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Von wegen Bettruhe: Die „Crazy Mamas & Friends“ basteln gleich an zwei Wagen – an einem kleinen für den Usinger Umzug und an einem großen für den Umzug in Oberursel.

Buchfinkenzug

Schlafmützen-Alarm beim UCV in Usingen

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Der UCV ist sowohl für den kleinen Usinger Fuß-Umzug als auch für den großen Umzug in Oberursel gewappnet. Unter dem Motto "So richtig nett ist - nur im Bett" wollen sie in der Brunnenstadt punkten.

Der große Buchfinkenzug fällt in diesem Jahr zwar nicht der Frühjahrsmüdigkeit, sondern, wie sich hoffentlich inzwischen bis in die letzte Ecke herumgesprochen hat, der Straßenbaustelle in der Innenstadt zum Opfer.

Die UCV-Narren sind vielmehr hellwach. So gibt es einen abgespeckten Umzug mit Fußgruppen, der Rathaussturm fällt schon gar nicht aus, und einige Wagen werden zudem im Umfeld des Schlossplatzes aufgestellt werden, aber nicht rollen. Das heißt, dass die Wagenbauer alles andere als arbeitslos sind. Ganz im Gegenteil sogar: Diesmal wurde neben dem großen Straßenkreuzer noch ein zweiter kleiner Wagen für die Fußtruppe gebaut.

Ein UCV-Team, das sich seit vielen Jahren besonders viel Mühe macht und dabei eine außerordentliche Kreativität an den Tag legt, sind die „Crazy Mamas and Friends“. Ob ihnen das Motto „So richtig nett ist’s nur im Bett“ im Schlaf eingefallen ist, war nicht rauszukriegen, aber viele werden diese Behauptung sicher teilen.

Welt ohne Scharfmacher bei der UCV

Obwohl: Schlechte Träume können auch den besten Schnarcher beunruhigen. „I have a dream“, lautet ein weltberühmter Satz, mit dem Martin Luther King seine Forderungen für ein Amerika der Menschenrechte und der Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß einleitete. Heute wird das Land der „unbegrenzten Unmöglichkeiten“ eher von einem Alptraum heimgesucht, aber der Schreckensverbreiter gibt es noch weitere auf dieser Welt. Dennoch, die UCV-Narren thematisieren das Thema optimistisch, und auf ihrem Traumwagen träumen sie von einer Welt frei von Scharfmachern wie Trump, Erdogan, Kim Jong Un und Konsorten.

Die Wagen der „Crazy Mamas and Friends“ haben in der Regel eine politische Note, aber sie sind auch Eyecatcher mit ambivalenten Botschaften, denn der Schlaf an sich ist ja nichts Schlechtes, und zum Thema Bett kann einem noch recht viel einfallen.

Am Freitag muss der Wagen fertig sein

Mit Witz und handwerklichem Geschick gehen die Wagenbauer deshalb zu Werke, und sie müssen sich ranhalten, denn am Freitag muss der Wagen fertig sein, da dürfen keine Pannen mehr den Zeitplan durcheinanderbringen. 

Eine gab es schon: Wagenbauer Jörg Frosse hatte tatsächlich einen Traum, der ihn aufschreckte: „Der Wagen ist zu hoch und passt nicht durch das Tor der Werkshalle!“, träumte er, und die Probe ergab, dass es genau so war. Nur wenige Zentimeter waren es, aber das Dach musste wieder runter und eingekürzt werden.

Beim „Fußwagen“ gab es diese Probleme nicht, ein altes Bett wurde zugtauglich gemacht, und mit dem sind die Mamas und ihre Freunde in Usingen zu Fuß unterwegs.

Rund zwölf Wagenbauer setzen jeweils das Motto mit Drahtgestellen, Bauschaum und was sich sonst so anbietet um. Der große Wagen wurde ihnen in diesem Jahr vom Hof Dollinger zur Verfügung gestellt, und er wird im Oberurseler Zug durch die Straßen rollen. Dort hoffen die Usinger bei der Prämierung wieder auf einen Platz unter den ersten drei Mottowagen. Mit ihren Wagen „Walfisch“, „Traumschiff“, „Casino Las Vegas“, der „New Yorker Skyline“ einem „Clown“ und einer großen „Geburtstagstorte“ im Jubiläumsjahr des UCV war ihnen das jedenfalls gelungen.

Hoffentlich klappt auch alles mit den Umzügen an den beiden Höhepunkten der närrischen Zeit: Für Rosenmontag ist ein Sturmtief vorhergesagt.

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