Hundstadter Wehr

Die Rettung aus steilem Gelände muss geübt sein

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Mit einer Übung der ganz besonderen Art überraschte Wehrführer Timo Heider sein Team von der Freiwilligen Feuerwehr. Am Samstag ging es erst mal in den Wald.

Zu einer ganz besonderen Übung trafen sich am Wochenende die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hundstadt im gemeindeeigenen Wald.

Sie bauten am alten Gleisbett, das zur Muna, dem jetzigen Bundespolizeilager, führt, in Höhe des Naturdenkmals „Hirschsteinslai“ eine Seilbahn. Denn der Auftrag dieser Übung lautete, eine verletzte Person, in diesem Fall eine Puppe, über eine Seilbahn aus unwegsamem Gelände zu retten. Ein mehrere Meter breiter und auch tiefer Geländeeinschnitt, nämlich die alte Bahnstrecke zur Muna, musste dabei überwunden werden.

Wie also eine Seilbahn bauen? „Das war gar nicht so schwer“, erklärte Wehrführer Timo Heider. Die Brandbekämpfer verbanden zweimal drei Holzstämme mit Leinen zu Drei-Bein-Stützen. Auf jeder Seite des Gleisbetts stellten sie eine Stütze auf, an denen Umlenkrollen befestigt wurden. Und darauf lief ein Stahlseil.

Nun musste nur noch die zu rettende Person, eben die Puppe, auf einem Rettungsbrett fixiert werden, um an einer Laufkatze hängend zügig über das gespannte Stahlseil gezogen zu werden.

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Da war schon genügend Wissen um diesen Vorgang vonnöten, um im Ernstfall richtig zu regieren. Bereits am Freitagabend waren die Feuerwehrleute im Gerätehaus zusammengekommen, um die Übung vorzubereiten. Diese Gelegenheit nutzten sie, um gemeinsam zu grillen. Für die Verpflegung war Kassenwart Kai-Michael Heider zuständig, der seinen Kameraden als Zeichen seines Dankes für das stimmungsvolle Spalierstehen anlässlich seiner Hochzeit Essen und Getränke spendierte.

Das Besondere an diesem Grillen war, dass an diesem Abend keiner nach Hause ging. Die Feuerwehrleute hatten Zelte mitgebracht, in denen sie vor dem Gerätehaus oder auf Feldbetten im Schulungsraum übernachteten. Geweckt wurden sie am nächsten Morgen durch ein leckeres Frühstück des Feuerwehrvereinsvorsitzenden Siegmar Heider und seiner Frau Marion.

Danach konnte es mit der Übung im Wald losgehen. Dies sei keine alltägliche Feuerwehraufgabe, sagte Timo Heider. „Nur wenige Feuerwehren im Kreis sind dafür ausgerüstet und ausgebildet“, betonte er. Und er war stolz auf seine Kameraden, die diese komplizierte Aufgabe zügig und ordnungsgemäß lösten. Schon gegen 13.30 Uhr war die Übung beendet und alles im Wald wieder abgebaut und aufgeräumt.

„Die Teilnehmer waren sehr zufrieden mit dieser Übung, bei der neben der technischen Ausbildung vor allem das Teamwork und die Kameradschaft im Vordergrund standen“, sagte der Wehrführer.

Und er appellierte sogleich an alle, die sich für Technik interessieren und gerne in einem starken Team komplizierte Aufgaben lösen möchten. „Dann sind sie bei uns richtig“, versuchte Timo Heider, für die Feuerwehrarbeit zu werben. Denn: Die Feuerwehr braucht neue Helfer.

Wer Zeit und Interesse hat: Wehrführer Timo Heider ist unter der Telefonnummer 01 75-3 67 67 75 zu erreichen – oder einfach freitags ab 18.30 Uhr im Gerätehaus am Dorfgemeinschaftshaus vorbeikommen.

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