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Der erste Schnee ist im Usinger Land gefallen, wie hier in Oberreifenberg von der Burgruine aus gesehen. Die Räumfahrzeuge stehen in den Startlöchern.

Salzsilos in allen Bauhöfen gut gefüllt

Räum- und Streufahrzeuge im Taunus stehen in den Startlöchern

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Die kommenden Tage und Nächte werden kalt im Taunus, die Neuschnee-Wahrscheinlichkeit auch in den niederen Lagen steigt. Räum- und Streufahrzeuge im Usinger Land stehen in den Startlöchern, in Neu-Anspach etwa sind es vier. Der dortige Bauhofleiter Wolfram Präger wünscht sich einen knackig-kalten Winter.

„Am besten wären 20 Zentimeter Schnee und dass es so richtig kalt wird.“ So einen eisigen Winter im Usinger Land wünscht sich Wolfram Präger, Chef des Bauhofs in Neu-Anspach. Nicht, damit seine 19 Mitarbeiter genug Schnee zum Räumen haben. Sondern, weil sie nur so das Gehölz im Wald pflegen können. „Bevor die Maschinen in den Wald fahren können, muss der Boden hart genug sein“, sagt Präger.

Der Betriebswirt ist seit 17 Jahren beim städtischen Bauhof tätig und hat schon so einige Winter erlebt. Was sagen ihm Gefühl und langjährige Erfahrung zu dem Winter in der Saison 2016/2017? „Letztes Jahr habe ich gesagt er wird hart, wurde aber eher mild. Mein Gefühl sagt mir, dass er dieses Jahr härter wird. Wir hatten jetzt zwei milde Winter hintereinander, häufig folgt dann ein kälterer.“

Das Salz liegt schon seit dem Sommer im Holz-Silo im Gewerbegebiet Kellerborn. Es sind 75 Tonnen Salz, ein Teil davon stammt noch aus dem vergangenen Winter, damit ist das Silo voll. Dazu kommen 30 Tonnen Salz für die Fußtruppe, verpackt in rund 1200 Säcke. Falls das Salz tatsächlich mal knapp werden sollte, hat der Anspacher Bauhof eine 24 Tonnen große Reserve. Auch die Salzsilos der anderen fünf Kommunen des Usinger Landes sowie die Monster-Silos (900 Tonnen) von Hessen Mobil in Usingen sind gefüllt.

Zwei Unimogs und zwei kleinere Räumfahrzeuge kommen in Neu-Anspach zum Einsatz. Derzeit sind sie noch dabei die städtischen Straßen zu reinigen, allerorten wird Laub weggeräumt. Erst wenn Schnee auf den Straßen liegenbleibt wird das „Winterschild“, besser bekannt als Schneeschieber, vorne an einem Unimog montiert.

Anders als bei der Straßemeisterei in Usingen, deren Räum- und Streufahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz sind, geht’s für die Anspacher Mitarbeiter um vier Uhr morgens mit der ersten Schicht los. Die letzte endet um 20 Uhr – vorausgesetzt, dass es um 19 Uhr nicht anfängt zu schneien. Dann wird auch schon mal bis 23 Uhr geräumt. „Feierabend ist erst wenn die Straßen frei sind“, sagt Präger.

Die Mitarbeiter des Fußtrupps arbeiten im Wochen-Wechsel, immer jeweils zu Fünft jede Woche. Die vier Fahrzeuge beseitigen den Schnee auf den 49 Kilometern städtische Straße. Die Fußtruppe ist wiederum für 86 Liegenschaften, etwa Treppen, Überwege und den Bahnhof zuständig. Die Straßen, auf denen Schnee geschoben oder Salz gestreut wird, sind mit drei Prioritäten versehen, wobei 3 nicht gestreut wird. „Priorität 1 haben die sehr wichtigen Straßen in der Stadt, an einem wirklichen Wintertag kann es sein, dass wir dort anfangen und dann im Anschluss direkt wieder von vorne loslegen“, sagt Präger. Wirklich wichtig, weil hier die meisten Autos fahren, sind unter anderem die Theodor-Heuss-Straße und die Adolf-Reichwein-Straße oder die Straße „An der Eisenbahn“. Priorität 2 genießen etwa die Adenauer-Straße oder die Rudolf-Selzer-Straße, sie werden „vorrangig geräumt“, heißt es beim Bauhof.

Die Tatsache, dass jeden Winter aufs Neue Bürger anrufen, die sich darüber ärgern, dass die Straße vor ihrem Haus noch nicht geräumt sei, nennt Präger ein „leidiges Thema“. Er selbst muss nur wütende Anrufer abwimmeln, deutlich gefährlicher leben Bauhofmitarbeiter wie Michael Bettner im Außendienst. Da komme es auch schon mal vor, dass ihm ein genervter Anwohner mit seinem Schneeschieber drohe, nachdem der Unimog den Schnee von der Straße wieder auf den Gehweg geschoben hat. . . ..

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