Pferdskopf: Druck hat geholfen

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Dass Abo-Wind sich vom Bau des Windrades am Pferdskopf zurückzieht, wurde nicht nur von Schmittener Kommunalpolitikern begrüßt. Für Helmut Rottenbacher von der Bürgerinitiative gegen Windkraft

Dass Abo-Wind sich vom Bau des Windrades am Pferdskopf zurückzieht, wurde nicht nur von Schmittener Kommunalpolitikern begrüßt. Für Helmut Rottenbacher von der Bürgerinitiative gegen Windkraft am Pferdskopf (BIP) ist seit Dienstag, 14.47 Uhr, das Thema Windkraft am Pferdskopf endgültig zu Ende. Da kam die Bestätigung, dass Abo-Wind den Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium zurückgenommen hat. „Jetzt ist alles besiegelt“, freute er sich. Die BIP werde jetzt die noch laufenden Klagen gegen das Projekt einstellen.

Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG), der nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass er gegen das Projekt ist, freute sich, dass dieses ohne Schadensersatzforderungen gegenüber der Gemeinde vom Tisch ist. Nun gebe es in der Gemeinde keine Windvorrangflächen mehr. Viele Alternativen im Bereich erneuerbarer Energien sehe er in Schmitten nicht, nur Holz gebe es genug. „Für so eine kleine Kommune allein lohnt sich das nicht, aber ein Gesamtkonzept auf Kreisebene ist denkbar“, so Kinkel.

FWG-Fraktionschef Rainer Löw ist froh, dass das Thema beendet ist. Die Planer hätten von Anfang an Fehler gemacht. Dass zuletzt auch aus der Gemeindevertretung massiver Gegenwind kam, habe den Ausstieg von Abo-Wind beschleunigt. „Unser Antrag, den Vertrag zu kündigen, sollte Druck aufbauen“, teilte Löw auf Anfrage der TZ mit. Alternativen, in Schmitten regenerative Energien zu forcieren, sieht er kaum. Ohne Stadtrechte dürfe Schmitten sowieso keine Energie verkaufen.

CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Bös sieht das Vorgehen der CDU bestätigt, den Vertrag nicht einseitig zu kündigen, um kein unnötiges Schadenersatzrisiko für die Gemeinde einzugehen. Er persönlich habe immer klar zur Windkraft gestanden, gab Bös zu und sagte: „Es muss ja Alternativen zur Atomkraft geben und unsere Aufgabe als Gemeindevertreter ist es auch über Einnahmen nachzudenken.“ Generell müssten die Bürger früher ins Boot geholt werden.

„Dass es auf dem Pferdskopf kein Windrad geben wird, freut uns außerordentlich“, sagte seitens der b-now Fraktionsvorsitzender Christian Schreiter und kündigte an: „Jetzt müssen wir darauf achten, dass der Vertrag rechtssicher abgewickelt wird.“ Für eine eigene Schmittener Energiepolitik sind wir wahrscheinlich zu klein“, mutmaßte Schreiter. An ihn sei aber schon die Idee eines Bio-Holzkraftwerks herangetragen worden.

Einzig die Grünen hatten keine Anstrengungen unternommen, aus dem Windkraftvertrag auszusteigen. Fraktionsvorsitzende Ilona Fritsch-Strauß bleibt beim Nein zu Atomstrom und sagte: „Wenn die Prüfverfahren für erneuerbare Energien für Natur und Umwelt positiv ausfallen, sind wir dabei. Dass wir energiepolitisch in Schmitten die Zukunft gestalten, kann ich nicht sehen.“

(evk)

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