Politik pocht auf Taunusbahn-Erhalt

  • VonMonika Schwarz-Cromm
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Ein Zusammenhalt quer durch alle Fraktionen hat im Grävenwiesbacher Parlament Seltenheitswert. Beim Thema Elektrifizierung der Taunusbahn jedoch halten alle Politiker fest zusammen.

Einstimmig standen alle Gemeindevertreter am Dienstag hinter einem Resolutionsantrag zur Elektrifizierung der Taunusbahn. „Wir begrüßen die Elektrifizierung, spüren aber ungeachtet aller Versicherungen von Kreis, VHT und RMV die Sorge, dass mit der Entscheidung, die Elektrifizierung bis 2019 nur auf dem Streckenabschnitt von Friedrichsdorf nach Usingen umzusetzen, hier eine Entwicklung eingeleitet werden könnte, an deren Ende der Standort Grävenwiesbach weiter ins Hintertreffen gerät, schlimmstenfalls sogar in der Zukunft die Einstellung des Bahnverkehrs droht“, lauten die Befürchtungen der Politiker.

Und sie pochen daher auf die solidarische Aufgabe von Kreis und der Verbände, eine einheitliche wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden im Kreisgebiet zu fördern. Die Gemeinde Grävenwiesbach fordert daher die Verbandsversammlung des VHT und den Kreistag des Hochtaunuskreises auf, die aktuellen Pläne zur Elektrifizierung der Taunusbahn zu überprüfen und einen belastbaren Zeitplan für eine Elektrifizierung der Strecke bis Grävenwiesbach vorzulegen.

Bereits im Mai werde die Elektrifizierung der Taunusbahn auf dem rund 18 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Friedrichsdorf und Usingen während der Sitzung des Kreistages und auch während der nächsten Verbandsversammlung des VHT verhandelt werden, erklärten die Gemeindevertreter.

Als Investitionskosten nannten sie die Summe von rund 18,7 Millionen. Sie begrüßen diese Entwicklung und hoffen, dass ein echter Ausbau der Strecke zu einem wirklichen S-Bahn-Verkehr gelinge.

Mit Sorge aber nehmen sie zur Kenntnis, dass der Ausbau des neun Kilometer langen Streckenabschnitts von Usingen nach Grävenwiesbach auf unbestimmte Zeit unterbleiben soll. Und das, obwohl nach der Untersuchung dieser Strecke wohl keine grundlegenden technischen Probleme festgestellt werden konnten, die einem elektrischen Betrieb im Wege stehen könnten.

Den Gemeindevertretern ist allerdings klar, dass den zusätzlichen Investitionskosten von rund neun Millionen Euro ein deutlich geringerer volkswirtschaftlicher Nutzen als auf der Strecke ab Usingen gegenüberstehe. Dennoch merken sie an: „Kein Zug kann bereits auf den ersten Kilometern voll sein, sonst kann niemand zusteigen.“ Und sie verweisen auch darauf, dass der geplante Inselbetrieb mit Dieselfahrzeugen auf dieser Strecke relativ teuer sein dürfte.

„Beim Blick auf die gesamte Region fällt auf, dass das Konzept nicht zu Ende gedacht ist“, bemängelt Grävenwiesbach und gibt die guten Möglichkeiten zum Umsteigen von Bahn auf Auto und umgekehrt in Grävenwiesbach zu bedenken. Die Taktung der Züge müsse erhalten, die Umsteigemöglichkeiten in Usingen gesichert bleiben, fordert die nördlichste Taunusgemeinde.

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