Windkraftflächen in Grävenwiesbach

Politik lehnt Ausweisungen in Mönstadt und Heinzenberg ab

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Mit neuen Flächen für Windkraft stößt das Regierungspräsidium in Darmstadt auf wenig Gegenliebe in Grävenwiesbach. Die Siegfriedseiche als Areal reiche.

Bisher gab es auf Grävenwiesbacher Gemarkung ein einziges Vorranggebiet für Windenergie. Doch jetzt liegt eine überarbeitete Version des „Sachlichen Teilplans Erneuerbare Energien“ vor. Und seitdem gibt es einige Vorrangflächen mehr.

Das Gebiet mit der Bezeichnung 9901 markiert das Areal „Siegfriedseiche“ und war bisher die einzige Stelle für Windräder. Doch dieser Bereich habe sich laut vorgelegtem Gutachten zur Windhöffigkeit und zum Artenschutz als vergrößerbar erwiesen. Es liegt nördlich der Wellerstraße und ist im Besitz von Hessenforst und weiter südlich im Besitz der Gemeinde Grävenwiesbach.

Doch diese Erweiterung war nicht die einzige. Denn es gibt jetzt noch zwei weitere Areale, eins bei Heinzenberg und eins bei Mönstadt, die sich für Windenergie eignet. Diese beiden Vorrangflächen, der Blaurock Heinzenberg und der Kaiserlay Mönstadt, befinden sich im Besitz der Gemeinde.

Die Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses (BSPA) sowie des Umwelt-, Land- und Forstwirtschaftsausschusses (ULFA) waren daher gefordert, Stellung zu nehmen. Und das machten sie gemeinsam am Donnerstag im Bürgerhaus.

Schnell stand dabei fest, dass die Meinungen von CDU, FWG und UB übereinstimmten. Und die ging nicht konform mit der neuen Variante der Windkraft auf Grävenwiesbacher Boden. Was das Regierungspräsidium da vorlegte, überzeugte die vier Parteien überhaupt nicht. „Wir sprechen uns gegen diese drei neuen Flächen aus“, betonte Tobias Stahl (CDU).

Als Begründung fügte er hinzu, dass der Mindestabstand zur Bebauung zwar eingehalten werde, eine Baulanderweiterung damit aber unmöglich werde. Somit würden mögliche Potenziale für die Gemeinde verhindert, mahnte Stahl.

Bürgermeister Roland Seel (CDU) hatte sich auf Wunsch der CDU bereits beim Regionalverband schlau gemacht und bestätigte den Verdacht seines jungen Politkollegen. „Sollten diese neuen Vorrangflächen in den Regionalplan Südhessen hineinkommen, haben sie Vorrang vor neuen Baugebieten“, berichtete er den Ausschüssen.

Für Kurt Solz (FWG) lag die Entscheidung gegen die drei neuen Flächen darin begründet, dass dies einer Zerstückelung des Taunuskammes entspreche. Solz hatte sich immer schon gegen Windkraft auf Grävenwiesbacher Boden ausgesprochen.

Wenn schon Windräder, dann nur dort, wo sie sowieso geplant waren, nämlich an der Siegfriedseiche, betonte er.

Rolf Tausch (UB) begründete sein Nein gegen die neuen Vorrangflächen ganz einfach mit, „Sie sind nicht zwingend notwendig.“ Einzig die Grünen freuten sich über die Erweiterung der Vorrangflächen für Windenergie.

„Die Energiewende ist angesagt, also sollten wir mitmachen“, lautete ihre Aufforderung an das Parlament. Aus siedlungspolitischen Gründen lehnten aber CDU, FWG und UB die Erweiterung ab. Die Mitglieder der SPD fehlten wieder einmal bei dieser Entscheidung.

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