Schmitten ist gut aufgestellt

  • schließen

Eine schöne Landschaft allein genügt nicht. Der Tourismus- und Kulturverein (TKV) will Schmitten weiter nach vorne bringen.

„Die Gemeinde Schmitten gehört nach wie vor zu den landschaftlich attraktivsten Lagen im Hochtaunuskreis und ist so etwas wie ein Rohdiamant, der etwas geschliffen werden muss“, heißt es im Geschäftsbericht des Kulturvereins und des Tourismus- und Kulturvereins Schmitten (TKV). Den legte Geschäftsführer Gerhard Heere zur Jahreshauptversammlung im Restaurant „Zum Feldbergblick“ in Hunoldstal vor.

Der TKV versuche in enger Zusammenarbeit mit der Dachorganisation, dem Taunus-Touristik-Service (TTS), die touristische Entwicklung der Region voranzutreiben. Die Neukonzeption der TTS-Internetseite für die Freizeitregion Taunus komme auch Schmitten zugute. Die TKV-Mitglieder könnten diese Werbeplattform aber nur nutzen, wenn sie ihre Angebote selbst einstellen und aktualisieren. Die neue Website der Feldberggemeinde gebe gut Auskunft über gemeindliche, touristische und kulturelle Attraktionen, sei aber ausbaufähig, stellte Bürgermeister und TKV-Vorsitzender Marcus Kinkel fest und kündigte an, dass das Portal noch aufgerüstet werde. „Durch Broschüren, Prospekte, Karten und Gastgeberverzeichnis ist Schmitten gut aufgestellt“, ergänzte TKV-Geschäftsführer Gerhard Heere.

Intensiv beworben wird die Region auch über die „Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) Westlicher Taunus“. Ihr gehören acht Kommunen, der Naturpark Taunus und der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) an. Eine besondere Attraktion ist die E-Bike-Vernetzung im Taunus. Der TKV Schmitten und die Familienferienstätte Dorfweil verfügen über jeweils zwei Räder, der TTS über acht. Diese werden stunden-, halbtags- oder tageweise vermietet.

Eine der dringlichsten Aufgaben bleibe die Qualitätssicherung der Beherbergungsbetriebe. Der Taunus profitiere durch den Aufwärtstrend Hessens und durch die Nähe zu Frankfurt, sei aber überwiegend von Tagestouristen frequentiert und für die gebe es keine Statistik. Die Hessen-Agentur gehe davon aus, dass auf eine Übernachtung fast acht Tagesausflüge kämen. Das Statistische Landesamt weist in Schmitten 103 000 Übernachtungen für 2014 aus, erfasst aber nur Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten. „Schmitten hat seine Spitzenposition im ,Hintertaunus’ gefestigt“, so Heere.

Im vergangenen Jahr hatte der Kulturverein Schmitten ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Kinkel und Heere wissen, dass ohne Hilfe von Bürgern, Sponsoren, Vereinen, Kirchengemeinden und sonstigen Institutionen viele Veranstaltungen nicht möglich sind. Der TKV unterstützt seinerseits deren Anstrengungen durch organisatorisches Knowhow. Die meisten eigenen Veranstaltungen seien gut gelaufen. Außerhalb Schmittens hat der TKV das „Rock’n‘ Roll Land Festival“ in Oberhain unterstützt, weil dessen Macher Nils Baloun aus Reifenberg kommt, aber auch kürzlich „Grävenwoodstock“. Kinkel ist der Auffassung, dass größere Events nur interkommunal richtig gut auf die Beine zu stellen sind.

Als nächstes steht der große Schmittener Weihnachtsmarkt am dritten Advent an. „Es ist nicht so, dass ich den Markt nicht mehr machen will, ich bin sowieso nicht der Partymanager“, sagte der Bürgermeister. Aber die Mitwirkung der Bauhof-Mitarbeiter müsse reduziert werden, der Winterdienst dürfe keineswegs darunter leiden, dass Stände aufgebaut werden. Kinkel geht davon aus, dass die Vereine den Weihnachtsmarkt stemmen können.

Das zarte Pflänzchen Hauskonzerte gedeihe auf privater Basis dank dem Engagement der Familie Groh. Neuen Schwung möchte der Bürgermeister 2016 in die Kernveranstaltungen bringen. Weil Outdoor-Veranstaltungen in der Feldberggemeinde immer ein Risiko seien, könne er sich eine Zusammenarbeit mit Taunatours vorstellen. Regelmäßige Auftritte von Rock- Pop- oder Countrybands schweben ihm vor, für die der TKV die Kosten übernimmt und der jeweilige Gastronom die Bewirtung. „Wenn wir da jedes Mal 100 oder 150 Besucher hätten, wäre das gut“, meinte der Bürgermeister und sagte: „Den Kulturetat sollte man ausgeben, den kann man nicht wirtschaftlich sehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare