Rodung für Windräder in Grävenwiesbach

Der Taunus hat schon sehr unterschiedliche Bürger. Während in der gerade ’mal vier Kilometer Luftlinie entfernten Stadt Neu-Anspach das ungeliebte Thema Windkraft gerade zu einer neuen Partei

Der Taunus hat schon sehr unterschiedliche Bürger. Während in der gerade ’mal vier Kilometer Luftlinie entfernten Stadt Neu-Anspach das ungeliebte Thema Windkraft gerade zu einer neuen Partei führte, die indirekt zudem erreichte, dass es nun doch noch ein Bürgerbegehren geben wird, findet man Gegner in Randgemeinde Grävenwiesbach nur, wenn sie „importiert“ werden. Etwa bei der Infoveranstaltung, bei der Investor Windwärts die Pläne für die sechs Rotoren vorstellte. Dass die Politik die Füße still hält, wundert nicht. Mit rund 40 000 Euro Grundgebühr – also gesicherter Einnahmen – lockt Windwärts die Gemeinde pro Windrad. Da hört man aus der Stimme des Bürgermeisters schon fast Bedauern, dass von den sechs nur drei auf Gemeindefläche stehen. „Aus der Politik habe ich bisher keine Gegenstimmen gehört“, versichert Roland Seel (CDU). Und von Transparenten eventueller Gegner habe er auch noch nichts gesehen. Lediglich aus der Usinger Gemeinde Michelbach habe es Kritik gegeben. Was nicht wundert – in diese Richtung wird gebaut.

Proteste seitens einer wie auch immer gearteten Bürgerbewegung kämen auch zu spät. Die Frist für ein Bürgerbegehren ist um. Und eine Kommunalwahl steht zudem nicht mehr so schnell an.

Auch bei Hessenforst, auf dessen Flächen drei Windräder entstehen sollen, ist von einem Protest natürlich nichts zu hören. Schließlich muss die Landeseinrichtung zur politischen Großwetterlage stehen und die Vorgabe zur erneuerbaren Energie umsetzen. Da kommt zu pass, dass von den drei Flächen bei Hessenforst die Hauptplanungen in eine Lichtung fallen, also die Kettensäge kein großes Fest feiert. Zudem betonte der Forstamts-Bereichsleiter Thomas Götz, dass jeder Windwurf und Sturm mehr beschädigen würde. Und auch er selbst hat keine Bedenken: „Windkraft ist eine gute Alternative bei den erneuerbaren Energien, vielleicht nur als Übergangslösung, aber derzeit die einzige Lösung.“ Auch für die drei auf Gemeindegebiet hat Seel keine Naturschutzbedenken. „Wir werden ein Windrad auf eine Windwurffläche stellen, bei den beiden anderen Arealen steht der Forst nicht allzu dicht. Natürlich müssen für den Bau Schneisen geschlagen werden. Aber das wird auch wieder aufgeforstet.“ Dr. Stefan Dietrich als Sprecher der Windwärts Energie GmbH, hat Hoffnung, dass mit der Rodung der Flächen noch im Herbst begonnen werden kann. Derzeit liegt der Antrag beim RP Darmstadt zur Genehmigung vor. „Wir müssen in den kommenden Wochen noch Unterlagen nachreichen“, sagte Dr. Dietrich gestern.

Die Hoffnungen, 2016 die Genehmigung zu bekommen, ist verständlich. Denn dann greift noch das alte EEG (Erneuerbare Energie Gesetz), bei dem der Strom deutlich besser vergütet wird. Ab 2017 müssen Stromanbieter ihre Ware sozusagen „versteigern“, der Preis ist dann Schwankungen unterworfen.

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