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Posaunenchöre aus dem Usinger Land treten gemeinsam auf

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Von: Evelyn Kreutz

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© Evelyn Kreutz

Weil es voller klingt und mehr Spaß macht, spielen viele Posaunenchöre bei Auftritten zusammen. Manche proben inzwischen auch gemeinsam. Sonst könnte kleineren Gruppierungen nämlich irgendwann die Luft ausgehen.

Erhard Reuter hatte 1966 auf seiner Trompete zum ersten Mal beim Kirchentag mitgespielt. Seitdem ist der 67-Jährige alle zwei Jahre dabei. Inzwischen leitet er die Posaunenchöre in Merzhausen und Weilnau. Einige Mitglieder aus den beiden Chören haben zusammen mit Bläsern aus Usingen und Arnoldshain sowie aus Eltville und Dachshausen am Rhein beim Kirchentag in der Bundeshauptstadt einen über 50 Stimmen starken Klangkörper gebildet.

Bei drei Standmusiken, eine am Brandenburger Tor, hatten sie richtig großes Publikum. Auch wenn sie in dieser Gruppe so vorher nie zusammen musiziert haben, hat es funktioniert. „Wir wussten ja vorher, welche Lieder wir spielen sollten.“ Das Programm war festgelegt und die Noten schon vorher zur Verfügung gestellt worden. „Ein Kirchentag ist für uns Bläser vor allem verbunden mit fröhlicher Gemeinschaft und mit viel Musik“, erzählen Reuter und Heavy-Metal-Mann Holger Wegmann. Der schleppte sein Tuba durch ganz Berlin.

Eine Art Familie

Reuter empfindet die Bläser wie eine Art Familie. Aus regelmäßigen Treffen bei den Kirchentagen mit Gleichgesinnten aus rund 7000 Posaunenchören sind Freundschaften geworden. Die Gesamtfamilie mit über 100 000 organisierten Bläsern ist groß. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass genau wie Familien und Vereine auch manche Bläsergruppierungen immer kleiner werden.

Wenn die Stimmen nicht einigermaßen gleichmäßig besetzt sind, klingt es für den Zuhörer eben nur halb so schön. Die Lösung: Bevor ein Posaunenchor sich mangels Masse oder Sound auflöst, spielt er mit einem anderen zusammen, wenigstens bei Auftritten. Der Weilnauer Chor war schon immer stark besetzt. Daher leiht Reuter für Auftritte in Merzhausen gerne mal Musiker aus Weilnau aus. Manche proben regelmäßig zusammen.

Eine klangliche Herausforderung ist jedes Jahr die Sonnenwendfeier in Merzhausen am Samstag, 24. Juni, ab 20 Uhr vor der Rauschpennhalle. Für den Freiluftauftritt lädt der Posaunenchor Musiker aus allen befreundeten Chören ein. Dann sind auch nicht nur geistliche Choräle zu hören, sondern auch volkstümliche Melodien. Sogar rockige und poppige Arrangements oder Bläsersätze für bekannte Musical- und Filmmelodien sind zu hören.

Wehrheimer Neugründung

Eigentlich schon Vergangenheit war der Posaunenchor Wehrheim. Der hat sich nach einer Generalpause von etwa 20 Jahren aber 2009 wieder neu gegründet, kann aber auch nur überleben, weil es Leute wie Björn Heumann gibt. Der spielt aus Spaß am Musikmachen gleich in mehreren Formationen. Verstärkung haben die Wehrheimer inzwischen von den Bläsern aus Neu-Anspach, die wegen längeren Auslandsaufenthalten einiger Musiker sonst nicht spielfähig wären.

„Die Bläser aus Rod an der Weil und Usingen könnten in der Regel für sich allein spielen,“ berichtet Reuter. In Arnoldshain helfe er mit Leuten aus seinen Chören auch schon mal aus. „Damit die bisherigen Gruppen weiter existieren, ist Nachwuchsarbeit besonders wichtig“, so Reuter. Er setzt dabei nicht nur auf die Jungbläser. Zusammen mit Carola Annett Rahn, der Dekanatskantorin für den Hochtaunus, unterrichtet er eine reine Frauengruppe. Die Späteinsteigerinnen lernen die ersten Töne auf der Trompete und der Posaune.

Dort findet auch am 26. August um 18 Uhr unter dem Motto „Ein feste Burg ist unser Gott“ eine Bläsermusik zur Reformation statt. Unter Mitwirkung aller Posaunenchöre des Dekanats erklingt Musik aus mehreren Jahrhunderten. Damit die Bläser auch mal durchschnaufen können, gibt es Lesungen zu den verschiedenen Stationen der Reformation. Die Evangelische Kirche im Hochtaunus lädt alle Musikliebhaber zu dieser Veranstaltung herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

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