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Verwaist, aber dafür fast klinisch rein: Das Alkoholverbot rund um das Bürgerhaus zeigt Wirkung.

„Partyszene“ rund ums Bürgerhaus macht sich rar

Es ist ruhiger geworden

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Das Alkoholverbot rund um das Bürgerhaus zeigt Wirkung. Die Ordnungsbehörden, Hausmeister Pippinger und die Senioren stellen fest, dass vieles besser geworden ist.

Erst Mitte Juni war die Alkoholverbotszone rund um Bürgerhaus und Feldbergcenter eingerichtet worden. Das ist erst sechs Wochen her, und schon gibt es erste Erfahrungen. Und die sind vielversprechend.

„Wir haben bisher nur positive Rückmeldungen“, sagt Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU). Ein kurzer Rundgang um Kirche und Bürgerhaus bestätigt den guten Eindruck: Tagsüber sind keine jungen Erwachsenen aus der ehemaligen Szene rund um das Bürgerhaus zu sehen. Zwei Mädchen haben auf der Wiese eine Decke ausgebreitet und chillen mit Büchern in der Hand, ein paar Hunde werden ausgeführt. An einem der Brennpunkte auf der Rückseite des städtischen Gebäudes gegenüber dem Seniorentreff: gähnende Leere und ein fast klinisch reines Verbundsteinpflaster.

„Es ist viel besser geworden“, bestätigt auch der im Seniorentreff aktive Heinz Bethmann, der sich in der Ecke auskennt wie kein anderer. „Es liegt weniger Müll in den Ecken“, hat er festgestellt, und es sei ruhiger geworden.

Die „Partyszene“ hat sich also fürs Erste rar gemacht, und darüber freut sich auch Manfred Pippinger, Hausmeister im Bürgerhaus: „Es ist viel besser geworden“, wiederholt er die Worte Bethmanns. Rund um das Bürgerhaus und im Eingangsbereich, einst ein weiterer beliebter Treffpunkt der trinkfreudigen Jugend, sei es sauberer geworden.

Besonders am Eingang hatten sich viele Passanten unwohl gefühlt, mussten sie doch an den in Gruppen zusammenstehenden jungen Menschen vorbei.

Nicht zuletzt die Mauer neben dem Treppenabgang zum Rewe, wo sich das „Problempublikum“ nach dem Einkauf gerne niederließ, ist kaum besetzt, und wenn, dann bleiben die Flaschen zu und kein Leergut oder Glasmüll zurück.

Die Folgen des Alkoholkonsums waren auch oft Vandalismus und Rowdytum. Eine Insel der Ruhe ist der Bereich dennoch nicht geworden. Nachts seien immer noch ab und zu Autos unterwegs – mit dröhnendem Bass aus den Lautsprechern, berichtet Hausmeister Pippinger: „Aber das ist nichts, um die Polizei zu holen.“

Die Szene hat sich verlagert, damit hatte auch das Ordnungsamt gerechnet. Einer der Ausweichplätze ist die Skateranlage im Gewerbegebiet zwischen Hausen und Anspach. „Auch dort haben wir ein Auge drauf, und der Bereich ist überschaubar“, sagt Amtsleiter Hans-Jörg Bleher. Und dort sei auch kein Publikumsverkehr wie am Bürgerhaus oder dem Feldbergcenter.

Verstöße gegen das Alkoholverbot gibt es übrigens so gut wie keine, informiert Bleher, denn eine Zuwiderhandlung könne teuer werden. Das habe sich bei den jungen Erwachsenen offensichtlich herumgesprochen. Geldbußen bis zu 500 Euro könnten ausgesprochen werden, so der Rathaus-Mitarbeiter.

Die laufende Aktion ist mit der Polizei abgestimmt. Zusammen mit dieser überwachen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Einhaltung des Verbots. Schilder markieren den betroffenen Bereich, und sie werden vorerst bis Oktober auf das Alkohol-Verbot aufmerksam machen. Bis dahin ist der Versuch zunächst befristet, und dann soll Bilanz gezogen werden.

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