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Programm für Arbeitsvermittlung wird neu aufgelegt

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Von: Andreas Burger

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Ein Team, ein Ziel im Rahmen des Projekts „Wir sind Usingen PLUS“: Der Chef der Starthilfe, Holger Volz, Karin Mansouri vom Integrationsbüro der Stadt, Manuela Schierl (Starthilfe) und Bürgermeister Steffen Wernard (von links).
Ein Team, ein Ziel im Rahmen des Projekts „Wir sind Usingen PLUS“: Der Chef der Starthilfe, Holger Volz, Karin Mansouri vom Integrationsbüro der Stadt, Manuela Schierl (Starthilfe) und Bürgermeister Steffen Wernard (von links). © bur

Das Land Hessen fördert Hilfe in der Buchfinken-Stadt, damit Flüchtlinge und Arbeitssuchende in Lohn und Brot kommen.

Usingen -Seit 2019 läuft in der Stadt bereits das Projekt „Wir sind Usingen“. Was eigentlich nichts anderes ist als ein Programm, um Menschen, die aus vielfältigen Problemen nicht im Arbeitsmarkt Fuß fassen können, in Lohn und Brot zu bringen. Im Gegensatz zu den Maßnahmen des Arbeitsamtes aber sind die jeweiligen Hilfen sowohl inhaltlich als auch zeitlich individuell auf den Klienten abgestimmt. Bisher haben sich Land, Kreis und Stadt gemeinsam an der unter der Federführung der Starthilfe Hochtaunus laufenden Aktion finanziell beteiligt. Das ändert sich ab dem 1. Januar, denn der Kreis macht dann nicht mehr mit. Aber das Land.

Und mit dem neuen Jahr firmiert dann die Hilfe unter dem Namen „Wir sind Usingen PLUS“. Wobei sich das Plus auf zwei Fakten bezieht. Zum einen sollen verstärkt ukrainische Flüchtlinge in den Fokus genommen werden, zudem ist der Wohnort der Betroffenen nicht mehr ausschlaggebend - bisher war die Hilfe auf Usinger Einwohner begrenzt.

Kreis steigt ganz aus

Aktiv beteiligt sind vonseiten der Stadt die Integrationsbeauftragte Karin Mansouri, bei der Starthilfe sind es Holger Volz als Chef der Vereins und die Mitarbeiterin Manuela Schierl. Und sie wollen gemeinsam die bisher erfolgreiche Arbeit fortsetzen.

Dabei fährt das Projekt zweigleisig. Denn auf der einen Seite erhalten die Klienten vielfältige Unterstützung, auf der anderen Seite vermittelt die Starthilfe auch Arbeitskräfte an das heimische Gewerbe und den Handel. Sprich: Unternehmen suchen etwa einen Lagerarbeiter oder eine Hilfe im Pflegeheim. Dies wird mit den Wünschen der Suchenden verglichen, eine entsprechende Förderung startet - und die kann ganz einfach aus der Vermittlung bestehen oder, wie in fast allen Fällen, erst einmal in Sprachkursen, Kursen für die künftige Arbeit und der Hilfe, sich parallel im Dschungel deutscher Formalien zurechtzufinden. Zudem begleitet die Starthilfe auch den Arbeitsbeginn im Job - was auch dem Arbeitgeber hilft.

Die Klienten kommen freiwillig - es gibt keinen Zwang. Dafür werben die Starthilfe und die Stadt aber in der Erbismühle oder anderen Einrichtungen, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Gleichzeitig können sich aber auch alle melden, die seit längerem arbeitslos sind - und die vielleicht nur einen Anschub benötigen. Und der kann aus einer Beratung bestehen, aus Hilfe für die Bewerbung, Behördengängen, Deutschkursen oder generell der Begleitung, um sich beim neuen Arbeitgeber zurechtzufinden.

Bisher hat das Projekt eine Erfolgsquote von etwa 25 Prozent. Was recht gut ist, denn natürlich springen gerade zu Beginn der Kurse wieder viele ab - weil der Anfahrtsweg zu den Schulungen zu weit ist, sie einen Job gefunden haben oder sie sich im eingeschlagenen Weg nicht mehr wohlfühlen. „Mit einem Viertel als Quote hat die Aktion auf jeden Fall Erfolg, was auch durch die weitere Finanzierung seitens der Landesregierung anerkannt wird“, sagte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) bei der Präsentation der nun startenden Aktion.

Vom Hilfsarbeiter bis zum Ingenieur

Die bisherigen in die Arbeitswelt vermittelten Menschen kommen aus alle Bevölkerungsschichten und völlig unterschiedlichen Wissensständen. Vom Hilfsarbeiter bis zum Ingenieur hatte Mansouri bisher alles in den Schulungen. Und beileibe nicht alle sind in der Sozialhilfe abgefedert. Oft geht bereits ein Familienteil Vollzeit arbeiten, und nur der Partner möchte wieder einsteigen. Schwierig sind natürlich gerade die Jobsuchen für Frauen, die noch kleine Kinder haben und Teilzeit angefragt ist. Melden können und sollen sich aber auch wieder Unternehmen, die Bedarf an Arbeitskräften haben - das Spektrum ist dabei nicht eingegrenzt. Die Starthilfe versucht dann zu vermitteln und für den Job die passende Kraft zu finden - und entsprechend auszubilden.

Wer nun jemanden kennt, der an dem Programm Interesse haben könnte - oder wer eine Stelle frei hat, der kann sich an die Starthilfe wenden. Die ist unter 01 51-20 57 14 45 (Schierl) oder 01 51-17 02 32 40 (Mansouri) zu erreichen, per Mail an cafe-ole@starthilfe-hochtaunus.de. Persönliche Gespräche und Treffen sind montags bis freitags im Café Olé in der Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße 32 von 9 bis 14 Uhr möglich. VON ANDREAS BURGER

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