Es wird wohl der große Wurf für die Feuerwehr, so denn sich die Politik für den Bau entscheidet: neu, mehr Platz, moderne Technik und auch für die Zukunft geeignet.
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Es wird wohl der große Wurf für die Feuerwehr, so denn sich die Politik für den Bau entscheidet: neu, mehr Platz, moderne Technik und auch für die Zukunft geeignet.

Mehrere Varianten für den Usinger Wehrneubau

Politik muss über die Kostenfrage entscheiden

  • Andreas Burger
    VonAndreas Burger
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Stadt hofft bei elf Millionen Euro Kosten auf Land, Kreis und Hilfe durch Interkommunale Zusammenarbeit

Usingen - Unbestritten: Für die Usinger Feuerwehr respektive den Standort an der Weilburger Straße muss die Stadt Geld in die Hand nehmen. Nachdem die ersten Planungen vor zwei Jahren aufgrund des plötzlichen Todes des Architekten ad acta gelegt werden mussten, legt nun das Darmstädter Büro Lengfeld + Wilisch in der kommenden Woche der Politik die neuen Pläne auf den Tisch.

Was die Architekten an Varianten erarbeiteten, kann sich zum einen sehen lassen, zum anderen aber von der Stadtkasse selbst nicht finanziert werden. Denn bei der von Verwaltung und Wehr als optimalste Lösung erachteten Variante von drei Möglichkeiten stehen am Ende rund elf Millionen Euro Baukosten an. Favorit ist die dritte Variante (Längsaufstellung des Baukörpers parallel zur Weilburger Straße). Plan eins sieht den Neubau quer zur Bundesstraße vor, Variante zwei diagonal.

Sehr deutlich formuliert die Verwaltung in der Vorlage für die Politik, dass die beste und auch teuerste Variante auf keinen Fall aus der Stadtkasse alleine zu stemmen sein wird. Und legt auch gleich Lösungen vor. Die bestehen zu einem Teil aus möglichen Fördermitteln vom Land und aus Beteiligungen anderer Kommunen durch die Interkommunale Zusammenarbeit. Bedeutet: Beim Neubau werden auch Leistungen eingeplant, die anderen Wehren zugute kommen - wie etwa eine Schlauchpflegeanlage, Atemschutzwerkstatt, Kleiderkammer und Kfz-Werkstatt. Diese Idee ist nicht neu, wird zum Teil bereits praktiziert, denn die Wehren sind bei der IKZ der Politik ein Stück voraus.

Und: Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) will mit dem Kreis in den Clinch gehen, damit auch dieser sich beteiligt. Denn die Atemschutzstrecke als Übungseinheit dient ja nicht nur der Stadt, sondern allen Wehren des Kreises. Usingen hofft auf eine 100-prozentige Beteiligung durch den Kreis. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Denn selbst die acht Millionen Euro, die nach Abzug von Landeszuschüssen stehen bleiben, kann Usingen nicht aufbringen, ohne sich für die nächsten Jahre handlungsunfähig zu machen. Die möglichen Fördermittel aus der Hessenkasse in Höhe von 3,15 Millionen Euro, Fördermittel für die Herstellung von Stellplätzen, finanzielle Beteiligung des Hochtaunuskreises aufgrund Nutzungen anteiliger Flächen für den überörtlichen Brandschutz sowie eventuell kumulative Förderungen durch das Land Hessen sind also unbedingt nötig. So wäre das Projekt stemmbar.

Weitere Varianten

Die anderen Varianten sind zwar kostengünstiger, allerdings steht dahinter das große Fragezeichen für die Zukunftsfähigkeit. Die erste Kostenvariante sieht die vollständige Lösung mit allen Nutzungsbereichen und Wünschen in alleiniger Trägerschaft der Stadt Usingen. Nummer zwei: Ein Wehr-Gebäude ohne die IKZ-Flächen, ohne die Kosten für den Wechselladerstellplatz und ohne Hubschrauberlandeplatz des Krankenhauses (acht Millionen Euro). Dritte Möglichkeit ist wie Nummer zwei, jedoch mit weiteren Einsparmöglichkeiten durch Wegfall eines 30 Quadratmeter großen zusätzlichen Schulungsraumes und der Kfz-Werkstatt (7,4 Millionen Euro).

Die Kostenvarianten vier und fünf beinhalten die separierten Kosten für die Dienstleistungsbereiche IKZ, die Atemschutzwerkstatt sowie den Stellplatz für das Wechselladerkonzept (HTK) mit rund 1,1 oder 1,4 Millionen. Nur warnt der Magistrat vor der langfristigen Kombination aus einem Neubau gemäß Kostenvariante zwei oder drei und der Sanierung des Teil-Bestandsgebäudes schon aus wirtschaftlichen Gründen.

Die Zeit spielt bei der ganzen Planung eine nicht unerhebliche Rolle. Denn der förderfähige Bauteil muss bis November 2024 abgerechnet sein. Und bei den derzeitigen zeitlichen Engpässen der Baufirmen (und explodierenden Baukosten) ist schnelles Handeln angesagt.

Und: Der Magistrat hofft auf grünes Licht der Politik, damit nicht nur die Fristeneinhaltung klappt, sondern man schnell in die Verhandlungen mit Land, Kreis und den Kommunen gehen kann. Die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit gemeinsam genutzten Serviceleistungen am Standort Usingen müssen schließlich final festgelegt werden, um sie in die Planung einfließen lassen zu können. Andreas Burger

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