Fast 300.000 Besucher

Rekordsaison in der Lochmühle

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Statt Eltern und Kindern sind derzeit nur noch ein paar Mitarbeiter in der Lochmühle unterwegs. Sie beseitigen die Spuren der Saison, in der deutlich mehr Besucher kamen als in der Vergangenheit, und bereiten den Park schon auf das kommende Jahr vor. Und das ist richtig viel Arbeit.

Christine Zwermann-Meyer hat in den vergangenen Tagen morgens stets mit Erleichterung aus dem Fenster geschaut. Draußen flogen die ersten Schneeflocken durch die Luft, es war trüb und ziemlich kalt – eindeutig kein Wetter, bei dem Familien mit Kindern in die Lochmühle strömen würden. So war Geschäftsführerin Zwermann-Meyer froh, dass der Freizeitpark bereits seit Anfang Oktober – früher als in manchen Jahren zuvor – die Saison beendet hat und sie daher nicht entscheiden musste, ob eine Öffnung bei diesem Wetter aus Sicherheitsgründen überhaupt möglich ist. Ganz abgesehen davon, würde es sich an einem solchen Tag nicht lohnen, 25 Mitarbeiter – so viele sind an einem Öffnungstag mindestens nötig – zu beschäftigen.

Zufrieden kann sie auch sein, weil die abgelaufene Saison für die Lochmühle die erfolgreichste seit vielen Jahren war. „Wir hatten fast 300 000 Besucher“, berichtet Zwermann-Meyer, die über die Zahl selbst überrascht ist. „Schon 2014 war mit 280 000 ein sehr gutes Jahr. Dass es noch einmal mehr werden, hätten wir nicht gedacht.“ Durchschnittlich seien es in den vergangenen Jahren 250 000 Besucher gewesen. Besitzer von Jahreskarten werden dabei anders als in anderen Parks nur einmal gezählt. Auch alle, die den Park kostenlos besuchen, etwa Tschernobyl-Kinder oder Flüchtlinge, sind in der Zahl nicht enthalten. Tatsächlich kamen über die Saison also weit mehr als 300 000 Besucher in die Lochmühle. Der heiße Sommer – üblicherweise hält Schwimmbadwetter einige von einem Ausflug in den Freizeitpark ab – habe sich nicht so bemerkbar gemacht: „Es waren viele Tage zwischen 25 und 30 Grad, das geht gerade noch“, sagt Zwermann-Meyer.

Dass der Freizeitpark so gefragt ist, führt sie auf das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die große Zufriedenheit der Besucher zurück: „Wir haben auch viele Wiederholungsbesucher.“ Die Lochmühle richte sich explizit an Kindergarten- und Grundschulkinder. In vielen anderen Parks seien hingegen ältere Kinder die Zielgruppe. Die Geschäftsführerin hat zudem beobachtet, dass es seit etwa zwei Jahren wieder mehr Kinder gibt: „Der Trend geht weg von der Ein-Kind-Familie. Wer sich für Kinder entscheidet, will mehr als eines.“

Ganz besonders für die, die häufiger in die Lochmühle kommen, sind Sonderaktionen interessant. In diesem Jahr stand die Landwirtschaft im Fokus, 2014 waren es die Mühlen. Dazu gab es auch einen Aktionstag, der sehr gut angekommen sei, wie Zwermann-Meyer berichtet.

Ob es im nächsten Jahr ebenfalls ein bestimmtes Motto gibt, stehe noch nicht fest. Die neue Saison werde erst in den nächsten Wochen geplant. So sei auch noch nicht entschieden, welche Neuerungen ansonsten anstehen. „Wir haben noch nichts gekauft“, sagt Zwermann-Meyer. In diesem Jahr war im oberen Bereich des Freizeitparks eine riesige neue Kletteranlage für größere und kleinere Kinder aufgebaut worden. „Sie ist sehr gut angekommen“, sagt die Geschäftsführerin. „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder sich ein bisschen selbst betätigen. Vielen fällt die Koordination schwer, auch weil sie gar keine Möglichkeit mehr haben, sich viel zu bewegen.“

Rund 80 Mitarbeiter sind in der Saison in der Lochmühle beschäftigt, hinzu kommen rund 40 in der Gastronomie. Während die Saisonkräfte bereits am 15. Oktober ihren letzten Arbeitstag hatten, sind 20 Mitarbeiter das ganze Jahr im Einsatz. Sie haben derzeit noch viel zu tun. Ein Teil der Fahrgeschäfte und Geräte ist bereits abgebaut und untergestellt. Sie werden überprüft, Teile in der Werkstatt, um die sich Sohn Carsten Meyer kümmert, erneuert. Alle zwei Jahre finde eine Inspektion der Fahrgeschäfte durch die Herstellerfirmen statt, erläutert Christine Zwermann-Meyer.

Tische, Bänke und Papierkörbe wurden bereits abmontiert und ins Trockene gebracht. Viel Arbeit machen auch die Dahlien, die über Winter eingelagert werden. Aus sämtlichen Blumenkübeln muss die Erde raus, sie wird im nächsten Jahr wieder aufbereitet. Auch Bau- und Streicharbeiten an den Ställen stehen derzeit an, Wege, Zäune und Pflaster werden ausgebessert. Eine Riesenaufgabe ist es, das ganze Laub zu beseitigen. „Das dauert rund vier Wochen“, sagt Zwermann-Meyer.

Bis das alles geschafft ist, wird es Mitte Dezember sein. Für einen Monat herrscht dann Winterruhe in der Lochmühle, die Mitarbeiter können Urlaub machen – mit Ausnahme derjenigen, die sich um die Tiere kümmern. Denn die wollen weiterhin zu fressen bekommen. Zwar überwintern nicht alle Tiere in der Lochmühle – „ein Großteil haben wir bereits verkauft“, so Zwermann-Meyer – doch es bleibt immer ein Stamm, so dass es im neuen Jahr wieder Nachwuchs gibt.

Für sie und ihre Familie steht in den kommenden Monaten die detaillierte Planung der neue Saison auf der Agenda. Wegen des frühen Termins von Ostern – zu den Feiertagen hat die Lochmühle stets geöffnet – geht’s bereits am 25. März wieder los. Bis dahin wird sie sich aber auch noch Zeit für Urlaub nehmen – im Schnee, denn Winterwetter ist für ihre Familie erholsam.

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