Mit dem Rhythmus angesteckt

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Partnerschaft mit einer Kirche in Afrika bedeutet nicht nur finanzielle Unterstützung. Es geht auch um geistigen Beistand, und ein Stück afrikanischen Rhythmus bringen die Freunde auch mit.

Es ist nicht leicht, deutsche Gottesdienstbesucher in Bewegung zu bringen. Das musste Michel Sanya lernen, als er 1997 nach Deutschland kam. Heute weiß er, dass sie ihre Freude gut zu verstecken wissen und sie nicht wie Afrikaner mit dem ganzen Körper, mit fröhlicher Musik, Gesang und Tanz zum Ausdruck bringen. Das hatte er erkannt, als ein Besucher ihm einmal sagte, wie viel Freude ihm der Gottesdienst gemacht hatte. „Dabei hatte ich gar nichts davon bemerkt.“

Heute kann Sanya damit umgehen. Er hat gelernt, Deutsche mit afrikanischem Rhythmus anzustecken. Er war daher genau der richtige, um beim Gottesdienst anlässlich der Partnerschaft der evangelischen Gemeinde mit der Kirche Ceba in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo für Rhythmus zu sorgen, denn das Motto lautete: „Afrikanischer Rhythmus – mit Freu(n)den in Bewegung“.

Ein kleiner Funke rhythmischer Lebensfreunde sprang denn auch auf die Besucher über, denn Sanya machte in seiner mitreißenden fröhlichen Art klar: „Beim afrikanischen Gottesdienst gibt es keine Zuschauer.“ So sangen alle kräftig „Mambo sawa sawa“ (Alles ist gut) und „Kumisa-Ye“ (Lobet den Herrn) mit. Als bei so vielen fremden Worten ein Seufzen durch die Besucherreihen ging, antwortete der 37 Jahre alte Sänger, Komponist, Trommler und Chorleiter: „So ist es mir gegangen, als ich Deutsch gelernt habe.“

Der sympathische junge Mann hatte sich schnell in die Herzen der Gottesdienstbesucher getrommelt und gesungen, und so machten am Ende doch alle mit. Die Teilnehmer am Trommel-Workshop tags zuvor gaben eine Kostprobe des Gelernten.

Einer, der die deutsche Mentalität gut kennt, ist Dr. Jean Mutombo. Der kongolesische Pfarrer, der seit langem in Deutschland lebt und arbeitet, weil sein Leben in seiner Heimat bedroht ist, ist der Gemeinde so verbunden, dass er und seine Familie keine Gäste mehr sind, sondern dazugehören. In seiner Predigt blickte er auf die fast 40-jährige Verbindung zurück und bezeichnete sie als Brücke zwischen den Kontinenten, aber auch als Brücke zwischen Menschen, denn die Partnerschaft werde gelebt. Als „Sammlung der Rhythmen der Herzen, die zusammenkommen, um Gott zu loben“. Der Partnerschaftssonntag gebe ihr Struktur und Rhythmus.

So, wie die Wehrheimer eine Botschaft in den Kongo geschickt hatten, verlas Renate Keller vom Partnerschaftsausschuss auch ein Grußwort von Baudouin Lwinda, dem Geschäftsführer in Lubumbashi. Er bedankte sich für geistliche (das Gebet füreinander), geistige (die Förderung der Bildungschancen) und materielle Unterstützung. „Wir fühlen uns nicht allein gelassen, denn wir haben euch an unserer Seite.“

In allen drei Bereichen wird der Einsatz nicht aufhören, versprach Pfarrer Matthias Laux. Materiell bedeutet das aktuell, dass weiterhin Geld für den Bau der Krankenstation Katuba I. nötig ist. Wenn sie fertig ist, soll sie mit dem Nötigsten ausgestattet werden. Laux wies zudem auf die neu gestaltete Internetseite hin, auf der es weitere Informationen gibt.

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