Easy Rider

Ein postgelbes Dreirad für die Großen

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Über 800 Kilometer trennen Neu-Anspach und die slowenische Partnergemeinde Šentjur. Eine ansehnliche Strecke, die Klaus Golinski ganz entspannt und nur auf drei Reifen abspult, um zum diesjährigen Partnerschaftstreffen zu gelangen. Im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt der Trike-Fahrer, was ihn an der gemütlichen Art zu reisen so fasziniert.

„Mein Trike ist nicht so komfortabel wie ein Auto und deutlich langsamer als ein Motorrad und trotzdem ist es das Größte damit zu reisen“, sagt Klaus Golinski und verrät: „Man lernt Land und Leute anders kennen.“ Der Neu-Anspacher ist im Jahr bis zu 10 000 Kilometer auf drei Rädern unterwegs. Höhepunkt soll 2018 die Fahrt in die slowenische Partnergemeinde ?entjur werden.

Wie viele Trikes auf den Straßen unterwegs sind, lasse sich nur schwer schätzen, so Golinski. Aus der Tatsache, dass sein Vehikel neugierig bewundert werde, wo immer er eine Pause einlege, schließt er, dass es nicht so viele sind. Es mag aber auch daran liegen, dass das Gefährt postgelb ist.

„Ich habe mich wegen der Sicherheit für diese Farbe entschieden, weil man einfach besser gesehen wird“, sagt er. Ursprünglich war das komplette Fahrzeug gelb. Irgendwann hat er es schwarz-gelb, im „follow me“-Stil umgestaltet.

Wie der heute 69-Jährige eigentlich dazu kam, sich ein Trike zuzulegen? „Auf der Autobahn habe ich mal so ein Ding gesehen und das stand dann kurz darauf auf dem Parkplatz neben meinem Auto“, erzählt er. Das war der entscheidende Impuls. Zunächst allerdings mietete er sich ein motorisiertes Dreirad nur. Motorrad ist Golinski übrigens vorher nie gefahren. Gemütlich durch die Landschaft fahren und die Natur genießen, das wollte er öfters und kaufte sich im Jahr 2000 eine eigene Maschine. Die war anfangs als offener Pkw in den Fahrzeugpapieren eingetragen und wird jetzt als dreirädriges Kraftfahrzeug geführt.

Auf die Frage, was denn ein Trike eigentlich ist, gerät der Technikfan ins Schwärmen. „Das Heck stammt von einem VW-Käfer.“ Vorne ist ein Stück Motorrad drangebaut. „Besonders stolz bin ich auf den „original 1600er Einspritzer Mexiko-Motor, den es in Deutschland nie gab“, stellt er fest. Heute seien die meisten Trikes mit Motoren der Marke Ford oder Peugeot ausgestattet. Obwohl Golinski den Motor auf mehr Hubraum und jetzt 69 PS getuned hat, bekennt er: „Das ist nicht zum Rasen gedacht.“ Das kurze Getriebe sei für Bergstrecken besser geeignet. Und von denen muss er auf dem Weg nach ?entjur einige bewältigen.

Denn er nimmt nicht die Autobahn wie der Bus vom Neu-Anspacher Verein zur Förderung Internationaler Beziehungen, sondern kurvt über Landstraßen in die 860 Kilometer entfernte Partnerstadt. Dort war er 2012 schon einmal, nachdem er 2011 zum ersten Mal mit seinem Trike in die französische Partnergemeinde St. Florent sur Cher gefahren war. Dort war er bei einer Gastfamilie untergebracht, die zwei Motorräder und ein Quad in der Garage stehen hatte und ihn mit weiteren Bikern bekannt machte. Bei der zweiten Frankreichfahrt 2014 stand eine Busfahrt an die Loire auf dem Programm. Golinski und seine Motorradfreunde waren separat unterwegs. „Wir hatten da richtig viel Spaß“, erinnert er sich.

Kontakte zum Motoradclub in ?entjur hat er bereits. Bislang ist der Neu-Anspacher auf seinem Vehikel allein in die Partnergemeinden gereist. Jetzt würde er sich über die Begleitung Gleichgesinnter freuen, egal ob auf dem Trike, dem Motorrad oder in einem Oldtimer. Über die Tourenplanung hat sich Golinski noch keine Gedanken gemacht. „Quer durchs Land“, sagt er. Die Strecke durch Österreich wird davon abhängen welche Pässe schon offen sind.

Das Partnerschaftsreffen in ?entjur ist vom 10. bis zum 13. Mai vorgesehen. Für den Bus ist die Hin- und Rückfahrt jeweils eine Tagestour, für die Biker rechnet Golinski mit jeweils drei Tagen und entsprechenden Übernachtungen unterwegs. Wer sich Klaus Golinski anschließen will, kann sich bei ihm melden unter der Telefonnummer (0 60 81) 96 07 14 oder per Mail unter klaus.golinski@web.de.

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