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Eigentlich sind sie kaum zu erkennen, die fiesen kleinen Eichenprozessionsspinner, aber sie sind schon zahlreich da in Pfaffenwiesbach. Und nicht ungefährlich.

Natur

Prozessionsspinner-Nester in der Nähe des Waldkindergartens entdeckt

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Der Name klingt harmlos, doch die Raupen, die sich hinter dem Wort Eichenprozessionsspinner verbergen, sind es ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Denn die Haare der Raupe sind für den Menschen gefährlich.

„Ich habe hier noch keinen Eichenprozessionsspinner gesehen“, sagte eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund in der Nähe des Parkplatzes oberhalb der Reithalle unlängst unterwegs war. Und in der Tat ist die kleine Raupe zunächst erst einmal für das ungeübte Auge unsichtbar. Warnhinweisschilder stehen in der Verlängerung des Weges. „Ich habe hier zwar schon manch anderen Spinner gesehen, aber den nicht. Und ich habe auch keine Angst davor“, ergänzt die Spaziergängerin und geht weiter. Andrea Pfäfflin vom Nabu und selbst Waldpädagogin sieht die Sache nicht ganz so locker. Denn der Eichenprozessionsspinner ist für den Menschen gefährlicher als für befallene Bäume.

Vorzugsweise finden sich die Raupennester an Eichen, aber auch Hainbuchen sind, sofern die Population groß ist, probate Orte, um sich in Ruhe zu vermehren und zu wachsen. Dabei fressen die Raupen vorzugsweise das Blattwerk bis auf die Blattrippe ab. „Das verkraftet der Baum aber in der Regel, deshalb wird im Waldbereich auch nichts gegen den Falter unternommen“, sagte Revierförster Björn Neugebauer. Für den Menschen ist die Raupe ebenfalls eine Gefahr, besonders im Mai und Juni, wenn die Raupen ihre Brennhaare ausbilden. Diese brechen leicht ab und können bei günstigem Wind über eine größere Strecke fliegen. Dabei haften sie auch an Schuhen und in der Kleidung.

Der Hautkontakt mit den Brennhaaren löst allergische Reaktionen auf der Haut aus, und das jedes Mal aufs Neue, selbst wenn man mit ihnen bereits in Berührung kam. Diese fast unsichtbaren Brennhaare dringen dabei leicht in die Haut und in Schleimhäute ein, setzten sich dort mit ihren Widerhaken fest und lösen eine Raupendermatitis aus. Das kann zu Quaddeln oder Hautentzündungen, aber auch anhaltenden Papeln führen, die in ihrer Art an Insektenstiche erinnern.

Wer sich den Gang zum Arzt schenkt, kann damit leicht bis zu zwei Wochen kämpfen. Gefährlich sind die Haare vor allem dann, wenn sie in die Atemwege gelangen, da sie im schlimmsten Fall von Husten bis zu Asthma führen.

Zwar gibt es chemische Möglichkeiten die Eichenprozessionsspinner (kurz EPS) zu bekämpfen, diese werden im Allgemeinen aber nur im innerstädtischen Bereich eingesetzt, erklärt Neugebauer. In der Landschaft selbst gibt es verschiedene natürliche Schädlingsbekämpfer wie Wanzen, Schlupfwespen oder auch den Kuckuck, bei denen die Raupe auf der Speisekarte steht.

Die Bäume mit den Nestern, die zunächst wie Taschen des Baumes aussehen, hat der Förster bereits mit EPS beschriftet, der Bauhof hat Warnhinweise aufgestellt. Wer sich wirkungsvoll schützen möchte, der sollte in der Tat das Gebiet weiträumig meiden.

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