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Blitzblank und nigelnagelneuen ist dieser Linienbusses der HLB in Westerfeld, den wir im Dezember fotografiert haben. Und so sehen auch die Busse aus, die aus dem Usinger Land über den Feldberg nach Oberursel und Bad Homburg fahren.

Tickets um 75 Prozent teurer

Von Reifenberg nach Frankfurt: RMV langt kräftig hin

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Die Busfahrten aus dem Usinger Land in den Schnee der Feldberg-Region sind wirklich günstig. Doch das bringt Pendlern nichts, die seit diesem Jahr einen Mehrpreis von bis zu 75 Prozent für Fahrausweise nach Frankfurt verkraften müssen.

Das war es dann wohl. Thomas Präger aus Oberreifenberg steigt wieder aufs Auto um, wenn er in seiner Freizeit nach Frankfurt oder in den Vordertaunus fährt.

Grund dafür ist ein satter Preisaufschlag beim RMV – und weniger die Flut der Frankfurter, die seit Wochen wegen des Winterwetters mit ihren Autos die Straßen rund um den Feldberg verstopfen und ganz Oberreifenberg zuparken. „Man muss sich nicht wundern, dass alle mit dem Auto zu uns in den Taunus kommen. Bei den Fahrpreisen. Ich werde mir den ÖPNV künftig nur noch in Notsituationen leisten und wieder mit dem Auto nach Frankfurt fahren“, sagt Präger.

Der Grund: Seit diesem Jahr bezahlt der Oberreifenberger für die Fahrt mit dem Bus nach Oberursel und weiter mit der U-Bahn oder S-Bahn nach Frankfurt statt wie bislang 4,65 Euro nun 8,35 Euro. Das entspricht einer Teuerungsrate um fast 80 Prozent. „Das ist umso ärgerlicher, weil die abgelegenen Regionen ja gerade mit dem ÖPNV an die Metropolen angebunden werden sollten“, sagt Präger.

Durch die aktuelle Preisstruktur werde das aber „konterkariert“. Mit der Antwort auf seine Anfrage beim Verkehrsverband Hochtaunus zeigt sich Präger alles andere als zufrieden. Betroffen seien vor allem die ÖPNV-Kunden aus Nieder- und Oberreifenberg.

„Durch die Änderung ist die tarifliche Zuordnung wiederhergestellt, wie sie bereits bis 2010 für Nieder- und Oberreifenberg bestanden hat. Alle Haltestellen in der Gemeinde Schmitten sind nun einem Tarifgebiet zugeordnet“, heißt es vonseiten des VHT.

Das betrifft alle Haltestellen in Nieder- und Oberreifenberg, die Haltestellen Großer Feldberg, Sandplacken, Windeck und Rotes Kreuz.

Was weder der RMV noch der VHT verschweigen: Die Änderungen treffen nicht nur die Pendler aus Ober- und Niederreifenberg, sondern auch den Freizeit- und Ausflugsverkehr aus Frankfurt und dem Vordertaunus zum Großen Feldberg.

Sie alle müssen seit diesem Jahr eine Preisstufe mehr bezahlen. „Bisher war der auf Entfernungen bezogene Fahrpreis unverhältnismäßig günstig“, teilt der VHT mit. „Eine Fahrt von Niederreifenberg nach Niederursel mit der U-Bahn ist 27 Kilometer lang und kostete bislang lediglich zwei Euro.

Genauso teuer war ein Fahrausweis zwischen den Haltestellen innerhalb von Niederreifenberg. Mit der Änderung wird der RMV-Tarif leistungsgerechter.“

Durch die Anpassung der Tarifgrenzen werde kein RMV-Kunde bessergestellt, meint Präger. Es gebe allenfalls Verlierer.

Der RMV und der VHT hätten den Berufspendlern aus Reifenberg ebenso einen Bärendienst erwiesen, wie jungen Leuten, die ein Konzert in Frankfurt besuchen wollen.

„Ganz zu schweigen von Frankfurter Autofahrern, die hier an den letzten beiden Wochenenden die Straßen hoffnungslos verstopft haben. Kein Wunder bei den Preisen. Bei einem funktionierenden und attraktiven ÖPNV wäre das Verkehrschaos sicher kleiner ausgefallen“, hält Präger mit Kritik nicht zurück.

„Wenn die Preise in den ländliche Regionen künftig nach Entfernung berechnet werden sollen, sitzen in den Bussen nur noch Fahrgäste, die mangels Führerschein keine Alternative haben.“

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