiche

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Die Hütte an der Kaisereiche wird wohl doch Domizil der Baptistischen Pfadfinder. Der Kindergarten Eigensinn hat seinen alleinigen Anspruch auf die Hütte aufgegeben, wird diese aber in Absprache mit den Pfadfindern bei Bedarf mitnutzen.

Die Geschichte der Hütte an der „Kaisereiche“ ist offenbar doch noch nicht zu Ende geschrieben. Ganz früher fand hier die Roder Kerb statt, dann wurde der Kindergarten in der Hütte heimisch, gab sie irgendwann aber wieder auf, so dass an der hölzernen Hütte wieder der Zahn der Zeit nagen konnte. Dann interessierten sich Sonia Di Martino-Hafeneger und ihr Mann Günter Hafeneger für die Hütte, um dort mit Unterstützung der Baptistischen Pfadfinderschaft aus Neu-Anspach eine neue Pfadfindergruppe ins Leben zu rufen, die dort ihr Domizil haben sollte. Im Ortsbeirat stieß das damals auf sehr viel Gegenliebe, denn Ortsvorsteher Klaus Fuchs (FWG) wollte sich den Verfall der Hütte nicht länger anschauen. „Wenn nicht bald etwas passiert, wird sie plattgemacht“, hatte er vergangenes Jahr im Ortsbeirat erklärt. Das war offenbar ein Weckruf für den Kindergarten „Eigensinn“, der sich plötzlich wieder für die Hütte oberhalb des Dorfes interessierte und die Kinder mit einlaminierten Bildern dafür werben ließ, dieses naturnahe Domizil schonend zu behandeln. Der Kindergarten, so hieß es damals, habe die älteren Rechte an der Hütte. Die Pfadfinder fügten sich enttäuscht. Und jetzt? Jetzt habe sich der Kindergarten, so Ortsvorsteher Fuchs im Ortsbeirat, erneut zurückgezogen. Die Pfadfinder seien aber immer noch interessiert.

Cordelia Hänisch vom Kindergartenteam sagte der TZ jedoch, es gebe nach wie vor Interesse an einer zeitweisen Nutzung der Hütte und des Geländes, allerdings nur einer Mitbenutzung. Man strebe eine einvernehmliche Lösung mit den Pfadfindern an. Dazu habe es bereits sehr harmonische Gespräche gegeben: „Die Pfadfinder sollen sich gerne da oben einrichten. Wir werden uns mit ihnen abstimmen, wenn wir mit unseren Kindern, etwa bei der Waldwoche, das Gelände nutzen möchten. Wir stehen mit Sonia Di Martino-Hafeneger in sehr gutem Kontakt“, so Hänisch. Dass der Kindergarten das Domizil damals aufgegeben habe, habe nichts damit zu tun gehabt, dass es kein Interesse mehr gegeben hätte. Die Vandalismusschäden und die Glasscherben seien für die Kinder zu gefährlich gewesen.

Nun also wollen, so Fuchs, die Pfadfinder die Hütte doch noch für ihre Zwecke umgestalten. Dem Ortsbeirat ist es recht. Er hat jedoch Zweifel, dass die Untere Naturschutzbehörde, der ein entsprechender Antrag bereits vorliegt, diesem seinen Segen gibt. Die Pfadfinder wollen nämlich nicht nur eine „Bio-Kompakttoilette“, die bestimmt unproblematisch sei, einrichten, sondern auch einen Ofen einbauen.

Sonia Di Martino-Hafeneger hat bereits beim ersten Anlauf erklärt, dass die Pfadfindergruppe Kontakt mit Pfarrer Christoph Weick aufnehmen und eine Zusammenarbeit mit der Kirche anstreben wolle. Der zentral gelegene Platz sei ideal, auch wegen der nahe gelegenen Grundschule. Philosophie der Baptistischen Pfadfinderschaft sei es, Kindern bei Spiel, Sport, Handwerk, und Musik Werte zu vermitteln, die ihnen bei der Übernahme von Verantwortung Richtschnur sein sollen. In Neu-Anspach wurde die Gruppe vor 20 Jahren gegründet. Sie hat etwa 70 Mitglieder. Bundesweit gibt es 900 000 Baptistische Pfadfinder.

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