Streckenabschnitt bis Grävenwiesbach

Die S-Bahn kommt

  • vonMatthias Pieren
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Frühestens acht Jahre nach dem Start der S5 Frankfurt-Usingen und zum Fahrplanwechsel 2019/2020 könnte der Streckenabschnitt bis Grävenwiesbach elektrifiziert werden. Der Verkehrsausschuss des Kreistages segnete den ersten Bauabschnitt ab, nachdem der RMV bereits am zweiten plant.

Alles oder nichts – wer das Maximum einfordert, steht nicht selten mit leeren Händen da. Das wussten auch die Mitglieder des Verkehrsausschusses des Kreistages bei der vorentscheidenden Abstimmung über die Elektrifizierung der Taunusbahn. Mit ihrem einstimmigen Ja zur Elektrifizierung des ersten Teilabschnittes bis Usingen haben sie nämlich keinesfalls den weiteren Streckenabschnitt bis Grävenwiesbach abgehängt, wie zuletzt vielfach befürchtet wurde.

Bei ihrer Entscheidung konnten sich die Kreispolitiker zum Glück auf die gute Vorarbeit des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) und des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT) als Eigentümer der Bahnstrecke ins Usinger Land verlassen. „Wir wollen die Elektrifizierung der gesamten Taunusbahn als Gesamtmaßnahme sichern“, garantierte VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld vor der Abstimmung. „Nach der Zusage des RMV haben bereits die Untersuchungen für die Elektrifizierung des Abschnittes Usingen-Grävenwiesbach begonnen.“

Der Grund, warum die S5 Frankfurt-Friedrichsdorf vorerst nur bis Usingen verlängert werden soll, ist nämlich keinesfalls eine zu geringe Auslastung der Taunusbahn zwischen Usingen und Grävenwiesbach. Die für den weiteren S-Bahn-Betrieb im Abschnitt nach Grävenwiesbach benötigten drei zusätzlichen S-Bahn-Fahrzeuge der neuen Baureihe ET 423 sind im Fuhrpark der S-Bahn Rhein-Main schlichtweg nicht vorhanden. Und die zusätzliche Beschaffung für diese drei Triebwagen ist derzeit lediglich zu einem Vielfachen des normalen Preises möglich.

„Bei der Grundsatzentscheidung werden wir vom glücklichen Umstand begünstigt, dass im Fahrzeugpool der S-Bahn noch freie Kontingente zur Verfügung stehen, die einen Verkehr bis Usingen ermöglichen“, teilte der Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU) mit. „Wenn wir darauf nicht zugreifen, stehen wir mit leeren Händen da, weil auch andere Verkehrsverbände Bedarf angemeldet haben. Greifen wir zu und binden wir vorerst Usingen an das S-Bahnnetz an“, appellierte Kraft an die Politiker. „Es gibt keine Alternative zum jetzigen Zeitpunkt.“

Der Trost für alle Pendler aus Grävenwiesbach: Bereits acht Jahre nach der für 2019 geplanten Inbetriebnahme der S-Bahn ins Usinger Land steht die nächste große Fahrzeugbeschaffung für das S-Bahn-System Rhein-Main an. „Das Modell gibt der Gesamtstrecke der Taunusbahn eine Perspektive“, sagte dazu Landrat Ulrich Krebs (CDU).

Auch für die dringend notwendige Sanierung des Hasselborner Tunnels zwischen Grävenwiesbach und Brandoberndorf zeichnen sich nach Aussagen von Frank Denfeld Lösungen ab. „Der RMV steht hinter der Sanierung. Dadurch ist die Taunusbahn bis Brandoberndorf gesichert“, berichtete Denfeld. Doch bei der Frage der Finanzierung gibt es offensichtlich noch Diskussionsbedarf. „Wir erwarten einen deutlichen Finanzierungsbeitrag des Lahn-Dill-Kreises“, sagte Landrat Krebs, ohne aber konkrete Zahlen nennen zu wollen.

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