Die richtige Lerntechnik macht’s

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Es geht doch einfacher, besser und vor allem effektiver, das Lernen. Dass man Lernen tatsächlich lernen kann, ließen sich einige Eltern in der Grundschule im Weiltal genau erklären. Und sie hatten noch dazu ihren Spaß.

Eigentlich war es eine Werbeveranstaltung für die Firma Mind Unlimited aus Hamburg, die Schülerferienkurse und auch Lehrerfortbildungen anbietet, zu der rund 30 Mütter und Väter am Donnerstagabend in die Grundschule im Weiltal gekommen waren. Doch Firmeninhaber Wilfried Helms hatte da so manchen Rat und gute Tipps für die Eltern parat. Und das wird am Ende den Kindern zugute kommen.

Helms, Vater von vier Kindern und früherer Gymnasiallehrer, zeigte komödiantisches Talent bei seinem Vortrag und zog die Eltern in seinen Bann. Mit einer zur Faust geballten Hand machte er klar, wie groß das menschliche Gehirn ist. Wilfried Helms bestimmte zwei Freiwillige, die sich Zahlenreihen merken mussten, und das war nicht einfach. „Strengen Sie sich doch ein bisschen an, reißen Sie sich zusammen“, mokierte er sich und erklärte augenzwinkernd: „Das sagen Sie doch zu ihren Kindern auch, wenn es mit dem Lernen nicht so klappt.“ Dabei sei es ganz normal, dass man sich lange Zahlenreihen nicht merken könne. „Das Ultrakurzzeitgedächtnis kann nur sieben Informationen aufnehmen, danach schaltet es ab“, erklärte er. Es sei denn, man lerne anders.

Wie, das zeigte er ebenfalls. Er verteilte Zettel mit neun Begriffen, die jeder in zwei Minuten auswendig lernen sollte. Dabei verriet er aber nicht, dass einige einen Zettel mit durcheinander aufgeschriebenen Begriffen erhalten hatten und andere bereits strukturierte Begriffe. Prompt konnten Letztere die Wörter aufsagen, die anderen lediglich einige wenige.

Und schon war der Gesprächsleiter am Ziel: Seine Lernmethode basiert auf dem strukturellen Lernen. Je mehr gelernt werde, desto weniger bleibe hängen, sagte er. Da es auch noch Gefühlsmenschen gebe, die in fast nichts eine innere Logik entdecken könnten, müsse mit einer Geschichtentechnik gearbeitet werden. Das heiße, um Dinge wie Länder und deren Hauptstädte lernen zu können, müssten solche Menschen sich eine Geschichte dazu ausdenken. Helms forderte die Eltern auf, ihren Kindern gleiche Tagesabläufe mit festen Lernzeiten anzubieten. „Solch ein Wochenplan muss unantastbar bleiben“, riet er. Unterschiedliche Aufgaben erforderten zudem auch unterschiedliche Orte zum Lernen.

Und wenn der Grundschüler bäuchlings auf dem Boden lerne, dann sei es ok, solange alles klappe. Bei Mathematik sei es wichtig, dass eine gerade Körperhaltung mit fest auf dem Boden aufgestellten Füßen eingenommen werde, um bestimmte Hirnströmungen zu aktivieren. Wer keine Probleme in Mathe habe, der könne sitzen, wie er wolle. Ganz wichtig: Immer nur eine Sache lernen. Wenn Kinder an der Materie interessiert sind, gehe der Stoff schneller ins Langzeitgedächtnis über. Und: „Alles, was ich lerne, muss ich pflegen. Fragen Sie bei ihren Kindern immer wieder das kleine Einmaleins ab“, riet er. Genauso sollte es normal sein, die Vokabel immer wieder abzufragen.

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