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Noch sieht die neue Küche nur nach Baustelle aus, wie Schulleiterin Heike Weber und Michael Niemand vom Hochtaunuskreis beim Rundgang sahen. Nächste Woche beginnen endlich die ersten Fliesenarbeiten.

Saalburgschule

Saalburg-Küche ist „BER Taunus“

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Die neue Küche der Saalburgschule ist immer noch nicht fertig, und das wirkt sich inzwischen sogar auf die Schülerzahlen aus. Doch es ist ein Ende in Sicht.

Es klingt wie ein Silberstreif am Horizont für die Saalburgschüler: Nach dem Herbstferien sollen die neue Küche und Backstube weitgehend fertig sein. Bis Ende des Jahres können dann alle Klassen, die in der Küche ihre Ausbildung absolvieren, die neuen Herde in Betrieb nehmen.

„Eigentlich wollten wir schon viel früher fertig sein“, räumte Jens Glatz, vom Fachbereich Bauen des Hochtaunuskreises ein wenig zerknirscht ein. März war in der Tat als Fertigstellungstermin genannt gewesen, mittlerweile sind die Sommerferien verstrichen und die Bauarbeiten immer noch nicht fertig. Im Gegenteil. In der kommenden Woche sollen die Fliesen gelegt werden, bis dato läuft die Verkabelung der Küchen auf Hochtouren.

Mehrere unglückliche Faktoren spielten dabei eine entscheidende Rolle, wie auch Michael Niemand vom Hochtaunuskreis erklärte. Da waren zunächst die Arbeiten an sich, die sich an dem alten Gebäude als eine Art „Überraschungsei“ entpuppten. So musste die Hauptleitung erneuert werden, die durch das gesamt Gebäude verläuft und Leitungen, die man unterhalb der Küche in einem Betonboden vermutete, waren nicht nur in Beton, sondern auf Felsgestein verlegt.

Zudem teilt der Hochtaunuskreis als Bauherr auch das Schicksal vieler, die derzeit einen Bauauftrag zu vergeben haben: Es gab keine Handwerksunternehmen, die den Auftrag annehmen wollten, andere die es taten, haben den Kreis über Wochen mit der Ausführung der Arbeiten versetzt. „Die sind dann teilweise zwei Wochen lang nicht aufgetaucht oder haben keine Berichte geschickt“, schilderte Glatz. Zu der hochmodernen Küche gehört auch eine gigantische Lüftungsanlage, die nach den neusten Standards Luft und Fett trennt. Leider habe es da auch bei einigen Arbeiten Probleme gegeben, ganze Gewerketeile seien nicht ordentlich ausgeführt worden – und auf deren Berichtigung musste der Kreis lange warten, was andere Arbeiten blockiert habe.

Auch für den Schulbetrieb ist die Großbaustelle Küche nach wie vor eine Belastung, wie auch Schulleiterin Heike Weber einräumte. „Alle, die in der Küche lernen, müssen in die alten Küche der Konrad-Lorenz-Schule“, sagte Weber. Das wiederum bedeutet erhöhten Organisationsaufwand und eine sehr durchdachte Planung für den Unterricht jenseits von Herd und Backofen.

Insgesamt wirke sich die Baustelle auf die Schülerzahlen aus, hat Weber festgestellt. „Wir haben vermehrt Gestattungsanträge von Schülern auf andere Berufsschulen zu gehen“, hat sie festgestellt. Und auch die Schüler selbst seien nicht sonderlich glücklich darüber, dass sie noch immer „ausgelagert“ seien.

Doch das Warten lohne sich, da sind sich Weber und die Fachingenieure des Hochtaunuskreises sicher. Denn was die Saalburgschule an Küchenstandard bekomme, sei zukunftsweisend und stelle eine gehobene Restaurantküche mit 50 parallelen Arbeitsplätzen dar.

Dazu kämen die Backstube und Patisserie, die beide Küchen und eine Vorraum verbänden. Rund 400 Quadratmeter umfasst alles zusammen. Dabei können die Schüler sowohl auf Induktions- und auch auf Gasherden das Kochen von der Pike auf lernen.

Zum Tag der offenen Tür, am Samstag, 8. Dezember (9 bis 12 Uhr) sollen die Besucher schon die neuen Küchen besichtigen können. Nach den Herbstferien dürfen dann die Schulklassen sukzessive die neuen Küchen nutzen und schon mit der modernen Technik vertraut machen.

Doch damit ist in Sachen Bauarbeiten an der Saalburgschule noch lange nicht Schluss. Denn schon im kommenden Jahr geht es weiter. Dann stellt der Hochtaunuskreis zwei Modulbauten auf dem Gelände auf, wo der Fachbereich Soziales und Erziehung zwölf Klassenräume zur Verfügung gestellt bekommt. Darüber hinaus ist sich Weber sicher, „dass allein der gehobene Küchenstandard und die neuen Räume auch wieder mehr Schüler nach Usingen locken wird.“

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