Bürgerinitiative

Protest gegen Windkraft

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Die Gegner der Windkraft formieren sich und informierten Bürger über ihre Ziele.

Was hatte Bürgermeister Roland Seel (CDU) erst aktuell zur Windkraftthematik gesagt? Er höre nichts von eventuellen Gegnern des Windpark-Projekts Siegfriedseiche? Dann hätte er am Donnerstag mal in die Jugendherberge kommen sollen, wohin die Bürgerinitiative Windkraft zur Infoveranstaltung geladen hatte.

Sprecher Christoph Wendtland führte erst mal in die Thematik rund um das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ein und kam letztlich zu dem Schluss, dass dieses Gesetz den Co2-Ausstoß nicht verringern helfe, dass die Energiewende technisch nicht durchführbar und dass sie nicht finanzierbar sei. „Die Energiewende ist ein Etikettenschwindel“, meinte Wendtland. Sie müsse vielmehr Stromwende heißen. „Wir verschandeln unser Land, machen die Natur kaputt und erreichen mit noch mehr Windkraftanlagen keine nennenswerten Änderungen beim Co2-Ausstoß“, sagte er.

Sollte die Forderung, Windräder auf zwei Prozent der Fläche aufzustellen, verwirklicht werden, stünde alle 6,7 Kilometer ein Zehner-Windpark in Deutschland, erklärte der Sprecher der Bürgerinitiative Windkraft und zeigte anschaulich mit einer Fotomontage, wie das im Taunus aussehen würde. „Lassen Sie uns dem Irrsinn ein Ende machen“, forderte er.

Doch Christoph Wendtland musste sich auch die Frage aus den Reihen der wenigen anwesenden Grävenwiesbacher Kommunalpolitiker gefallen lassen, wie die Alternative aussehe. Achim Göbel, der Vorsitzende des Regionalverbandes „Taunus Windkraft mit Vernunft“, sah die Lösung im Abschalten des Stand-By-Modus, in einer kritischen Sicht der Globalisierung, also in einem intensiven Nachdenken über das Energiesparen. Mikrokraftwerke für den Privathaushalt seien ein Anfang. Christoph Wendtland forderte, in die richtige Richtung zu forschen und das Geld nicht in Windkraft, sondern in die Forschung zu investieren.

Uwe Kühn, der Sprecher der Bürgerinitiative Usingen-Michelbach, rechnete vor, dass innerhalb der kommenden 20 Jahre für die geplanten Windkraftanlagen 45 Millionen in Grävenwiesbach „verbrannt“ würden, weil die Versprechungen gar nicht eingehalten werden könnten.

Die BI Windkraft schlug noch deutlichere Töne an und berichtete davon, dass es laut Pachtvertrag bei Veränderungen der wirtschaftlichen Situation neue Pachtverhandlungen gebe. Eine insolvente Firma könnte gar keine Pacht bezahlen. Und: Die Änderungen des kommunalen Finanzausgleiches erlaubten es den Gemeinden gar nicht, die Pachteinnahmen zu behalten. Dazu würden die Immobilien teilweise unverkaufbar und bestehende Häuser verlören an Wert. Auch Bernhard Klug vom Vorstand des Landesverbandes Vernunftkraft Hessen beschwor die Zuhörer, die BI’s zu unterstützen. „Wir kämpfen zwar gegen Windmühlen, sind aber keine Don Quichotes“, sagte er. Intensiv gehe es zudem mit der Zerstörung der Grävenwiesbacher Natur weiter, die auf neun Hektar für neun Windräder verzichten müsse.

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