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Pfarrer Dr. Marcelinus Zang Mvondo verlässt das Usinger Land im September.

Seelsorger übernimmt Gemeinde in Kamerun

Pfarrer Marcelinus geht

Es ist ein Abschied auf Raten. Pater Marcelinus nimmt Abschied vom Usinger Land. Heute Abend zunächst in Pfaffenwiesbach, bevor ihm die katholische Kirchengemeinde dann am 6. September in Usingen endgültig Adieu sagt.

Von Tatjana Seibt

Für Pfarrer Dr. Marcelinus Zang Mvondo ist es heute das letzte Mal, dass er einen Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Georg in Pfaffenwiesbach hält. Um 18 Uhr ist es so weit, dann heißt es: Abschied nehmen.

Bereits am 10. September besteigt er das Flugzeug und übernimmt am 13. September eine Stelle als Pfarrer in Kamerun. In einer rund 5000 Seelen großen Gemeinde, in der große Aufgaben auf ihn warten. Es gilt, den Bau einer Kirche sowie eines Pfarrheims zu bewältigen.

Am 1. April 2008 kam der Pfarrer aus Kamerun nach Usingen. Während dieser Zeit hat er nicht nur die Gottesdienste gehalten und das Gemeindeleben mitgestaltet, sondern auch seine Promotion in Frankfurt an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen mit summa cum laude abgeschlossen. Inkulturation war sein Fachgebiet. Ein Thema, das ihm liegt und bei dem er auch aus persönlichen Erfahrungen schöpfen konnte, denn im Wesentlichen beschäftigte sich seine Arbeit damit, den christlichen Glauben in eine andere Kultur zu implementieren.

Die offizielle Verabschiedung ist eigentlich für den 6. September in der katholischen Kirche Usingen geplant. Dann wird er dort seinen wirklich letzten Gottesdienst halten, bevor er das Land verlässt. Das Auto, das für ihn vor einigen Jahren gebraucht gekauft wurde, bekommt er als Abschiedsgeschenk aller Kirchorte mit. Und in der Tat wird er das Auto in seine alte Heimat überführen.

Dass man in Pfaffenwiesbach einen eigenen, afrikanischen Gottesdienst mit Pfarrer Marcelinus feiert, ist nicht der Eigenart der Pfaffenwiesbacher geschuldet, sondern dem Umstand, dass es einst zu seiner Begrüßung ebenfalls einen eigenen Gottesdienst gab. Und so wolle man sich eben gebührend von ihm verabschieden und Geschenke mit auf den Weg geben.

Den Gottesdiensten gab Marcelinus stets eine etwas eigene Note. Nicht nur durch seine Sprache, sondern auch durch die Freude. „Freude war und ist ihm immer als zentrales Thema wichtig“, sagte Pfarrer Paul Lawatsch im Gespräch mit der TZ. Über die direkten Ansprachen mittels Nachfragen während seiner Predigten waren die Gemeindemitglieder allerdings durchaus geteilter Ansicht. Denn diese Art von „Dialog“ führte zu dem einen oder anderen Stirnrunzeln.

Zu seiner letzten und offiziellen Verabschiedung in Usingen wird er um 11 Uhr vor der Gemeinde predigen und im Anschluss im Rahmen des (nachgeholten) Pfarrfestes sein erfolgreiches Schulbauprojekt vorstellen. Um 16.30 Uhr ist noch einmal eine Andacht mit dem sakramentalen Segen für seinen Nachfolger, Pater Dennis Abraham CMJ (Carmelites of Mary Immaculate (CMJ – indische Karmeliten). Dieser tritt offiziell die Nachfolge von Marcelinus am 1. September an.

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